Helfen Sie Arsenij Turbin!

Turbin Arsenij BeitragsbildErinnern Sie sich noch an Ihren 18. Geburtstag? Dieser Geburtstag ist für viele junge Menschen ein Moment des Aufbruchs. Das Ende der Jugend und der Beginn des Erwachsenwerdens. Für Arsenij Turbin bedeutet dieser Tag leider etwas komplett anderes: Heute wird er 18 – und verbringt seinen Geburtstag zum dritten Mal in Folge hinter Gittern.

Arsenij war gerade 15 Jahre alt, als er 2023 festgenommen wurde. Sein „Verbrechen“: Er hatte in seiner Nachbarschaft Flugblätter verteilt, in denen er die russische Regierung und Präsident Wladimir Putin kritisch hinterfragte.

Die russischen Behörden werteten dies als „Teilnahme an extremistischen Vereinigungen“. Es folgten ein Strafverfahren, Verhöre, Hausarrest und eine 24-tägige stationäre psychiatrische Unterbringung. Im Juni 2024 wurde Arsenij zu fünf Jahren Haft verurteilt.

„Mama, ich werde wohl bald sterben“

Leider endete die Repression auch mit dem Urteil nicht. Während seiner Untersuchungshaft wurde Arsenij wiederholt von einem Mithäftling angegriffen und verlor 17 Kilo Körpergewicht. Laut seiner Mutter Irina kam auch sein Wachstum in den ersten Monaten im Gefängnis zum Stillstand.

Bei dem Besuch seiner Mutter am 11. September 2024 sagte Arsenij zu ihr: „Mama, ich bitte dich, tu alles, was du kannst, hol mich bitte hier weg, mir geht es hier sehr, sehr schlecht. Mama, ich werde wohl bald sterben.“

Im Dezember 2024 wurde Arsenij in eine Jugendstrafkolonie in der Region Perm verlegt – rund 1.500 Kilometer von seiner Heimat entfernt. Seine Mutter zog anschließend in die Nähe der Strafkolonie, um näher bei ihrem Sohn zu sein. Die IGFM konnte sie dabei begleiten und psychologisch betreuen.

Die Verfolgung geht weiter

Eigentlich sollte Arsenij nach Verbüßung seiner Strafe wieder frei sein. Doch Anfang 2026 kam ein weiteres Strafverfahren hinzu: Ihm wird die Beteiligung an „Massenunruhen“ in seiner Haftanstalt vorgeworfen. Im Februar wurde er deshalb aus der Jugendstrafkolonie in ein Untersuchungsgefängnis in Perm verlegt. Solche neuen Verfahren werden vom russischen System dazu genutzt, um die ursprüngliche Haft zu verlängern.

Helfen Sie Arsenij!

Aufgrund des neuen Verfahrens braucht Arsenij dringend einen Anwalt. Die IGFM möchte seine Mutter finanziell unterstützen, damit er die notwendige juristische Hilfe erhält.

Bitte helfen Sie Arsenij mit Ihrer Spende.

Jeder Beitrag sorgt dafür, dass er und seine Mutter in ihrem Kampf um Freiheit nicht allein bleiben.

Zum Schweigen verurteilt

Arsenijs Fall ist im heutigen Russland leider kein Einzelfall. Für viele russische Jugendliche gehören politische Repression und die Angst vor Verfolgung inzwischen zum Alltag.

Nach aktuellen Erkenntnissen der IGFM werden über 120 Minderjährige und Jugendliche bis 23 Jahren aus politischen Gründen strafrechtlich verfolgt. Die tatsächliche Zahl dürfte erheblich höher liegen.

Sie wurden zu langjährigen Haftstrafen oder der Zwangseinweisung in psychiatrische Einrichtungen verurteilt. Eine gesamte Generation wird in Putin-Russland systematisch ihrer Jugend und des Kontakts zur Familie beraubt.

Bitte unterstützen Sie uns mit Ihrer Spende, damit wir diese Arbeit fortsetzen und uns für die Freilassung dieser jungen Menschen einsetzen können.