Leonid Popov

Leonid Popov

Der 24-jährige Leonid Popov aus Melitopol wurde vom FSB verschleppt, weil er militärische Ausrüstung der Besatzung fotografierte. Nach einem Scheingerichtsverfahren wurde er zwangsweise psychiatrisch behandelt und anschließend ins Untersuchungsgefängnis Donezk gebracht, wo er bis heute illegal festgehalten wird. Sein Schicksal und Gesundheitszustand sind unbekannt.

Fakten:

Person: Ukrainischer Zivilist, seit dem 24. April 2023 illegal verschleppt und in Donezk festgehalten

Geburtsdatum: 31. Oktober 2000

Verschleppt seit: 24. April 2023

Letzter bekannter Aufenthaltsort: Stadt Melitopol, Region Saporischschja

Leonid Popov wurde am 31. Oktober 2000 in Melitopol, Region Saporischschja, geboren. Der junge Fachmann arbeitete als Maschinist für Kühlanlagen und war verantwortlich für den stabilen Betrieb der Geräte und den reibungslosen Ablauf der Kühlsysteme. Kollegen und Bekannte beschreiben Leonid als ruhigen, verantwortungsbewussten und fleißigen Menschen, der seine Arbeit liebte und stets bereit war, anderen zu helfen.

Am 24. April 2023 änderte sich Leonids Leben schlagartig. Gegen Mittag wurde er auf der Straße in Melitopol von Vertretern des russischen FSB festgenommen und entführt. Nach verfügbaren Informationen geschah dies, weil Leonid militärische Ausrüstung der russischen Besatzungstruppen fotografiert hatte, die in der Stadt stationiert war. Anschließend wurde er an einen unbekannten Ort gebracht, und seine Familie wusste wochenlang nicht, wo er sich befindet und was mit ihm geschehen war.

Später wurde bekannt, dass Leonid nach Simferopol gebracht wurde, wo vor einem Besatzungsgericht ein erstes Scheingerichtsverfahren gegen ihn stattfand. Kurz darauf wurde er auf unbestimmte Zeit zu einer Zwangsbehandlung in eine psychiatrische Klinik nach Zhdanivka (Bezirk Shakhtarskyi, Region Donezk) eingewiesen. Solche Maßnahmen wenden die russischen Besatzungsbehörden häufig gegen ukrainische Zivilisten an, um sie moralisch zu brechen und vollständig von der Außenwelt zu isolieren.

Seit dem 15. August 2024 wird Leonid Popov illegal im Untersuchungsgefängnis Nr. 1 in Donezk festgehalten. Weder die ukrainische Seite noch internationale humanitäre Organisationen haben Zugang zu ihm oder verlässliche Informationen über seinen Zustand.

Es ist bekannt, dass bei Leonid eine chronische psychische Erkrankung diagnostiziert wurde — undifferenzierte Schizophrenie. Ob er im Gefängnis die notwendige medizinische Versorgung erhält und wie sich die Isolation auf seine Gesundheit auswirkt, bleibt unbekannt.

Leonids Familie und Menschenrechtsverteidiger setzen sich seit Beginn seiner illegalen Inhaftierung dafür ein, Informationen über sein Schicksal zu erhalten und seine Freilassung zu fordern. Wie hunderte anderer ukrainischer Zivilisten ist er Opfer der repressiven Politik der Besatzungsbehörden geworden, die auf Einschüchterung und Unterdrückung jeglicher unabhängiger Meinungsäußerung abzielt.

Stand November 2025: Leonid Popov bleibt weiterhin illegal in der von Russland besetzten Region der Ukraine inhaftiert. Seine Geschichte ist eines von vielen Beispielen für systematische Menschenrechtsverletzungen auf den von Russland kontrollierten Gebieten.