Lebhaftes Interesse am Thema Desinformation in Chisniau, Moldau

Foto 1. IGFM-MS. Seminar „Desinformation durch die Medien: wie erkennt man sie und wie geht man damit um“. Chisinau. 10.08.2019

Am 10. August wurde im Rahmen des Projekts “Medien, Meinungsmache, Menschenrechte in den Ländern der Östlichen Partnerschaft und Russland” das erste interaktive Seminar „Desinformation in den Medien: wie erkennt man sie und wie geht man damit um“ im Konferenzzentrum „Summit“ durchgeführt. Dieses Projekt wird durch die nationalen Sektionen der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte mit Unterstützung des Deutschen Auswärtigen Amtes realisiert.

Das Seminar in Chisinau hat die Moldauische Sektion der IGFM organisiert.

Am Seminar nahmen bekannte moldauische Politiker, Wissenschaftler, Juristen, unabhängige Journalisten und Vertreter der Zivilgesellschaft teil.

 

Foto 2. IGFM-Moldau. Die bekannte Journalistin Natalia Smurgun referiert zu Thema.

Eine der bekanntesten Journalistinnen Moldaus, Natalia Smurgun, referierte zum Thema. Ihr Vortrag weckte großes Interesse bei den Teilnehmern.

In ihrer Präsentation hatte sich die Referentin mit den wichtigsten Themen der medialen Welt befasst. Sie führte Beispiele für Desinformation und Meinungsmanipulation sowohl aus westlichen als auch aus östlichen Ländern auf. Insbesondere zeigte sie Beispiele der Desinformation durch moldauische Medien auf.

Sie stellte fest, dass  soziale Netzwerke und Medien-Ressourcen leider kein Zugang zu transparenten und geprüften Quellen seien. Durch die Flut von Fakten, deren vielfältiger Wiedergabeformen und der Unmöglichkeit, diese auf Verlässlichkeit und Unabhängigkeit ihrer Quellen hin zu überprüfen, habe allein die Bedeutung des Wortes “Verlässlichkeit” an Wert verloren.

 

Foto 3. IGFM-MS. Desinformation, kein leichtes Thema

Die Präsentation rief eine lebhafte Diskussion unter den Seminarteilnehmern  hervor, in der viele Beispiele aus dem Alltag zutage traten.

Es wurde angeführt, dass Journalisten eigentlich dazu verpflichtet seien, objektiv zu berichten.

Sehr viel hänge jedoch von der Redaktion ab, beziehungsweise vom Eigentümer des Mediums. So wurden konkrete Beispiele von Journalisten angeführt, die ihre Berichte nicht veröffentlichen durften, weil sie den Eigentümern nicht passten.

Besonders auffällig sei dies im politischen Bereich. So sei laut Untersuchsergebnissen in Moldau in den ersten drei Monaten d.J. die Anzahl der Fälle von Aufrufen zu Hass, Gewalt oder Diskriminierung, in der Medienwelt um 83% angestiegen.

In diesem Zusammenhang wurde lebhaft darüber diskutiert, wie man sich gegen diejenigen wehren kann, die solche Falschinformationen verbreiten und was jemand tun kann, der ihnen ausgesetzt war.

Eine der Teilnehmerinnen, eine bekannte moldauische Juristin, antwortete auf diese Frage und führte erfolgreiche Gerichtsbeschlüsse solcher Fälle auf.  Die Praxis zeige aber, dass die Menschen, aufgrund des mangelnden Vertrauens, nur selten den Gerichtsweg nutzen. Dies gilt insbesondere für Moldawien, wo das Vertrauen in die Justiz äußerst gering ist oder die Verursacher sich außerhalb des Landes befinden. In solchen Fällen benötigt es der Unterstützung durch internationale Strukturen.

 

Foto 5. IGFM-MS. Der Moderator des Seminars G. Kaunov stellt die Website Humanrights-Online vor

Gennadij Kaunov, Moderator hier in Moldau und Projektassistent in allen ÖPR-Ländern, stellte die Website Humanrights-Online vor und bot den Teilnehmern an, hier Informationen zum Thema einsetzen zu können.

Kaunov berichtete über die Seminare in den anderen ÖPR-Ländern, die er in seiner Projektfunktion schon alle besucht hatte. Er legte besondere Aufmerksamkeit auf das so verbreitete Problem der Hetzrede in den Online-Communities, die sich negativ auf die Gesellschaft als Ganzes auswirke.

Es wurde festgehalten, dass Internet und soziale Netzwerke mächtige Instrumente sind, die wir, die gesellschaftlichen Akteure, Journalisten und Politiker nutzen sollten, um eine friedliche, demokratische, bürgerliche Gesellschaft aufzubauen.

Foto 6. IGFM-MS. Die Teilnehmer haben viel Information zu verarbeiten.

Abschließend bedankten sich die Seminarteilnehmer für den enormen Input, den sie persönlich und in ihren Arbeitsfeldern gut verwenden könnten.

#CivilSocietyCooperation