Verletzte versorgen, Reha ermöglichen, Traumatisierte wieder in ihre Familien und die Gesellschaft einglieder. Ukraine
Über die Folgen der russischen Zermürbungstaktik – so zu tun, als sei man zu Verhandlungen bereit, tatsächlich aber intensiviert Russland die Angriffe – berichtet aktuell IGFM-Mitglied R.B., der seit fast zwei Monaten in Odessa zusammen mit der ortsansässigen Organisation „Veterans“ Kriegsopfern mit bleibenden Behinderungen und ihren Familien – Kinder, Ehefrauen, betagten Eltern – sowie Waisen und Witwen beisteht.
„Männer, die gesund an die Front gerufen wurden und mit Behinderungen zu ihren Familien zurückkehren, befinden sich in einem besonderen psychischen posttraumatischen Zustand. Wir helfen denen, deren Beine und Arme durch Explosionen abgerissen, deren Augen ausgeschlagen, deren Gesichter entstellt sind. Menschen mit derlei Behinderungen brauchen Ruhe und individuellen, direkten Kontakt mit der Natur, fernab vom Lärm der Stadt. Eine laute Menge völlig gesunder, kraftvoller und laut lachender Menschen, wie sie an den Stränden von Odessa zu sehen sind, ist für sie unerträglich. Der Verein „Veterans“ bietet mithilfe gut ausgebildeter Freiwilliger – Psychologen, Rechtsanwalt, Sozialarbeiter – den Versehrten und ihren Familien Unterstützung in allen Fragen. Spezielle Schulungen verbessern die Chancen dieser Gruppe erheblich, einen neuen Arbeitsplatz oder Zugang zu Universitäten und die allgemeine Rehabilitation zu finden. Zur Therapie gehören medizinische Behandlungen, aber auch soziale Erlebnisse wie ein Besuch in Nationalparks, Kontakt mit Tieren – zum Beispiel Reiten für Versehrte – oder auch Angeln oder Schwimmen im Meer in kleinen Küstendörfern. Um die Maßnahmen für Gruppen – die Versehrten und ihre nächsten Familienangehörigen – durchführen zu können, brauchen wir dringend einen kleinen Bus mit breiten Türen und einer ausfahrbaren Rampe. Ideal wäre ein Bus mit bis zu zwölf Sitzplätzen. Um die Notwendigkeit besser zu verstehen, sollte man wissen, dass im Gegensatz zu Deutschland viele Familien kein eigenes Auto besitzen. Das Einkommen nach der Ausmusterung deckt kaum die Mindestbedürfnisse einer Familie.“
Ein für diese Zwecke geeigneter Bus ist als vom TÜV abgenommenes Gebrauchtfahrzeug bereits für etwa 20.000 Euro auf dem Markt. Wir können damit etlichen schwer Versehrten neuen Mut machen. Auch dieses Fahrzeug bringen IGFM-Mitglieder an seinen zukünftigen Standort nach Odessa, und wir überzeugen uns selbst vom bestimmungsgemäßen Einsatz. Bitte unterstützen Sie diese Hilfe mit Ihrer Spende. Kennwort: Ukraine (36)
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