Das Militärgericht des 1. westlichen Bezirks von St. Petersburg hat die Künstler Anastasia Dyudyaeva und Alexander Dotsenko wegen „Aufrufs zum Terrorismus“ im Zusammenhang mit Postkarten in ukrainischer Sprache, die in Lenta veröffentlicht wurden, verurteilt.

Die Staatsanwaltschaft hatte 4 Jahre Haft für das Paar gefordert. Das Gericht verurteilte Alexander zu 3 Jahren Gefängnis und seine Frau Anastasia zu 3,5 Jahren.

Den Ermittlungen zufolge fertigte Dyudyaeva Flugblätter in ukrainischer Sprache an, auf denen unter anderem die Aufschrift „Putin to gilyaku“ („Putin an den Galgen“) zu lesen war, und legte sie dann in dem Geschäft „Lenta“ aus. Dies wurde „OVD-Info“ von der ehemaligen Anwältin der Frau, Kateryna Gordienko, mitgeteilt. Die Strafverfolgungsbehörden behaupten, dass sie bei der Durchsuchung Skizzen der Flugblätter gefunden haben.

Zu den weiteren Beweisen für die Ermittlungen gehören in ihrer Wohnung sichergestellte Kleidungsstücke, Zeugenaussagen und Screenshots von Videoaufnahmen, die angeblich bestätigen, dass die Eheleute mit einem Einkaufswagen nach Lenta gefahren sind.

Zuvor hatte Dyudyaeva am Tag des Sieges eine Antikriegsausstellung in ihrer Wohnung in Taitsy veranstaltet. Die Ausstellung wurde von den Sicherheitskräften gestört und 14 Personen wurden festgenommen, darunter die RusNews-Journalistin Elina Kozich und die SotaVision-Journalistin Vlada Makeichik sowie die Aktivisten Vitaly Ioffe und Tatyana Sichkareva. Unter den ausgestellten Gemälden befanden sich Bilder des russischen Präsidenten Wladimir Putin und der CEC-Chefin Ella Pamfilova, die als Gefangene verkleidet waren.

 

Quelle: theins.ru