
Die Veranstaltung im Dorf Pervomaiskoye, Bezirk Abash, 16. November 2018 – Region Samegrelo (Mengrelia)
Die zweite Veranstaltung fand am 16. November 2018 im Dorf Pervomaiskoje im Bezirk Abash statt – der Region Samegrelo (Mengrelien). Diese Region wurde gewählt, weil sie an das besetzte Abchasien und insbesondere an die besetzte Region Gali angrenzt. In dieser Region leben sehr viele Flüchtlinge aus dem besetzten Abchasien – insofern war es sehr interessant, deren Meinung zu hören, zu erfahren, wie sie leben und welche Probleme sie haben.
Diese Veranstaltung wurde von 29 Teilnehmern besucht – Schülern, Studenten, Lehrern sowie anderen Akademikern, von Verwaltungsstellenleitern, von Vertriebenen (Flüchtlingen) usw. Kurz gesagt, das gesamte Spektrum der Bevölkerung der Region. Das Interesse der Teilnehmer war sehr groß, zumal es dort zuvor noch nie die Gelegenheit einer solchen Veranstaltung gab.
Sie stellten den Organisatoren viele Fragen und es wurden aktuelle Probleme diskutiert.

In der Region Samegrelo gibt es freien Zugang zum Internet und ein sehr gutes mobiles Netzwerk. Leider gibt es in dieser Region nur sehr wenige Blogger. Die Teilnehmer äußerten den Wunsch, selbst zu versuchen, Blogger zu werden, was die öffentliche Meinung widerspiegeln würde. Vor Ort gibt es regionale Medien, unabhängige Verbände, Jugendclubs – aber nur wenige. Typische Probleme sind in dieser Region ebenso wie in ganz Georgien: das Problem der Beschäftigung, das Problem der Freizeitgestaltung junger Menschen und der Zugang zu Bildung (die Bildungsgebühren sind sehr hoch). Schwere Menschenrechtsverletzungen wurden nicht benannt. Die Teilnehmer erklärten, dass sie frei über diese Themen sprechen und sich an die örtlichen Behörden wenden können, um diese Probleme zu lösen. Die Meinungsfreiheit in der Region ist gewährleistet.
Zu diesen Problemen kommen die Probleme der Binnenvertriebenen (Flüchtlinge) hinzu, wie bereits erwähnt, gibt es viele von ihnen in dieser Region. Sie haben Probleme mit Wohnraum, Beschäftigung und Bildung. Es wurde auch gesagt, dass der Staat versucht, das Problem mit dem Wohnraum zu lösen, aber bis jetzt konnte dieses Problem nicht vollständig gelöst werden. Anwohner der besetzten Region Gali, die eigens zu dieser Veranstaltung gekommen waren, erklärten, dass im besetzten Abchasien alle grundlegenden Menschenrechte verletzt würden – das Recht auf Leben, das Recht auf Arbeit, das Recht, in ihrer Muttersprache unterrichtet zu werden, usw. Solche Projekte sind für sie von existenzieller Bedeutung. Sie werden in diesem Projekt sehr eng mit uns zusammenarbeiten, damit wir alle Fakten über Menschenrechtsverletzungen in den besetzten Gebieten Georgiens – Abchasien und Südossetien – veröffentlichen können.

Im Allgemeinen unterscheidet sich die Situation in der Region selbst nicht sehr von der Situation im ganzen Land, wenngleich es auf dem Land sicherlich weniger Optionen der gesellschaftspolitischen Partizipation gibt als in der Hauptstadt. Nach unserer Meinung und nach Meinung der Teilnehmer war die Veranstaltung sehr erfolgreich. Die Teilnehmer erhielten Informationen und Möglichkeiten, die sie zuvor nicht hatten. Viele von ihnen äußerten den Wunsch, wenn möglich, an künftigen Projekten teilzunehmen. Sie sagten auch, dass dies eine große Hilfe für die Region ist. Die Teilnehmer merkten an, dass sie zuvor noch nie an solchen Projekten teilgenommen hatten, zumal noch nie jemand in ihre Region gekommen war, und sie keine Möglichkeit haben, an solchen Projekten in der Hauptstadt teilzunehmen.
Die Teilnehmer wünschten sich, dass dieses Projekt fortgeführt wird, und dass sie so mehr Wissen vor Ort erhalten würden. Viele der Teilnehmer äußerten den Wunsch, Mitglied der IGFM zu werden, und möchten am Prozess des Schutzes der Menschenrechte teilnehmen. Die Veranstaltung war sehr erfolgreich. Es wäre gut, wenn auch andere Regionen Georgiens besucht würden. Die Teilnehmer erklärten, dass sie sich aktiv über die Menschenrechtssituation in der Region informieren und dies zur Verfügung stellen werden. Die Teilnehmer dankten den Organisatoren, der Leitung und dem deutschen Außenministerium für die Möglichkeit, an einem solchen Seminar teilzunehmen.
Organisatoren der Veranstaltung: Georgische Nationale Sektion der IGFM, Präsident Avtandil Davitaya, regionale Veranstaltungssprecher: Giorgi Patsatsia und Giorgi Mikawa.

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