Menschenrechte 2018: DOKUMENTE . SCHICKSALE . INFORMATIONEN

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) wurde 1972 gegründet – also mitten im Kalten Krieg. Die Gründung war auch eine Reaktion auf die Verharmlosung der Menschenrechtsverletzungen in der DDR und in Osteuropa. Wir haben noch gut in Erinnerung, wie inopportun es vielen in den 1970er- und 1980er-Jahren erschien, die kommunistische Gewaltherrschaft in nächster Nachbarschaft zu kritisieren.

Von Anfang an waren deshalb Osteuropa und die ehemalige Sowjetunion ein Schwerpunkt unserer Arbeit. Dort haben
wir seit vielen Jahren eigene IGFM-Sektionen. Die IGFM hat es auch nach 1990 als eine ihrer Aufgaben angesehen, über
die Machenschaften der untergegangenen SED-Diktatur aufzuklären. Zumal die IGFM selbst Gegenstand zahlreicher „operativer Maßnahmen“ der Stasi war. Lesen Sie passend dazu in diesem Heft über unsere Projekte im Rahmen der Östlichen Partnerschaft und Russland (ÖPR).

Seit 2014 hilft die IGFM in Kurdistan. Angefangen von der Hilfe für Flüchtlinge, die wir auf der Flucht vor dem IS auf Straßen, in verlassenen Häusern und Ruinen, ja selbst auf Friedhöfen getroffen hatten, wurde diese Hilfe inzwischen durch die enge Zusammenarbeit mit dem Hauptgesundheitsamt in Dohuk professionalisiert und findet jetzt überwiegend in den ausgebauten Flüchtlingslagern der Region Dohuk statt. Die IGFM wurde von den kurdischen Behörden als offizielle Hilfsorganisation anerkannt, was die Genehmigungsverfahren, Zollabwicklung und Behördengänge wesentlich verkürzt. Seit
dem Frühjahr 2018 hat die IGFM ein eigenes Büro in Baadra nahe Dohuk. Lesen Sie dazu passend die Berichte über unsere
Arbeit im nordirakischen Kurdistan.

Der venezolanische Diktator Maduro hat die größte Fluchtbewegung ausgelöst, die Lateinamerika bisher erlebt hat. Über zwei Millionen Venezolaner sind vor Armut und Unterdrückung geflohen. Zu Lateinamerika finden Sie nachfolgend
Berichte über Kolumbien, Ecuador, Guatemala und Nicaragua.

Ich wünsche Ihnen eine informative Lektüre dieser Sonderausgabe der Zeitschrift „Menschenrechte“.

Edgar Lamm

MR_2018