
Bild Der ukrainische Skeleton-Olympionike Wladyslaw Heraskevych wurde disqualifiziert, weil er mit einem Helm an getötete ukrainische Sportler erinnern wollte. Seit Beginn des russischen Angriffskrieges wurden mehr als 660 Athleten und Trainer getötet. Foto Wladyslaw Heraskevych: Radio Svoboda
Olympische Winterspiele 2026
Gedenken ist kein Verstoß: IGFM kritisiert Disqualifikation des ukrainischen Skeleton-Athleten
Februar 2026, Frankfurt am Main/Rom – Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte/IGFM kritisiert die Disqualifizierung des ukrainischen Skeleton-Olympioniken Wladislaw Heraskewytsch bei den Olympischen Winterspielen in Cortina d’Ampezzo. Die Entscheidung, einem ukrainischen Sportler das Gedenken an getötete Mitglieder der olympischen Gemeinschaft zu untersagen, während gleichzeitig russische Athleten wieder auf internationalen Bühnen erscheinen, wirft ernste Fragen zur Glaubwürdigkeit internationaler Sportinstitutionen auf, kritisiert die IGFM.
„Olympia steht dafür, dass die Politik außen vor bleibt, dass ungeachtet von politischen Krisen und Kriegen Sportler ihre Kräfte auf der Weltbühne messen können. Seit nunmehr fast genau vier Jahren herrscht aber in Europa ein völkerrechtswidriger russischer Angriffskrieg mit Hunderttausenden getöteten Ukrainern, darunter 660 Athleten und Trainer des angegriffenen Landes. Die sogenannte Neutralität des Internationalen Olympischen Komitees darf nicht bedeuten, Opfer zum Schweigen zu bringen, während Aggressoren langfristig rehabilitiert werden, kritisiert Valerio Krüger, Sprecher des Vorstands der IGFM.

Der „Helm des Gedenkens“ von Wladyslaw Heraskevych ist mit Porträts getöteter ukrainischer Sportler gestaltet. Auf der grauen Oberfläche sind die Gesichter von Athleten zu sehen, die infolge des russischen Angriffskrieges ihr Leben verloren haben. Der Helm sollte bei den Olympischen Spielen als Zeichen des Gedenkens und der Solidarität getragen werden.
Menschlichkeit und Gedenken an Opfer kein olympischer Geist?
Auf dem Helm des ukrainischen Olympioniken Wladislaw Heraskewytsch steht nicht etwa „Nieder mit dem Kriegsverbrecher Putin!“. Es sind lediglich die Gesichter von 24 Top-Sportlern zu sehen, deren Traum Olympia war und die ihren Traum nicht mehr erleben können. Dem ukrainischen Olympioniken nur wenige Minuten vor Start plötzlich deswegen auszuschließen und ihn mit einem schwarzen Band abzufertigen, das ist gegen den großen Gedanken der Menschlichkeit, der hinter Olympia steht, so die IGFM.
Gedenkminute für verstorbene Olympioniken oder weiterer Integritätsverlust?
Das Olympische Komitee hätte weise die Gedenk-Aktion des Ukrainers als vorläufig einmalig dulden können, um nach den Spielen eine Entscheidung zu fällen. Die IGFM schlägt dem Olympischen Komitee nun vor, zum Schluss der Spiele eine Gedenkminute aller in den vergangenen vier Jahren verstorbenen Olympioniken/Sportlern zu halten. Sollte das Olympische Komitee diese Chance nicht nutzen, so verbleibt die Disqualifizierung eine Einladung an Russland und führt in letzter Konsequenz zu einer weiteren Entmündigung der Sportler und zu weiterem Verlust der Integrität internationaler Sportverbände, so die IGFM.
Die IGFM erinnert an eine Kette fragwürdiger Entscheidungen des Olympischen Komitees, wie die Austragung der Olympiade 2008 und der Winterolympiade 2022 in der Volksrepublik China. Auch die Austragung der Fußballweltmeisterschaft in Katar im Jahr 2022 zeige den wachsenden Einfluss von fragwürdigen Interessensgruppen und Menschenrechtsverletzern und den zunehmenden Integritätsverlust internationaler Sportinstitutionen.







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