Warum ist die Sowjetskaja Straße in Brest besser als die Eugen-Doga-Straße in Chisinau…

 

In der Republik Moldau finden die Bürgermeister- und Gemeindeberaterwahlen statt.

Dies sind die ersten Wahlen im Land, die nach dem Sturz des totalitären Regimes von Vladimir Plahotniuc und der von ihm geleitete DPM (Demokratische Partei der Republik Moldau) stattfinden.

Die Ergebnisse der Herrschaft der sogenannten “pro-europäischen Koalition”, die vom Jahre 2009 bis Ende 2018 aus der Allianz der Liberalen Partei, der Liberaldemokratischen Partei und der Demokratischen Partei hervorgegangen ist, lauten wie folgt:

 

  • Republik Moldau im Ranking der bürgerlichen Freiheiten – 114. Platz aus 195 Ländern
  • Republik Moldau steht auf dem 91. Platz in der Weltrangliste für Pressefreiheit. – auf dem 10. Platz zum 2018
  • Infolge der Bankmachenschaften wurden 12% des BIP gestohlen
  • Der 78. Platz unter 113 Länder der Welt in der Rangliste der Rechtsstaatlichkeit für die Jahren 2017–2018
  • Im globalen Index der Korruptionswahrnehmung – Transparency International – für das Jahr 2018 nahm die Republik Moldau den 117. Platz von 180
  • 81% der Moldauer trauen dem Justizsystem nicht
  • 73% der Bevölkerung haben Angst, ihre Meinung zu äußern oder sich an Aktionen zu beteiligen, die einen politischen Kontext haben
  • 28% der Kinder leben unterhalb der Armutsgrenze

 

Und hier sind die Daten, in denen Moldawien unter den europäischen Ländern „führend“ ist:

  • In Moldawien kommen 215 Gefangene auf 100.000 Menschen. Das ist das fünfte Ergebnis in Europa. Mehr haben nur Russland, Georgien, Aserbaidschan und Litauen.
  • Der 7. Platz in Europa für die Dauer der Freiheitsstrafe (19 Monate)
  • Der 5. Platz in Europa für die Überfüllung in Gefängnissen
  • Die Republik Moldau ist ein Leader in der Bevölkerungsreduzierung in Europa. Bis 2050 wird minus 44%
  • Der 1. Platz in Europa in Bezug auf die Sterblichkeit in Gefängnissen. 55 Todesfälle pro zehntausend Häftlinge

 

Man kann viel über europäische Prinzipien und Werte sprechen, man kann tausende Fahnen an den Gebäuden staatlicher Institutionen hängen, man kann den Vertretern Europas endlos erzählen, wie gut es sich mit dem Schutz der Menschenrechte verhält und wie erfolgreich es mit der Hilfe europäischer Steuerzahler in allen Lebensbereichen gelingt, Reformen durchzuführen . Auf Grund der obigen Zahlen können wir jedoch sicherstellen, dass die moldauischen Behörden die übliche Manipulation und Verfälschung der tatsächlichen Situation vorgenommen haben.

Dieses Jahr hatte ich das Glück, einige Länder der Östlichen Partnerschaft zu besuchen, die sich in unterschiedlichen sozioökonomischen Stadien ihrer Entwicklung befinden – in einigen nahm die Regierung autoritärere Formen an, in anderen sind demokratische Institutionen stärker entwickelt. Ich werde mich jetzt nicht mit diesen Unterschieden befassen. Es war interessant für mich, die unterschiedlichen Einstellungen gegenüber den eigenen Bürgern nur anhand einer Straße zu vergleichen.

In jeder Hauptstadt gibt es also eine Fußgängerstraße, die normalerweise das Gesicht der Stadt ist und die die gastfreundlichen Bewohner den Touristen zu bewundern raten. Im Jahr 2015 erschien eine ähnliche Straße in Chisinau. Aber ich denke, dass ein seltener Chisinauer sie besuchen möchte, ganz zu schweigen davon, dass er seinen Gästen, die von weit her angereist sind, raten wird, auf dieser Straße einen Spaziergang zu machen.

Hier sind einige Lichtbilder, die kürzlich in einer Fußgängerstraße im Zentrum von Chisinau aufgenommen wurden, die den Namen des moldauischen Komponisten Eugen Doga trägt.

 

1.  Der Pfeil zeigt auf das Finanzministerium der Republik Moldau, das auf einer Seite zur Fußgängerstraße namens Eugen Doga tritt.

 

 2. Ein Stein, der gerade mitten in der Fußgängerstraße liegt. Ausgehend von der Tatsache, dass die Blätter in der Grube unter dem Stein nicht mehr gelb, sondern braun sind, liegt er schon lange an diesem Ort.

 

 3. Bänke, auf denen den müden Passanten vorgeschlagen wird, sich zu erholen.

 

 4. Auf Schritt und Tritt gibt es solche Schlaglöcher auf der Straße.

 

5.  Noch ein weiterer einsamer Nachttisch.

 

 6. Entlang der gesamten Straße befinden sich Entwässerungsschächte. Entlang der gesamten Länge der Straße sind bereits Lücken an der Stelle zu beobachten, an der Regenwassersammelrohre verlegt werden.

Aufgrund der Tatsache, dass die Steine ungleichmäßig und auf der falschen Seite gestapelt sind, ist es unmöglich, auf hohen Absätzen auf der Straße zu laufen. Es ist auch problematisch, mit Kinderwagen zu gehen, da diese mit guten Stoßdämpfern ausgestattet sein müssen, um Vibrationen zu dämpfen. Selbstverständlich ist die Fußgängerstraße für Menschen mit Behinderungen ein echtes Hindernis …

Die Behörden von Chisinau benannten im Jahr 2013 die Straße im Zentrum von Chisinau zu Ehren des moldauischen Komponisten Eugen Doga. Im Jahr 2015 wurde die Straße mit Kleinpflastersteinen ausgepflastert und sie wurde eine Fußgängerstraße. Die Verbesserungsarbeiten haben dem hauptstädtischen Budget 620 Tausend Euro gekostet.

Der berühmte Komponist Eugen Doga selbst sagt, dass er niemals die Straße der Hauptstadt, die seinen Namen trägt, entlanggelaufen ist und dass er nicht mag, wie sie aussieht. „Diese Straße ist nicht für Fußgänger, sondern für Pferde. Wenn Sie in Absätze laufen, können Sie ohne Absätze und ohne Beine bleiben. Das Rathaus wechselt ständig die Führung und es gibt niemanden, mit dem man sprechen kann. Um etwas Schönes zu machen, braucht man Geld. Es ist gut, dass sie diese Straße getan haben, während ich noch lebe, aber es muss noch abgeschlossen werden. Dort ist Kontrolle gefragt “, meint Eugen Doga.

Zum Vergleich kann man einige Lichtbilder sehen, die ich in diesem Sommer während meiner Reisen nach Aserbaidschan, Armenien, Tiflis und Weißrussland gemacht habe. Leider hatte ich nur ein paar Stunden für jede der Städte, die ich besuchen konnte, aber das war genug, um ihre Fußgängerstraßen vergleichen zu können. Sie selbst können den Unterschied zwischen dem, was die „proeuropäische“ Führung in Chisinau geschafft hat, und die Führung jener Städte erkennen, die tausend Kilometer von den europäischen Hauptstädten entfernt liegen.

 

 

 7. Es scheint mir, dass ein einziges Bild, das selbst im Regen aufgenommen wurde, ausreicht, um den Unterschied zu sehen. Kopfsteinpflaster gibt es nur in bestimmten Bereichen und nur als Gestaltungselement.

 

8. Sowjetskaja Straße in Brest. Oberansicht. Lichtbild gemacht von kp.ru

 

Ich wollte auch ein paar Lichtbilder aus Brest und Minsk mitbringen, die zeigen können, dass es keineswegs notwendig ist, lautstark einen pro-europäischen Entwicklungspfad zu erklären und gleichzeitig ein komfortables Lebensumfeld für die Menschen zu schaffen.

 9. In Brest werden an großen Haltestellen LED-Bildschirme mit Informationen über die Ankunft des nächstgelegenen Transportmittels und gleichzeitig mit Werbevorführung installiert.

 

 10. Solche Toiletten sind in Minsk installiert. Für die Ankunft von Menschen mit Behinderungen.

 

11. Fußgängerüberweg in Minsk. Da, wo das Wort „Werbung“ geschrieben ist, ist ein LED-Bildschirm. Rechts und links sind gewöhnliche Werbeplakate. Bitte beachten Sie, dass sich der Übergang unter einem Regenglasdach befindet.

 

 12. Abstieg zum Fußgängerübergang in Minsk für Menschen mit Behinderungen. Wie Sie sehen können, befindet sich der Schweller nur auf einer Seite und daher können Kinderwagen/Rollstühle mit unterschiedlichen Breiten zwischen den Rädern herunterfahren, und nicht wie bei uns, nur standardmäßige Kinderwagen/Rollstühle.

 

13.  Eine Fußgängerstraße in Baku.

 

 14. Ausstattung eines Fußgängerübergangs auf der Fußgängerstraße in Baku, damit es nicht überregnet.

 

 15. Eine Straße in dem alten Bezirk der Stadt Baku. Aus irgendeinem Grund ist sie mit geraden Fliesen ausgelegt, und nicht mit Pflastersteinen.

 

 16. Eine Fußgängerstraße in Jerewan.

 

 17. Trinkbrunnen in der Fußgängerstraße von Jerewan. Die ganze Touristengruppe kann sich nähern und den Durst stillen.

 

 18. Eine Fußgängerstraße im Zentrum von Tiflis.

 

19. Noch eine Fußgängerstraße für Touristen in Tiflis.

 

20. Geschäfte in der Straßenunterführung im Zentrum von Minsk in der Nähe des Bahnhofs. Klimaanlage gibt es in jedem Geschäft.

 

 

 21. Schwachsichtigenpflege in Minsk.

 

Ich möchte sagen, dass ich nicht gegen die europäische Integration und die Umsetzung europäischer Prinzipien und Werte im Leben der moldauischen Bürger bin. Republik Moldau hat keinen anderen Weg als den Aufbau einer entwickelten freiheitlichen demokratischen Gesellschaft. Und ohne den Zusammenhang mit europäischen Strukturen ist dieses Ziel unmöglich. Ich bin jedoch dagegen, dass Politiker, die erneut nach der Macht streben, sich hinter Slogans über die Annäherung an Europa verstecken und nach ihrer Wahl mit ihren Wählern in den schlimmsten Traditionen der Ostdespoten handeln.

Ich möchte auch Folgendes erwähnen, um den städtischen Raum für die Bewohner und Besucher unserer Städte angenehm zu gestalten, braucht man zwei Sachen: 1. Das zu wollen, und 2. Das machen zu können. Man soll auch seine Stadt und ihre Bewohner echt lieben.

 

#CivilSocietyCooperation