Die ersten Tage des Krieges – Erinnerungen mit Tränen

Die Kindern von Svitlana Selivanowa: Jaroslaw und Jaryna
Es ist Nacht, fast Morgen, alle schlafen noch. Drei Explosionen sind zu hören, Wasser und Strom werden kurzzeitig abgeschaltet. Was ist das? Explosionen im ganzen Land, es hat begonnen – überall berichten die sozialen Netzwerke darüber. Ich kann es nicht glauben, ich mache mich fertig, um zur Arbeit zu gehen, und sage meinem Mann, dass er bei den Kindern bleiben soll. Er sagt, es ist der Krieg. Ich kann es nicht glauben. Ein Flugzeug fliegt, das Haus bebt, ich hoffe, dass es noch eine Stunde oder zwei dauert und dann alles wieder gut ist. Bald sind es drei Jahre, und die Hoffnungen sind immer noch die gleichen – es wird alles gut, wir sagen das laut.
Mein Herz und mein Körper zittern noch immer bei der Erinnerung an die Explosionen. Die ersten Tage waren sehr angespannt – wie sollen wir die Kinder versorgen, wo können wir wohnen, denn im 15. Stock schwankt das Gebäude stark, wenn eine Rakete oder ein Flugzeug vorbeifliegt, was kommt als Nächstes, wie geht es unseren Freunden und Verwandten, wie geht es mit Arbeit und Studium weiter? Unsere Familie fand Unterschlupf in einem Privathaus, wir waren 16 Personen, die in der Nacht zusammengedrängt im Flur schliefen, weil es dort sicherer war. Wir schrieben „KINDER“ auf die Autos, für die Menschen, die aus der Stadt flohen. Am Telefon unterstützte ich psychologisch diejenigen, die Hilfe brauchten. Unser ältester Sohn war in einem anderen Stadtteil im Keller – dort waren Menschen und Tiere, alle waren dort.
Und dann kommt der Frühling, obwohl draußen noch Schnee und Eis liegen. Wir entscheiden uns, unsere Kinder und Freunde aus der Stadt zu bringen. Es ist schwer, aber notwendig. Ich habe nur wenige Sachen dabei, sogar ein Gewehr nehme ich mit, weil ich nicht weiß, was noch kommt. Auf dem Weg in den Osten des Landes versorgen die Menschen entlang der Straßen andere mit Essen, es gibt Staus, Kontrollposten, Übernachtungen auf dem Boden in Schulen und mit fremden Menschen, überall gibt es Unterstützung und Mitgefühl. Nach einigen Tagen erreichen wir eine sicherere Region. Auch hier beginnen wir, uns ehrenamtlich zu engagieren – Tarnnetze zu weben, anderen zu helfen und Hilfe für die Soldaten und Zivilisten in Charkiw zu sammeln. Dort brachte mein Mann die Hilfe mit dem Fahrrad zu den Bedürftigen.
Das Leben geht weiter… Es wird alles gut… Wir glauben daran, wir beten.
Gefördert vom Bundesamt für Auswärtige Angelegenheiten
![]()
Leave A Comment