Goldenes i-Phone für Prilepa

Foto: iloveiphone.ru

Der Zehntklässer Daniel Prilepa aus Neftejugansk wurde mit seiner Frage zum Problem der Korruption, die er innerhalb der am 15.Juni veranstalteten Life-Sendung „direkter Draht“ an den Russischen Präsidenten richtete, zum Mittelpunkt der Medien und erhielt als Geschenk für die couragierteste Frage ein „goldenes“ Luxus-i-Phone1 im Wert von über dreitausend Dollar.

Wie war es möglich, dass ein Schüler eine so heißes Eisen anpacken konnte, insbesondere nach den noch frischen Ereignissen vom 12. Juni, der Festnahme von mehr als tausend, vorwiegend jungen Menschen, die auf der Moskauer Twerskaja Straße mit Symbolen und Russlandflaggen gegen ebendieses Problem der Korruption protestierten?

Es scheint, die Antwort liegt auf der Hand: es gibt keinerlei Zufall, weder in der Frage des Daniel Prilepa, noch in der Antwort. Irgendwann, zwischen der Auflösung der friedlichen Demonstration und dem Schleusen der Menschen durch die Polizeiabsperrungen im Moskauer Zentrum, wurde da oben beschlossen, dass man in verbalen Kontakt mit der Jugend treten müsse, unter anderem mit Schülern der höheren Klassen.

Und genau in dieser Eigenschaft des Mediators fungierte der Auserkorene, der Schüler Prilepa, ein sympathischer unbedarfter Jugendlicher, der nach Moskau kam, um sein Projekt „Autonome Lade- Quatrokopter“ vorzustellen, das er im Kindertechnopark „Kvatorium“2 vorbereitet hatte.

Es gibt keinen Grund Daniel Prilepa irgendwie in Zweifel zu ziehen. Sei das goldene i-Phone ihm für seine Erfindung gegönnt, ob mit oder ohne seine Frage.

Wichtiger ist es doch darüber nachzudenken: Ist dies jetzt ein einmaliges Ereignis oder folgen weitere Schritte seitens der Regierungsbehörden, um die jungen Menschen auf ihre Seite zu ziehen?

Und wenn nun die eigens gestellte Aufgabe, die Jugend für sich zu gewinnen, schon gestellt ist, so muss die Regierung verstehen, dass es neben der Finanzierung von verschiedenen Informations-, Unterhaltungs- und Bildungsprogrammen notwendig ist, das staatliche Regierungssystem zu reformieren, das Justizwesen, realen politischen Wettbewerb zu schaffen, in dem ein Navalny nicht der Mount Everest der Opposition ist, so wie derzeit der Fall.

Ob die gegenwärtige Regierung bereit ist, für tatsächliche und nicht nur formelle Reformen, das wir die Zeit zeigen. Aber die humanistischen Kräfte sollten nicht einfach nur auf Schritte der Regierungspartei warten, sondern selbst konkrete Änderungsvorschläge für die wirkliche Umsetzung der Menschenrechte in Russland machen.

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1 Geschenk der Firma für Luxus -Smartphones „Caviar“, Sonderausgabe mit Putin-Emblem, Anmerk. der Übersetzerin 2moderne neue staatliche Einrichtung zur Förderung junger Techno-Talente, Anmerk. der Übersetzerin