Europa muss endlich entschieden auftreten – zwei Experten und eine Kriegsgegnerin über Putin-Russlands Kampf gegen die Freiheit!

Valerio Krüger
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
der Kampf für Freiheit und Frieden ist in massiver Brutalität nur einige hundert Kilometer weiter östlich von uns tägliche schmerzliche Realität für Millionen von Menschen.
Zehntausende Angehörige ukrainischer Familien kämpfen an der Front, in ukrainischen Städten werden Zivilisten von russischen Raketen und Drohnen verwundet und getötet. Während sich Putin aktuell auf die „Feierlichkeiten“ in Moskau angesichts des „Sieges über den Faschismus“ vorbereitet, sind weiterhin tausende ukrainische Zivilisten in der Hand der russischen Okkupationstruppen. In diesem Zusammenhang möchte ich auf die Vorträge der russischen Experten Igor Eidman und Lew Ponomarjow hinweisen, die Referenten unserer diesjährigen Tagung in Bonn waren.
Während der russische Soziologe Eidman den Vormarsch autoritärer Kräfte weltweit beschreibt, in welchem Russland als Vorreiter dieser Entwicklung demokratische Werte und grundlegende Rechte gezielt aushöhlt, fordert der russische Menschenrechtsverteidiger Lew Ponomarjow Europa auf, mit Entschiedenheit aufzutreten. Auch Eidman betont die kritische Rolle Europas als Verteidiger demokratischer Werte und Menschenrechte in einer Zeit, in der diese durch autoritäre Kräfte wie Putins Russland bedroht werden.
Währenddessen führen auch russische Kriegsgegner vor Gericht den Kampf für die Freiheit. Eine solche Gegnerin ist die 19-jährige Künstlerin Daria Kosyrewa. Sie wurde am 18. April 2025 wegen angeblicher „wiederholter Diskreditierung des Einsatzes der Streitkräfte der Russischen Föderation“ zu zwei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt. Daria hatte einen Abschnitt des Gedichts „Vermächtnis“ des bedeutendsten ukrainischen Nationaldichters Taras Schewtschenko an dessen Denkmal in St. Petersburg geheftet. In ihrem Schlusswort hinterließ sie eine eindringliche Solidaritätsbotschaft mit der Ukraine.
Und was machen wir? Unser Auftrag bleibt nicht beim Hören. Wir handeln, werden aktiv und setzen uns ein. So sammeln wir weiter Informationen über verschleppte ukrainische Zivilisten und setzen uns auf verschiedenen Ebenen für Ihre Freilassung ein. Verpflichtet bleiben wir auch den Menschen in Russland, die gegen den Terror des Putin-Regimes aufstehen und aufgrund dessen im Gefängnis landen oder das Land verlassen müssen.
Und natürlich können wir diese Dinge nur umsetzen, weil wir tolle Mitstreiter haben – hauptamtlich wie ehrenamtlich, hier im Land und weltweit. Ein Dankeschön daher an alle, die mit uns für Menschenrechte eintreten und die Freiheit verteidigen.
Es grüßt herzlich,
Valerio Krüger
Sprecher des Vorstands der deutschen IGFM-Sektion e.V.
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