Armenien: Stimmen der Vertreibung aus Artsakh

Die armenische Sektion der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (ISHR) präsentiert eine tief bewegende neue Broschüre, die einen lebendigen und ungefilterten Einblick in eines der tragischsten Kapitel der jüngeren armenischen Geschichte bietet: die Zwangsvertreibung der armenischen Bevölkerung aus Artsakh nach den Ereignissen vom 19. September 2023. Die Publikation wurde im Rahmen eines internationalen Projekts mit dem Titel „Training of Media Actors“ erstellt, das vom Auswärtigen Amt finanziert wurde.

Die Broschüre schildert die Erfahrungen von Frauen, die aus ihrer angestammten Heimat Artsakh vertrieben wurden, nachdem sie eine lange Blockade, einen Krieg und schließlich die Vertreibung erlebt hatten. Es handelt sich nicht um politische Erzählungen oder historische Analysen. Vielmehr handelt es sich um Berichte aus erster Hand von einfachen Menschen – Müttern, Lehrern, Töchtern, Großmüttern -, die seit Generationen in Artsach zu Hause sind.

Das Ziel des Projekts ist einfach und doch tiefgründig: die Folgen des Konflikts durch das Erzählen von Geschichten zu vermenschlichen. Jedes Interview fängt die Stimmen von Menschen ein, die den plötzlichen Verlust ihrer Heimat, das Trauma des Krieges und die Last des Überlebens bewältigen müssen. Die Geschichten sind voller Emotionen, Widerstandskraft und einer stillen Stärke, die Bände über die unverbrüchliche Verbindung zwischen Identität und Heimat spricht.

Aufgrund des sensiblen Charakters der Ereignisse wurden einige Namen geändert und Fotos auf Wunsch der Interviewpartner weggelassen. Stattdessen bieten Bilder von Städten, Dörfern und Häusern in Artsakh eine visuelle Erinnerung an das, was zurückgeblieben ist. Die Broschüre enthält auch exklusive Fotos aus den Tagen der Vertreibung – raue und eindrucksvolle Momentaufnahmen des Lebens im Transit.

Die Autoren – Bela Shikaryan, Ani Sukiasyan, Sirak Yeghiazaryan, Kolya Mkrtchyan, Ani Margaryan und Sirusho Melkonyan – haben diese Erzählungen mit viel Einfühlungsvermögen und journalistischer Integrität zusammengetragen und aufgezeichnet. Besondere Anerkennung gebührt Nare Narimanyan, deren exklusive Bilder von der Emigration den erzählten Geschichten eine visuelle Tiefe verleihen.

Diese Veröffentlichung ist eine Hommage an diejenigen, die überlebt haben, und ein Aufruf, sich nicht nur daran zu erinnern, was verloren wurde, sondern auch, wer verloren wurde. Sie ist eine Aufforderung, Zeugnis abzulegen.

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