Kirill Moriev

Kirill Moriev

Der 27-jährige Kirill Moriev aus Chrustalnyj wurde von den Besatzungsbehörden entführt, gefoltert und wegen angeblicher Spionage zu 19 Jahren Haft verurteilt. Er wird in einer Strafkolonie in der Region Luhansk festgehalten. Sein Gesundheitszustand ist kritisch.

Fakten:

Person: Ukrainischer Zivilist, illegal in der Region Luhansk inhaftiert

Geburtsdatum: 29. November 1997

Verschleppt seit: 18. August 2022

Letzter bekannter Aufenthaltsort: Stadt Chrustalnyj (Krasnyj Lutsch), Region Luhansk

Kirill Moriev stammt aus der Stadt Chrustalnyj in der Region Luhansk und arbeitete als Taxifahrer. Er war bekannt für seine offene pro-ukrainische Haltung und seine öffentliche Kritik am russischen Angriffskrieg und der Besatzung. Seine Überzeugungen brachte er sowohl im Internet als auch im Gespräch mit anderen mutig zum Ausdruck – bis ihm dies zum Verhängnis wurde.

Am 18. August 2022 wurde Kirill von Vertretern der russischen Besatzungsmacht gewaltsam festgenommen. Seine Wohnung wurde ohne rechtliche Grundlage und auf brutale Weise durchsucht. Nur aufgrund seiner offenen Meinung galt er in den Augen der Besatzer als „gefährlich“.

Kirills Eltern engagierten sofort einen Anwalt, doch dieser erhielt erst nach einem Monat Zugang zu seinem Mandanten. Zudem zeigte sich der Anwalt voreingenommen und feindselig gegenüber Kirills pro-ukrainischer Haltung. Er drängte ihn, falsche Geständnisse abzulegen – angeblich, um die Folter zu beenden.

Kurz darauf wurde Kirill von den russischen Behörden willkürlich der Spionage beschuldigt. Am 26. Januar 2023 fand eine nicht öffentliche Sitzung des sogenannten „Obersten Gerichtshofs von Luhansk“ statt. Es gab keine Zeugen, keine Verteidigung, keine Debatte. In diesem Scheinprozess wurde Kirill Moriev zu 19 Jahren Haft unter strengen Bedingungen verurteilt. Derzeit wird er in einer Strafkolonie in der Stadt Wachruschewo, Region Luhansk, festgehalten.

Während seiner Inhaftierung war Kirills Familie monatelang jeder Kontakt verboten. Erst im Juni 2024 durfte seine Frau ihn zum ersten Mal besuchen. Sie berichtete von seinem stark angeschlagenen Gesundheitszustand.

Gesundheit:

In den ersten Wochen seiner Haft wurde Kirill schwer gefoltert. Ihm wurden Drähte an Fingern, Zehen und Ohrläppchen befestigt, durch die Strom geleitet wurde. Man stülpte ihm Plastiktüten über den Kopf, würgte ihn bis zur Bewusstlosigkeit und schlug ihn mit Händen, Füßen und Gegenständen. Er wurde auch mit der Ermordung seiner Familie bedroht.

Durch diese Misshandlungen verlor Kirill 21 Kilogramm Körpergewicht (von 104 kg auf 83 kg). Seine Zähne wurden stark beschädigt, seine Skoliose verschlimmerte sich, und er leidet bis heute unter den Folgen der Folter. Die anhaltende psychische und physische Gewalt hat seine Gesundheit schwer beeinträchtigt.