Die russischen Angriffe in der kältesten Zeit des Jahres haben bei der Zivilbevölkerung in der Ukraine ihre Spuren hinterlassen.
Attacken auf die kritische Infrastruktur, worüber unsere Fernsehkanäle berichteten, beschreiben nicht annähernd die nachhaltigen Folgen, die die Zivilbevölkerung in der nächsten Zeit zu bewältigen hat.
IGFM-Mitglieder in Kyjiw berichteten auf Telegram und anderen Kanälen über ihre Verzweiflung, dass sie nicht wussten, wie sie bei 20 Grad unter Null und kälter, zudem ohne Strom und Wasser, für ihre kleinen Kinder eine warme Mahlzeit zubereiten sollten. Bei Familien mit Kleinkindern, für die es keine Windeln mehr gab, lagen die Nerven blank. Die Menschen fanden keinen Schlaf, weil sie nicht wussten, wo die nächste Drohne einschlagen würde.
Jeder Gang durch die Eiseskälte, um etwas einkaufen zu können, was es dann nicht gab, weil die Lastwagen die Läden nicht erreicht hatten, raubte ein Stück Zuversicht. Was in Kyjiw und anderen Großstädten durch Zivilkräfte und den Zusammenhalt der Bevölkerung durch Schadensbegrenzung bewältigt werden konnte, fehlte in den grenznahen Dörfern. Sie waren tagelang für Helfer nicht erreichbar.
Anton Alekseyev, Leiter die IGFM-Sektion Ukraine, berichtet, dass er und seine Unterstützer die Pakethilfe wieder aufgenommen haben. „Der März gehört in der Ukraine zu den kalten Monaten; es wird weiter Stromausfälle geben. In den Dörfern können wir mit Batterielampen Licht in die Dunkelheit bringen, mit kleinen Stromgeneratoren helfen, dass man etwas kochen kann. Durch die russischen Angriffe ist vielerorts die Versorgungskette unterbrochen, und es herrscht ein Mangel insbesondere an Hygieneartikeln, Medikamenten und medizinischen Hilfsmitteln wie Pflaster und Verbandsmaterial. Und auch das gehört zur Wahrheit: Für das gleiche Geld gibt es jetzt weniger. Aber dafür können die Armen nichts. Wir hoffen, dass Ihr uns unterstützt“, schrieb Alekseyev per Telegram. Monatlich schickt die IGFM Geld an das IGFM-Büro in Kyjiw, damit notwendige Sachen vor Ort gekauft werden können. Fleißige Helfer packen derweil in Frankfurt und anderen Orten weiter Pakete zu einem Warenwert von jeweils 30 Euro, die zu einem zentralen Lager in die Ukraine transportiert werden, von wo aus sie abgeholt und direkt zu den Empfängern gebracht werden. Bitte helfen Sie uns weiterhin.
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