IGFM schult Medienschaffende bei der Abwehr von „Fakenews“ 

Armenien Szene

In kaum einem Land war Desinformation so verbreitet wie in Armenien vor den Parlamentswahlen am 7. Juni 2026. Nach der aserbaidschanischen Militäroffensive 2023, durch die mehr als 100.000 Armenier aus Berg-Karabach vertrieben wurden, war es die erste Wahl, bei der sich die seit 2018 regierende, europa-freundliche Partei des armenischen Premierministers Nikol Paschinjan den Wählern stellen musste. Russland versuchte, die Wahl durch gezielte Desinformationskampagnen und durch Unterstützung russlandfreundlicher Kandidaten zu verhindern. Besonders hervorgetan hat sich dabei das unter dem Einfluss des Kremls stehende Netzwerk „Social Design Agency“ (SDA), das beschuldigt wird, mit Hilfe unter anderem von Schriftstellern, Übersetzern und Videoproduzenten die Bildung von Gruppen zu unterstützen, die dem russischen Diktator Wladimir Putin nahestehen und sogar moskautreue Funktionäre direkt zu platzieren, die Demokratie zu untergraben und die Unterstützung der Ukraine zu schwächen. Trotz der enormen Einflussnahme hat sich Paschinjan am Ende durchsetzen können. 

Unter dem Titel „Überwachung von Desinformationsströmen“ und finanziell gefördert durch das deutsche Auswärtige Amt unterstützt die Deutsche Sektion der IGFM in diesem Jahr ein Medienprojekt ihrer Sektion in Armenien, das sich einreiht in die seit 2015 durchgeführten Projekte in den „Ländern der Östlichen Partnerschaft“ (Armenien, Aserbaidschan, Belarus, Georgien, Moldau, Ukraine). In ihrem Bericht über das vom 18. bis 21. Juli 2026 stattgefundene Seminar schreibt Bella Schykarian, Vorsitzende der IGFM-Armenien und hauptberufliche Journalistin: 

„An diesem Seminar nahmen Journalistinnen und Journalisten, Redakteurinnen und Redakteure sowie Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft aus verschiedenen Regionen Armeniens und Jerewan teil. Wir behandelten das moderne Informationsumfeld, Desinformationsmechanismen und internationale Methoden des Faktenchecks. Unter Mitwirkung der armenischen Abteilung der Internationalen Journalistenföderation und eines Fernsehsenders zeigten wir den Teilnehmern und Teilnehmerinnen, wie sie Informationen in fundierte und faktencheckfähige Publikationen gemäß internationaler Standards umwandeln können. In der zweiten – viermonatigen – Phase des Projekts lernen die Teilnehmer und Teilnehmerinnen die Herausforderungen der Informationspolitik im Kontext hybrider Kriege kennen. In Gruppenarbeit identifizieren sie öffentlich kursierende Gerüchte, führen Faktenchecks durch und erstellen mit der Unterstützung von Mentorinnen und Mentoren eigene Faktencheck-Publikationen und üben ihre Rolle als Journalisten im Kampf gegen Desinformation anhand der Simulation realer Fallbeispiele. Wir danken der IGFM und dem Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland nochmals herzlich für ihr Vertrauen, ihre kontinuierliche Unterstützung und die fruchtbare Zusammenarbeit.“ 

Die Förderung solcher Projekte bedeutet, Menschenrechtsarbeit zu ermöglichen und Desinformation zurückzudrängen. Um das Ziel des Projekts auch nach seinem Ende in Eigenregie fortführen zu können, erbitten wir Ihre Unterstützung.