Südossetische Sicherheitskräfte, haben im Bereich der Grenzlinie zu der selbsternannten Republik Südossetien eine 37-jährige Anwohnerin festgenommen

Am 29. September 2018, haben im Bereich der Grenzlinie zu der selbsternannten Republik Südossetien die 37jährige Anwohnerin Maya Otiaschwili, festgenommen.

Die Entführung der 37-jährigen georgischen Staatsbürgerin Maya Otinaschwili an der Grenzlinie zur selbsternannten Republik Südossetien löste eine breite Resonanz aus. Während sich die Inhaftierte im Untersuchungsgefängnis von Zchinwali befindet, erklärt das offizielle Tiflis, dass alle internationalen Hebel benutzt werden, um sie freizulassen. Die Regierungspartei behauptet gleichzeitig: Otinashvili erlitt mit hoher Wahrscheinlichkeit körperliche Gewaltanwendung.
Die nächsten 10 Tage wird die georgische Staatsbürgerin in Untersuchungshaft in Zchinwali verbringen müssen. Das Gericht der selbsternannten Republik, in dem Maya Otinashvili von den südossetischen Sicherheitskräften in der Nähe des Dorfes Khurvaleti festgehalten wurde, verordnete Untersuchungshaft wegen Verstoßes gegen die sogenannte Grenze. Dies wurde vom Staatssicherheitsdienst Georgiens mit Bezug auf die Informationen mitgeteilt, die sie über die Hotline von Vertretern der so genannten Staatsanwälte in Zchinwali erhielten. Zuvor wurde bestätigt, dass Otinashvili zwei Monate in der Untersuchungshaft verbringen würde. Der Vater der Inhaftierten, Levan Otinaschwili, behauptet, seine Tochter sei aus dem von den georgischen Behörden kontrollierten Gebiet entführt worden, weil sie in diesem Moment ihre Eltern besuchte:
Sie ging in den Garten, um Nüsse zu sammeln. Dann erschienen zwei maskierte Männer, packten sie und nahmen sie mit. Wir wussten dann nicht einmal wohin sie sie gebracht hatten, dann kontaktierten sie uns. Nachbarn sahen wie sie sie gepackt hatten. Sie ist jetzt in Zchinwali in Untersuchungshaft. Wir wissen nichts weiter. Wir gehen nicht auf die andere Seite. Sie (südossetische Sicherheitskräfte) sind hier rüber gekommen – hier gibt es ein kleines verlassenes Gebäude, dort haben sich sich versteckt.”

Der Vorsitzende der parlamentarischen Mehrheit Georgiens, Archil Talakwadse, sagte, dass die Frau nach seinen Informationen körperlicher Gewalt ausgesetzt wurde.
„Es ist sehr wahrscheinlich, dass Maya Otinashvili misshandelt und geschlagen wurde. In diesem Zusammenhang fordern wir die Beobachtungsmission sowie unabhängige Beobachter auf, diese Informationen zu überprüfen und ihre Sicherheit zu gewährleisten. Wir ergreifen Maßnahmen, um sicherzustellen, dass alle internationalen Organisationen, unsere Partner, auf diese alarmierende Tatsache reagieren. Wie Sie sehen können, setzt das Besatzungsregime die Entführung unserer Bürger fort. Dies ist eine sehr ernste Verletzung der Menschenrechte, für die die Russische Föderation verantwortlich ist. ”

Offiziell wird die Information über die Anwendung von Gewalt an Maya Otinashvili nicht bestätigt. Aber die georgische Premierministerin Mamuka Bakhtadze wies den Außenminister an, alle internationalen Organisationen zu informieren. Wenig später berichtete der georgische Außenminister David Zalkaliani über die diplomatische Arbeit:
“Wir sind in Kommunikation mit der EU-Mission und den Co-Vorsitzenden der Genfer-Gespräche. Diese Frage wird bei der nächsten Runde in Genf, die für nächste Woche geplant ist, sehr aktiv diskutiert werden. ”

Das Büro der Öffentlichen Verteidigung Georgien reagierte auf die Tatsache der Inhaftierung von Maya Otinashvili durch das russische Militär:
“Am Morgen des 29. September 2018 wurde Maja Otinaschwili, eine Bürgerin Georgiens, Mutter dreier minderjähriger Kinder, aus ihrem eigenen Garten in Richtung des besetzten Gebiets im Dorf Khurvaleti der Gemeinde Gori entführt. Nach Informationen, die von den Zeugen des öffentlichen Verteidigers übermittelt wurden, geschah die Entführung der Bürgerin durch bewaffnete maskierte Männer aus einem von Georgien kontrollierten Gebiet, etwa 50 Meter vom Stacheldraht entfernt. Nach deren Information verurteilte das De-facto-Gericht am 2. Oktober Maja Otinashvili zu einer zweimonatigen Untersuchungshaft für den sogenannten “illegalen Grenzübergang”. Uns sind neue Umstände im Zusammenhang mit Maja Otinashvili bekannt geworden, die auf der besetzten Seite festgenommen wurde. Gemäß der Familie wird die Inhaftierte geschlagen. Ihren Angaben zufolge kam es zu Schlägen an der russischen Polizeistation in Kindzmani. Trotz der Tatsache, dass die Inhaftierte einen Anwalt hat, durfte er Maja Otinashvili nicht besuchen. Laut Angaben der Familie hat kein unabhängiger Beobachter die Inhaftierte besucht, was seinen Verdacht noch verstärkt hat. Der Häftling wird auch ´beschuldigt´, Bürgern zu helfen, ´illegal die Grenze zu überschreiten´, im Gegenzug für einen Betrag “, sagte der Nino Lomjaria, der öffentliche Verteidiger Georgiens, in einer Erklärung.
In der Zwischenzeit lässt Ketewan Tsihelaschwili, der Staatsminister für Versöhnung und bürgerliche Gleichheit in Georgien, verlauten, dass die georgischen Behörden alles tun, um Otinaschwili zu befreien:

“Nach den neuesten Informationen der Hotline ist ihr Gesundheitszustand befriedigend. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz ist eingebunden und steht in Kontakt mit den Familienangehörigen der Entführten. Auch ist eine sogenannte Verfahrensprüfung für die nächsten beiden Tage anberaumt, die im Falle einer rechtswidrigen Inhaftierung durchgeführt werden. Wir sind an einer schnellen Freigabe interessiert und stehen in Kontakt”.

Wir erinnern daran, dass die 37-jährige Frau am schon am 29. September verhaftet wurde. Der KGB der selbsternannten Republik beschuldigte sie der “rechtswidrigen Grenzverletzung”. Nach der Version der De-facto-Beörde half Otinashvili für eine lange Zeit gegen Entgeld den Anwohnern, die Grenze zu überschreiten. Ketevan Tsihelashvili nannte diese Version nicht stichhaltig:
“Natürlich kann man über keinerlei Anklage sprechen, wenn eine Person tatsächlich in ihrem eigenen Haus eingesperrt ist. Wenn wir davon sprechen, dass Osseten und Georgier daran interessiert sind, sich in beide Richtungen zu bewegen, und durch künstliche Stacheldrähte unterbunden wird, dann zeugt das klar von dem Charakter des Regimes und davon mit wem wir es hier zu tun haben.“
Die Tatsache, dass Otinashvili angeblich Menschen über die Trennungslinie hinweg transportiert hat, wird auch auf der anderen Seite des Stacheldrahts bezweifelt. Laut Beobachtern ähnelt die Version, dass die Mutter von drei Kindern in Gori, -und nicht aus Khurvaleti, wie in der Erklärung des Südossetischen KGB behauptet-, mit dem Transport von Menschen über die künstliche Grenzlinie beschäftigt sei, einem Versuch der Sicherheitskräfte der selbsternannten Republik, ihre eigene Leistungsbilanz zu steigern. Bewohner von Dörfern in der Nähe der Trennlinie behaupten: Für jeden Gefangenen erhalten die Sicherheitsbeamten Boni und die Entführung ist ein lukratives Geschäft für südossetische Grenzsoldaten und das russische Militär geworden.