{"id":78053,"date":"2026-09-17T08:56:10","date_gmt":"2026-09-17T06:56:10","guid":{"rendered":"https:\/\/humanrights-online.org\/from-fake-quotes-to-fake-sources-a-russian-networks-attempt-to-have-its-own-wikipedia-for-armenia\/"},"modified":"2026-09-29T10:06:22","modified_gmt":"2026-09-29T08:06:22","slug":"von-gefaelschten-zitaten-bis-hin-zu-gefaelschten-quellen-der-versuch-eines-russischen-netzwerks-eine-eigene-wikipedia-fuer-armenien-zu-schaffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/humanrights-online.org\/de\/von-gefaelschten-zitaten-bis-hin-zu-gefaelschten-quellen-der-versuch-eines-russischen-netzwerks-eine-eigene-wikipedia-fuer-armenien-zu-schaffen\/","title":{"rendered":"Von gef\u00e4lschten Zitaten bis hin zu gef\u00e4lschten Quellen: Der Versuch eines russischen Netzwerks, eine eigene Wikipedia f\u00fcr Armenien zu schaffen"},"content":{"rendered":"<h1>Von gef\u00e4lschten Zitaten bis hin zu gef\u00e4lschten Quellen: Der Versuch eines russischen Netzwerks, eine eigene Wikipedia f\u00fcr Armenien zu schaffen<\/h1>\n<p><span dir=\"auto\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-78043\" src=\"https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/arm_face.jpg\" alt=\"Arm face\" width=\"450\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/arm_face-200x133.jpg 200w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/arm_face-300x200.jpg 300w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/arm_face-400x267.jpg 400w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/arm_face-600x400.jpg 600w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/arm_face-768x512.jpg 768w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/arm_face-800x533.jpg 800w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/arm_face.jpg 900w\" sizes=\"(max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><\/span><\/p>\n<p data-path-to-node=\"3\">Im April 2026, nur zwei Monate vor den Parlamentswahlen in Armenien, entwickelte die russische Organisation <i data-path-to-node=\"3\" data-index-in-node=\"124\">Social Design Agency<\/i> (SDA) einen Klon der Online-Enzyklop\u00e4die Wikipedia. Das Ziel des Portals, das neue Seiten automatisch erstellen sollte, beschr\u00e4nkte sich jedoch nicht darauf, menschliche Leser zu erreichen: Nach Recherchen der Nachrichtenagentur <a href=\"https:\/\/www.insurancejournal.com\/news\/international\/2026\/06\/24\/875002.htm\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Bloomberg<\/a> sollte das System gezielt die Suchalgorithmen von Google sowie Modelle k\u00fcnstlicher Intelligenz (KI) beeinflussen, die das Internet nach Informationen durchsuchen.<\/p>\n<p data-path-to-node=\"4\">Die Enth\u00fcllungen basieren auf einem <a href=\"https:\/\/www.insurancejournal.com\/news\/international\/2026\/06\/24\/875002.htm\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Bloomberg-Investigativbericht<\/a> vom 24. Juni 2026, der sich auf 73 geleakte SDA-Dokumente st\u00fctzt. Einige dieser Unterlagen wurden bereits zuvor von der armenischen Faktencheck-Plattform <a href=\"https:\/\/fip.am\/en\/48768\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><i data-path-to-node=\"4\" data-index-in-node=\"220\">Fact Investigation Platform<\/i><\/a> offengelegt. Die Dokumente belegen, dass das Projekt in Armenien Teil einer weitaus umfangreicheren Informationsoperation der SDA war.<\/p>\n<p data-path-to-node=\"5\">Der Fall verdeutlicht einen Paradigmenwechsel in der Desinformation: Um Falschinformationen zu verbreiten, m\u00fcssen Zielpersonen nicht mehr direkt angesprochen werden. Stattdessen wird versucht, die Quellensysteme zu manipulieren, aus denen Menschen oder KI-Systeme ihre Informationen beziehen. Ziel ist nicht nur der aktuelle Leser, sondern das gesamte Informationsangebot der Zukunft.<\/p>\n<h2 data-path-to-node=\"7\">Das Konzept: Eine sich selbst f\u00fcllende Wissensdatenbank<\/h2>\n<p data-path-to-node=\"8\">In einem SDA-Dokument vom 14. April wurde das Projekt f\u00fcr Armenien als <a href=\"https:\/\/theins.press\/en\/inv\/293081\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">\u201eselbstbef\u00fcllende Wissensdatenbank\u201c<\/a> beschrieben. Die Plattform sollte strukturell wie Wikipedia aufgebaut sein und sich fortlaufend mit neuen Artikeln aktualisieren.<\/p>\n<p data-path-to-node=\"9\">Die Strategie dahinter war simpel: Es sollten Inhalte geschaffen werden, die wie gew\u00f6hnliche Nachschlagewerke wirken, gleichzeitig aber in den Suchergebnissen weit oben platziert und von Data-Scraping-Systemen leicht erfassbar sind.<\/p>\n<p data-path-to-node=\"10\">Laut <a href=\"https:\/\/www.insurancejournal.com\/news\/international\/2026\/06\/24\/875002.htm\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Bloomberg<\/a> beschrieb das Projektdokument eine konkrete Methode: Die Website sollte kontinuierlich analysieren, welche Artikel am h\u00e4ufigsten gesucht oder gelesen werden, um auf diesen Seiten gezielt relevante Inhalte, Links und Infoboxen zu platzieren. Statt rein auf Masse zu setzen, sollten die Falschinformationen zielgerichtet dort verankert werden, wo die Wahrscheinlichkeit eines Nutzerzugriffs am h\u00f6chsten war.<\/p>\n<p data-path-to-node=\"11\">Die Projektplaner rechneten mit konkreten Kennzahlen: In den ersten drei Monaten sollte die Website rund <a href=\"https:\/\/theins.press\/en\/inv\/293081\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">5.000<\/a> Besucher pro Tag verzeichnen, gefolgt von einem monatlichen Publikumszuwachs von 30 Prozent. Wenngleich diese Zahlen keine Garantie f\u00fcr den tats\u00e4chlichen Erfolg darstellen, verdeutlichen sie die Dimension des Vorhabens.<\/p>\n<h2 data-path-to-node=\"13\">Testfeld Deutschland: \u00dcber 200.000 kompromittierte Seiten<\/h2>\n<p data-path-to-node=\"14\">Armenien war f\u00fcr die SDA kein Pr\u00e4zedenzfall. Eine vergleichbare \u201eWissensdatenbank\u201c wurde zuvor bereits f\u00fcr Deutschland betrieben. Nach internen <a href=\"https:\/\/theins.press\/en\/inv\/293081\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">SDA-Unterlagen umfasst<\/a>e dieses System Anfang 2026 bereits mehr als 200.000 Seiten. Um die Sichtbarkeit in Suchmaschinen dauerhaft aufrechtzuerhalten, sollte die Datenbank kontinuierlich aktualisiert werden.<\/p>\n<p data-path-to-node=\"15\">Ein zentrales Ziel bestand auch hier darin, die Inhalte in Trainingsdaten f\u00fcr KI-Systeme einzuspeisen. In den Dokumenten wird unter anderem das \u00dcberarbeiten von <a href=\"https:\/\/theins.press\/en\/inv\/293081\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">500 Artikeln<\/a> pro Monat sowie das Training des Materials auf sechs verschiedenen KI-Plattformen explizit erw\u00e4hnt.<\/p>\n<p data-path-to-node=\"16\">Diese Parallelen belegen, dass das Armenia-Projekt keine isolierte Einzelinitiative war, sondern die \u00dcbertragung einer bereits in Deutschland erprobten Methode auf ein weiteres Land. Ge\u00e4ndert wurden lediglich das Zielgebiet und die lokalen Inhalte; die Methodik \u2013 die Schaffung scheinbar seri\u00f6ser Quellen zur Infiltration von Suchmaschinen und KI-Systemen \u2013 blieb identisch.<\/p>\n<h2 data-path-to-node=\"18\">Die Rechercheergebnisse von Bloomberg<\/h2>\n<p data-path-to-node=\"19\">Journalisten von Bloomberg \u00fcberpr\u00fcften die Leaks auf ihre praktische Umsetzung. Mithilfe historischer Domain-Registrierungsdaten identifizierten sie drei <a href=\"https:\/\/www.insurancejournal.com\/news\/international\/2026\/06\/24\/875002.htm\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Websites<\/a>: <code data-path-to-node=\"19\" data-index-in-node=\"164\">spyurk.cyou<\/code>, <code data-path-to-node=\"19\" data-index-in-node=\"177\">sevan.info<\/code> und <code data-path-to-node=\"19\" data-index-in-node=\"192\">khachkar.info<\/code>. Alle drei wurden im Januar 2026 registriert und unter derselben russischen IP-Adresse gehostet. Die Inhalte wiesen einen Bezug zu Armenien auf und waren gr\u00f6\u00dftenteils direkt aus der russischsprachigen Wikipedia kopiert.<\/p>\n<p data-path-to-node=\"20\">Die Seiten waren jedoch nicht f\u00fcr menschliche Besucher optimiert, sondern leiteten diese automatisch auf andere Angebote weiter. Die Prim\u00e4rfunktion bestand nach Analyse von <a href=\"https:\/\/www.insurancejournal.com\/news\/international\/2026\/06\/24\/875002.htm\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Bloomberg<\/a> darin, Inhalte bereitzustellen, die von den Bots der Suchmaschinen erfasst werden k\u00f6nnen \u2013 jenen Systemen, die das Web durchsuchen, um Suchergebnisse und KI-Modelle mit Daten zu speisen.<\/p>\n<p data-path-to-node=\"21\">Um die russische Herkunft zu verschleiern, sollte die <a href=\"https:\/\/www.insurancejournal.com\/news\/international\/2026\/06\/24\/875002.htm\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Website<\/a> laut Projektdokumenten in der T\u00fcrkei gehostet werden. Tats\u00e4chlich wurde <code data-path-to-node=\"21\" data-index-in-node=\"134\">spyurk.cyou<\/code> von einem in Delaware registrierten Unternehmen mit einer Niederlassung in der T\u00fcrkei betrieben. Am 9. Juni wurden alle drei Websites vom Hosting-Anbieter ohne \u00f6ffentliche Begr\u00fcndung abgeschaltet.<\/p>\n<p data-path-to-node=\"22\">Die Infrastruktur reichte jedoch weit \u00fcber diese drei Dom\u00e4nen hinaus. Bloomberg deckte ein gr\u00f6\u00dferes <a href=\"https:\/\/www.insurancejournal.com\/news\/international\/2026\/06\/24\/875002.htm\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Netzwerk<\/a> auf, darunter die Seite <code data-path-to-node=\"22\" data-index-in-node=\"133\">erevan.one<\/code> sowie weitere Portale der <i data-path-to-node=\"22\" data-index-in-node=\"170\">SNG-Media-Gruppe<\/i>, die mit der SDA kooperiert. Im Gegensatz zu den drei gestoppten Websites befanden sich diese Server in Russland und wiesen Verbindungen zur russischen Telekommunikationsbeh\u00f6rde Roskomnadzor auf. Sie blieben auch nach dem 9. Juni erreichbar.<\/p>\n<p data-path-to-node=\"23\"><b data-path-to-node=\"23\" data-index-in-node=\"0\">Wichtige Einschr\u00e4nkung:<\/b> Bloomberg betonte, dass zwischen der beabsichtigten Wirkung laut Dokumenten und dem tats\u00e4chlichen Ergebnis unterschieden werden muss. Es konnte nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden, dass die manipulierten Inhalte tats\u00e4chlich in den Trainingsdaten gro\u00dfer KI-Unternehmen landeten oder Suchergebnisse ma\u00dfgeblich beeinflussten. Best\u00e4tigt ist die Absicht sowie die Existenz der <a href=\"https:\/\/aiweekly.co\/alerts\/russias-project-2026-targets-ai-and-search-leaked-files-show\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Infrastruktur<\/a> \u2013 der reale Wirkungsgrad bleibt unklar.<\/p>\n<h2 data-path-to-node=\"25\">Neue Taktik: Algorithmen statt Social-Media-Trolle<\/h2>\n<p data-path-to-node=\"26\">Der Fall markiert einen Wandel in den Methoden digitaler Einflussnahme:<\/p>\n<div class=\"code-block ng-tns-c3189587077-15 ng-animate-disabled ng-trigger ng-trigger-codeBlockRevealAnimation\" data-hveid=\"0\" data-ved=\"0CAAQhtANahcKEwi-_JuXnZOXAxUAAAAAHQAAAAAQbw\">\n<div class=\"formatted-code-block-internal-container ng-tns-c3189587077-15\">\n<div class=\"animated-opacity ng-tns-c3189587077-15\">\n<pre class=\"ng-tns-c3189587077-15\"><code class=\"code-container formatted ng-tns-c3189587077-15 no-decoration-radius\" role=\"text\" data-test-id=\"code-content\">[ Klassisches Trolling ]             [ Datenstrom-Infiltration ]\r\nZiel: Menschlicher Nutzer            Ziel: Algorithmen &amp; KI-Modelle\r\nMittel: Fake-Profil \/ Kommentar      Mittel: Manipulierte Wissensdatenbanken\r\nKonter: Direktes Widerlegen          Konter: Extrem schwierig (Blackbox-Problem)\r\n<\/code><\/pre>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p data-path-to-node=\"28\">Beim klassischen Trolling erfolgt die Wirkung unmittelbar \u00fcber Fake-Profile oder Kommentare. Das Ziel ist eine konkrete Person, und die Falschinformation kann auf derselben Plattform korrigiert werden.<\/p>\n<p data-path-to-node=\"29\">Bei der Infiltration von Datenstr\u00f6men verlagert sich das Angriffsziel: Es geht nicht mehr prim\u00e4r um den direkten Kontakt zum Leser, sondern um die Beeinflussung der Suchmaschinen und Sprachmodelle. <a href=\"https:\/\/www.insurancejournal.com\/news\/international\/2026\/06\/24\/875002.htm\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Ekaterina Sedova<\/a>, Forscherin am <i data-path-to-node=\"29\" data-index-in-node=\"230\">Atlantic Council<\/i>, bezeichnet diese Taktik als den Versuch, Suchmaschinen mit k\u00fcnstlich erzeugten, untereinander verlinkten Inhalten zu \u00fcberfluten. Die Algorithmen stufen die mehrfache Wiederholung f\u00e4lschlicherweise als Signal f\u00fcr Relevanz und Glaubw\u00fcrdigkeit ein.<\/p>\n<p data-path-to-node=\"30\">W\u00e4hrend ein Fake-Beitrag in den sozialen Medien gemeldet und widerlegt werden kann, bleibt die Ursprungsquelle innerhalb der Trainingsdaten eines KI-Sprachmodells f\u00fcr den Endnutzer meist im Verborgenen. Wer eine Antwort von einem Chatbot erh\u00e4lt, kann in der Regel nicht nachvollziehen, aus welcher konkreten Quelle die Behauptung stammt.<\/p>\n<p data-path-to-node=\"31\"><a href=\"https:\/\/www.insurancejournal.com\/news\/international\/2026\/06\/24\/875002.htm\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Sedova<\/a> weist zudem auf die Anf\u00e4lligkeit von Sprachen mit kleinerer Datenbasis wie Armenisch hin. W\u00e4hrend f\u00fcr die englische Sprache umfangreiche Ressourcen und Fachkr\u00e4fte zur Erkennung solcher Manipulationen zur Verf\u00fcgung stehen, erschwert der Mangel an Daten und Spezialisten bei kleineren Sprachr\u00e4umen die Identifikation gef\u00e4lschter Inhalte erheblich. Da das Gesamtaufkommen an armenischsprachigen Online-Inhalten gering ist, kann bereits eine vergleichsweise kleine Menge k\u00fcnstlich erzeugten Materials einen \u00fcberproportional gro\u00dfen Platz in den verf\u00fcgbaren Daten einnehmen.<\/p>\n<h2 data-path-to-node=\"33\">Fazit: Die Methode bleibt eine Bedrohung<\/h2>\n<p data-path-to-node=\"34\">Jacob Rogers, Rechtsberater der <i data-path-to-node=\"34\" data-index-in-node=\"32\">Wikimedia Foundation<\/i>, \u00e4u\u00dferte sich skeptisch gegen\u00fcber Versuchen dieser Art. Ohne eine gro\u00dfe und aktive Gemeinschaft von Editoren seien solche Klone langfristig kaum lebensf\u00e4hig: <a href=\"https:\/\/www.insurancejournal.com\/news\/international\/2026\/06\/24\/875002.htm\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">\u201eWir sehen \u00fcberhaupt nicht, dass solche Klone auf Dauer Erfolg haben. Sie k\u00f6nnen Wikipedia-Inhalte eine Zeit lang reproduzieren, aber sie k\u00f6nnen sie nicht regelm\u00e4\u00dfig aktualisieren.<\/a>\u201c<\/p>\n<p data-path-to-node=\"35\">Dies zeigte sich auch in Armenien: Die drei von Bloomberg identifizierten Websites \u00fcberlebten nur wenige Monate, bevor sie vom Hoster abgeschaltet wurden.<\/p>\n<p data-path-to-node=\"36\">Dennoch bedeutet die Schlie\u00dfung einzelner Portale nicht das Ende dieser Einflusstaktik. Das Weiterbestehen anderer Seiten desselben Netzwerks sowie die Existenz der gro\u00dfangelegten Kampagne in Deutschland belegen, dass es sich um eine langfristig angelegte Strategie handelt. Ziel ist nicht die kurzfristige Falschmeldung, sondern die systematische Verzerrung der Informationsbeschaffung durch k\u00fcnstlich generierte Inhalte.<\/p>\n<p data-path-to-node=\"37\">Der Fall Armenien ist daher weniger als gescheitertes Einzelexperiment zu werten, sondern als Blaupause f\u00fcr k\u00fcnftige, technisch ausgereiftere Operationen. Die L\u00f6schung einzelner Websites beseitigt zwar Teile der aktuellen Infrastruktur, unterbindet jedoch nicht das zugrundeliegende Prinzip der KI- und Algorithmen-Manipulation.<\/p>\n<p><strong><span dir=\"auto\">Hripsime Hovhannisyan<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Das Material wurde im Rahmen des Projekts zur \u00dcberwachung von Desinformationsstr\u00f6men erstellt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-965 td-animation-stack-type0-2 td-animation-stack-type0-1\" src=\"https:\/\/ishrarmenia.am\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/logo_opr_amt.png\" alt=\"\" width=\"201\" height=\"125\" \/><\/p>\n<p><span dir=\"auto\">#CivilSocietyCooperation #ishrarmenia #ishrfactcheck<\/span><\/p>\n<p>Das Projekt wird mit finanzieller Unterst\u00fctzung des Ausw\u00e4rtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland durchgef\u00fchrt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von gef\u00e4lschten Zitaten bis hin zu gef\u00e4lschten Quellen: Der Versuch eines russischen Netzwerks, eine eigene Wikipedia f\u00fcr Armenien zu schaffen Im April 2026, nur zwei Monate vor den Parlamentswahlen in Armenien, entwickelte die russische Organisation Social Design Agency (SDA) einen Klon der Online-Enzyklop\u00e4die Wikipedia. Das Ziel des Portals, das neue Seiten automatisch erstellen sollte, beschr\u00e4nkte sich jedoch nicht darauf, menschliche Leser zu erreichen: Nach Recherchen der Nachrichtenagentur Bloomberg sollte das System gezielt die Suchalgorithmen von Google sowie Modelle k\u00fcnstlicher Intelligenz (KI) beeinflussen, <a href=\"https:\/\/humanrights-online.org\/de\/von-gefaelschten-zitaten-bis-hin-zu-gefaelschten-quellen-der-versuch-eines-russischen-netzwerks-eine-eigene-wikipedia-fuer-armenien-zu-schaffen\/\"> [&#8230;]<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":113,"featured_media":78048,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"slim_seo":{"title":"Von gef\u00e4lschten Zitaten bis hin zu gef\u00e4lschten Quellen: Der Versuch eines russischen Netzwerks, eine eigene Wikipedia f\u00fcr Armenien zu schaffen - Menschenrechte Osteuropa - News &amp; Konflikte","description":"Von gef\u00e4lschten Zitaten bis hin zu gef\u00e4lschten Quellen: Der Versuch eines russischen Netzwerks, eine eigene Wikipedia f\u00fcr Armenien zu schaffen Im April 2026, nu"},"_slim_seo_primary_term_category":220,"_slim_seo_primary_term_post_tag":0,"footnotes":""},"categories":[74,30,472],"tags":[852,1382],"class_list":["post-78053","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-armenien-cat","category-blog-news","category-country-armenia-3","tag-civilsocietycooperation-de","tag-oepr-armenia-2026"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/humanrights-online.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/78053","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/humanrights-online.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/humanrights-online.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/humanrights-online.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/113"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/humanrights-online.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=78053"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/humanrights-online.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/78053\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":78099,"href":"https:\/\/humanrights-online.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/78053\/revisions\/78099"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/humanrights-online.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/78048"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/humanrights-online.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=78053"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/humanrights-online.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=78053"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/humanrights-online.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=78053"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}