{"id":76639,"date":"2026-07-15T12:30:39","date_gmt":"2026-07-15T10:30:39","guid":{"rendered":"https:\/\/humanrights-online.org\/?p=76639"},"modified":"2026-07-15T12:32:57","modified_gmt":"2026-07-15T10:32:57","slug":"europa-in-verantwortung-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/humanrights-online.org\/de\/europa-in-verantwortung-2\/","title":{"rendered":"Europa in Verantwortung"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_76640\" style=\"width: 1930px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-76640\" class=\"wp-image-76640 size-full\" src=\"https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Europa-in-Verantwortung.png\" alt=\"Europa in Verantwortung\" width=\"1920\" height=\"460\" srcset=\"https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Europa-in-Verantwortung-31x7.png 31w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Europa-in-Verantwortung-200x48.png 200w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Europa-in-Verantwortung-400x96.png 400w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Europa-in-Verantwortung-405x97.png 405w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Europa-in-Verantwortung-600x144.png 600w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Europa-in-Verantwortung-768x184.png 768w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Europa-in-Verantwortung-800x192.png 800w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Europa-in-Verantwortung-1024x245.png 1024w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Europa-in-Verantwortung-1200x288.png 1200w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Europa-in-Verantwortung-1536x368.png 1536w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Europa-in-Verantwortung.png 1920w\" sizes=\"(max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><p id=\"caption-attachment-76640\" class=\"wp-caption-text\">Von links nach rechts: Heinz Thoma, kultur- und sozialpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Eschweiler; Kateryna Kravchenko und Lina Shreim vom Blau-Gelben Kreuz; Valerio Kr\u00fcger von der IGFM; die Musikerin Olga Hryhoruk; Andrea Wolff, Pr\u00e4sidentin des Europavereins GPB; Artem Kryvulia von der IGFM; sowie der Musiker Oleksii.<\/p><\/div>\n<h1>Europa in Verantwortung:<\/h1>\n<p><strong>Menschenrechtsverletzungen in der Ukraine sichtbar machen<\/strong><br \/>\n<strong>Bei einer Veranstaltung am 7. Juli 2026 in Eschweiler informierten die Internationale Gesellschaft f\u00fcr Menschenrechte (IGFM), der Europaverein GPB und das Blau-Gelbe Kreuz \u00fcber schwere Menschenrechtsverletzungen in frontnahen und besetzten Gebieten der Ukraine. Im Mittelpunkt standen gezielte Drohnenangriffe auf Zivilisten in Cherson sowie die Verschleppung ukrainischer Zivilisten durch russische Besatzungskr\u00e4fte.<\/strong><\/p>\n<p>Unter dem Titel <strong>\u201eEuropa in Verantwortung\u201c<\/strong> kamen am 7. Juli zahlreiche Interessierte im Kirschenhof \u2013 Haus der Geschichte in Eschweiler zusammen. Die Veranstaltung ging der Frage nach, was Europa tun kann, um Menschenrechtsverletzungen in frontnahen und besetzten Gebieten der Ukraine wirksam entgegenzutreten.<\/p>\n<p>Er\u00f6ffnet wurde der Abend durch Andrea Wolff, Pr\u00e4sidentin des Europavereins GPB e. V., sowie Heinz Thoma, kultur- und sozialpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Eschweiler. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von Olga Hryhoruk, die Moderation \u00fcbernahm Lina Shreim.<\/p>\n<h3>\u201eHuman Safari\u201c in Cherson<\/h3>\n<p>Dr. Kateryna Kravchenko vom Blau-Gelben Kreuz berichtete \u00fcber die sogenannte \u201eHuman Safari\u201c in Cherson. Mit Sprengstoff best\u00fcckte Drohnen verfolgen dort gezielt Fu\u00dfg\u00e4nger, Radfahrer, Rettungskr\u00e4fte sowie Fahrzeuge mit Zivilisten. Die Angriffe werden von den T\u00e4tern gefilmt und teilweise selbst ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>Diese Form des Terrors zeigt, mit welcher Brutalit\u00e4t und Menschenverachtung russische Streitkr\u00e4fte gegen die ukrainische Zivilbev\u00f6lkerung vorgehen. Sie macht zugleich deutlich, warum internationale Aufmerksamkeit und konsequenter politischer Druck weiterhin notwendig sind.<\/p>\n<h3>Verschleppte ukrainische Zivilisten<\/h3>\n<p>Artem Kryvulia stellte f\u00fcr die IGFM das Schicksal verschleppter ukrainischer Zivilisten vor. Im Zentrum seines Beitrags stand der Fall von <a href=\"https:\/\/www.igfm.de\/serhii-sergeev\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Serhii Sergeev<\/a>, einem Mechaniker aus der Region Charkiw.<\/p>\n<p>Sergeev wurde am 3. M\u00e4rz 2022 von russischen Soldaten geschlagen und gewaltsam verschleppt. Seine Familie erhielt anschlie\u00dfend widerspr\u00fcchliche Aussagen \u00fcber seinen Aufenthaltsort. Seit mehr als vier Jahren gibt es keine verl\u00e4sslichen Informationen \u00fcber seinen Gesundheitszustand oder dar\u00fcber, ob er noch am Leben ist.<\/p>\n<p>Sein Fall steht beispielhaft f\u00fcr ein gr\u00f6\u00dferes Muster: Zivilisten werden aus ihren H\u00e4usern, von Arbeitspl\u00e4tzen oder an Kontrollpunkten mitgenommen, von ihren Familien isoliert, zwischen verschiedenen Haftorten verlegt und teilweise nach Russland transportiert. H\u00e4ufig bestreiten die zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden sp\u00e4ter vollst\u00e4ndig, die betroffene Person festzuhalten.<\/p>\n<blockquote><p>\u201eHinter jeder Zahl steht ein Mensch. Und hinter jedem Menschen wartet eine Familie auf Antworten\u201c, betonte Kryvulia.<\/p><\/blockquote>\n<p>F\u00fcr Artem Kryvulia war der Vortrag zugleich seine erste \u00f6ffentliche Rede auf Deutsch. Gemeinsam mit IGFM-Vorstandssprecher Valerio Kr\u00fcger vertrat er die Menschenrechtsorganisation bei der Veranstaltung.<\/p>\n<p>Interaktive Ausstellung gibt Betroffenen eine Stimme<br \/>\nBegleitend zur Veranstaltung pr\u00e4sentierte die IGFM eine interaktive Ausstellung \u00fcber verschleppte ukrainische Zivilisten.<\/p>\n<p>Die Besucherinnen und Besucher konnten QR-Codes auf den Portr\u00e4ts scannen und die Geschichten der Betroffenen als pers\u00f6nliche Audioerz\u00e4hlungen in der Ich-Perspektive anh\u00f6ren. Dadurch wurden aus abstrakten Zahlen individuelle Lebensgeschichten \u2013 von Menschen mit Familien, Berufen, Hoffnungen und einem Leben, das durch die Verschleppung gewaltsam unterbrochen wurde.<\/p>\n<p>Eine dieser Geschichten ist die von <a href=\"https:\/\/www.igfm.de\/natalia-vlasova\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Natalia Vlasova<\/a>. Ihre Audioerz\u00e4hlung kann auf der <a href=\"https:\/\/www.igfm.de\/natalia-vlasova\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">IGFM-Webseite angeh\u00f6rt werden<\/a>.<\/p>\n<p><iframe  id=\"_ytid_64848\"  width=\"1760\" height=\"990\"  data-origwidth=\"1760\" data-origheight=\"990\"  data-relstop=\"1\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/bBrRSI5133E?enablejsapi=1&#038;autoplay=0&#038;cc_load_policy=0&#038;cc_lang_pref=&#038;iv_load_policy=1&#038;loop=0&#038;rel=0&#038;fs=1&#038;playsinline=0&#038;autohide=2&#038;theme=dark&#038;color=red&#038;controls=1&#038;disablekb=0&#038;\" class=\"__youtube_prefs__  epyt-is-override  no-lazyload\" title=\"YouTube player\"  allow=\"fullscreen; accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen data-no-lazy=\"1\" data-skipgform_ajax_framebjll=\"\"><\/iframe><\/p>\n<h3>Dokumentation, politische Patenschaften und Postkarten<\/h3>\n<p>Die IGFM dokumentiert F\u00e4lle verschleppter Zivilisten, arbeitet mit Angeh\u00f6rigen, Anw\u00e4lten und Partnerorganisationen zusammen und bringt konkrete F\u00e4lle an Abgeordnete und internationale Institutionen heran.<\/p>\n<p>Ein wichtiges Instrument sind politische Patenschaften. Abgeordnete \u00fcbernehmen dabei die langfristige Begleitung eines konkreten Falls, schreiben an Beh\u00f6rden und Regierungen, stellen parlamentarische Fragen und fordern Informationen \u00fcber Haftort, Gesundheitszustand und rechtlichen Status.<\/p>\n<p>Auch Privatpersonen k\u00f6nnen einen Beitrag leisten. Auf der IGFM-Webseite finden sich Profile von Gefangenen, deren Haftort bekannt ist. Briefe und Postkarten zeigen den Betroffenen, dass sie nicht vergessen wurden. Zugleich signalisieren sie den Gef\u00e4ngnisverwaltungen, dass die Behandlung dieser Menschen international beobachtet wird.<\/p>\n<p>In einzelnen F\u00e4llen hat die erh\u00f6hte Aufmerksamkeit dazu beigetragen, dass Gefangene medizinische Versorgung erhielten oder sich ihre Haftbedingungen verbesserten.<\/p>\n<p><strong>Jedes Opfer hat einen Namen. Jede Geschichte verdient es, erz\u00e4hlt zu werden.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Europa in Verantwortung: Menschenrechtsverletzungen in der Ukraine sichtbar machen Bei einer Veranstaltung am 7. Juli 2026 in Eschweiler informierten die Internationale Gesellschaft f\u00fcr Menschenrechte (IGFM), der Europaverein GPB und das Blau-Gelbe Kreuz \u00fcber schwere Menschenrechtsverletzungen in frontnahen und besetzten Gebieten der Ukraine. Im Mittelpunkt standen gezielte Drohnenangriffe auf Zivilisten in Cherson sowie die Verschleppung ukrainischer Zivilisten durch russische Besatzungskr\u00e4fte. Unter dem Titel \u201eEuropa in Verantwortung\u201c kamen am 7. Juli zahlreiche Interessierte im Kirschenhof \u2013 Haus der Geschichte in Eschweiler zusammen. 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