{"id":73453,"date":"2025-12-15T15:12:56","date_gmt":"2025-12-15T14:12:56","guid":{"rendered":"https:\/\/humanrights-online.org\/?p=73453"},"modified":"2025-12-19T09:54:17","modified_gmt":"2025-12-19T08:54:17","slug":"kubaner-als-kanonenfutter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/humanrights-online.org\/de\/kubaner-als-kanonenfutter\/","title":{"rendered":"Kubaner als Kanonenfutter"},"content":{"rendered":"<h1><strong>Kubaner als Kanonenfutter<\/strong><\/h1>\n<h3><strong>Nicht nur Nordkoreaner und Afrikaner, auch Tausende Kubaner k\u00e4mpfen f\u00fcr Geld auf Seiten Russlands in der Ukraine<\/strong><\/h3>\n<p>VON MICHAEL LEH<\/p>\n<div id=\"attachment_73455\" style=\"width: 376px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-73455\" class=\"wp-image-73455\" src=\"https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/kuba-caro-20251125_124853-Kopie-003.jpg-scaled.png\" alt=\"Kuba caro 20251125 124853 Kopie (003).jpg\" width=\"366\" height=\"536\" srcset=\"https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/kuba-caro-20251125_124853-Kopie-003.jpg-18x27.png 18w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/kuba-caro-20251125_124853-Kopie-003.jpg-136x200.png 136w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/kuba-caro-20251125_124853-Kopie-003.jpg-200x293.png 200w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/kuba-caro-20251125_124853-Kopie-003.jpg-400x586.png 400w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/kuba-caro-20251125_124853-Kopie-003.jpg-600x880.png 600w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/kuba-caro-20251125_124853-Kopie-003.jpg-698x1024.png 698w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/kuba-caro-20251125_124853-Kopie-003.jpg-768x1126.png 768w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/kuba-caro-20251125_124853-Kopie-003.jpg-800x1173.png 800w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/kuba-caro-20251125_124853-Kopie-003.jpg-1048x1536.png 1048w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/kuba-caro-20251125_124853-Kopie-003.jpg-1200x1759.png 1200w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/kuba-caro-20251125_124853-Kopie-003.jpg-scaled.png 1397w\" sizes=\"(max-width: 366px) 100vw, 366px\" \/><p id=\"caption-attachment-73455\" class=\"wp-caption-text\"><em>Die Exil-Kubanerin Carolina Barrero. Foto: Michael Leh<\/em><\/p><\/div>\n<p>Auch aus Kuba hat Russland tausende S\u00f6ldner f\u00fcr den Kampf gegen die Ukrainer angeworben. Das berichtet die kubanische Kunsthistorikerin und Menschenrechtlerin Carolina Barrero detailliert in ihrem Report \u201eKubaner an der Front in der Ukraine\u201c, den die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung publiziert hat. Die 1986 in Havanna geborene Barrero war im Jahr 2021 an den Protesten gegen das totalit\u00e4re Regime Kubas als Mitglied der K\u00fcnstler- und Intellektuellenbewegung \u201e27N\u201c beteiligt. Wie sie gegen\u00fcber der \u201eTagespost\u201c in Berlin bei einem Pressegespr\u00e4ch in der Naumann-Stiftung sagte, wurde sie \u00fcber zwanzig Mal verh\u00f6rt. Sie wurde massiv schikaniert, inhaftiert und erhielt Hausarrest. Der kubanische Staatssicherheitsdienst trieb sie dann ins Exil. Sie lebt jetzt in Madrid und gr\u00fcndete die Organisation \u201eCiudadania y Libertad\u201c (\u201eStaatsb\u00fcrgerschaft und Freiheit\u201c) zur F\u00f6rderung der B\u00fcrgerrechte in Kuba. Im Jahr 2024 wurde sie vom Europ\u00e4ischen Parlament als Sacharow-Stipendiatin ausgezeichnet.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Mit 2000 Dollar Monatslohn angelockt<\/strong><\/p>\n<p>Laut dem Bericht Barreros hat der ukrainische Geheimdienst offiziell best\u00e4tigt, dass mindestens 1.076 kubanische Staatsb\u00fcrger f\u00fcr Russland k\u00e4mpfen, wobei 96 als tot oder vermisst gelten. Diese Zahl umfasse jedoch nur die F\u00e4lle, die durch vollst\u00e4ndige Unterlagen wie Namen, P\u00e4sse und unterzeichnete Vertr\u00e4ge best\u00e4tigt worden seien. Nach Sch\u00e4tzungen der Geheimdienste liege die tats\u00e4chliche Zahl zwischen 5000 bis zu 25.000 K\u00e4mpfern. Damit w\u00fcrden die Kubaner nach den Nordkoreanern das zweitgr\u00f6\u00dfte Kontingent ausl\u00e4ndischer Soldaten auf russischer Seite stellen.<\/p>\n<p>Wie die in Florida erscheinende Zeitung \u201eMiami Herald\u201c diesen Herbst berichtet, hat der Sprecher der Hauptdirektion f\u00fcr Nachrichtendienste des ukrainischen Verteidigungsministeriums, Andrij Jussov, erkl\u00e4rt: \u201eUnsere zuverl\u00e4ssigen Geheimdiensterkenntnisse deuten derzeit darauf hin, dass mindestens 20.000 Kubaner bereits die erforderlichen Dokumente ausgef\u00fcllt haben und f\u00fcr den Kampf f\u00fcr Russland rekrutiert wurden.\u201c<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>Kubaner als Kanonenfutter an der Front<\/strong><\/p>\n<p>Wie Carolina Barrero schreibt, h\u00e4tte man 60 Prozent der Kubaner dabei mit falschen Versprechungen \u00fcber Arbeitspl\u00e4tze im Baugewerbe angelockt. 40 Prozent seien bewusst eingesetzte Milit\u00e4r- und Geheimdienstangeh\u00f6rige. W\u00e4hrend Kuba in einer schweren Wirtschaftskrise steckt und viele der Rekrutierten dort in Armut lebten, bietet ihnen Russland Monatsgeh\u00e4lter von umgerechnet 2000 Dollar. Der kubanische Durchschnittslohn betrage dagegen umgerechnet etwa 17 Dollar. Kubaner ben\u00f6tigten f\u00fcr die Einreise nach Russland kein Visum und k\u00f6nnten von den gro\u00dfen Flugh\u00e4fen Kubas aus Direktfl\u00fcge nach Moskau nehmen. In Russland angekommen, m\u00fcssten sie Vertr\u00e4ge in russischer Sprache unterzeichnen, die sie kaum verst\u00fcnden. Sie erhielten kaum zwei Wochen milit\u00e4rische Ausbildung und w\u00fcrden an die vordersten Fronten geschickt. Dort sei die Sterblichkeitsquote verheerend. Sie h\u00e4tten an der Front nur noch eine durchschnittliche Lebenserwartung von 140 bis 150 Tagen.<\/p>\n<p><strong>Staatli<\/strong><strong>ch gef\u00f6rderter Menschenhandel<\/strong><\/p>\n<p>Die kubanische Regierung bestreite offiziell eine Mitwirkung bei der Rekrutierung eigener Landsleute f\u00fcr den milit\u00e4rischen Einsatz in Russland. Es sei jedoch nicht glaubw\u00fcrdig, dass in einem Land, in dem die staatliche Kontrolle \u00fcber die Bev\u00f6lkerungsbewegungen streng sei und schon die Genehmigung f\u00fcr den Umzug von einer Provinz in eine andere monatelange B\u00fcrokratie\u00a0erfordern k\u00f6nne, Tausende M\u00e4nner im wehrf\u00e4higen Alter problemlos internationale Fl\u00fcge in Anspruch nehmen k\u00f6nnten.<\/p>\n<div id=\"attachment_73463\" style=\"width: 575px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-73463\" class=\"wp-image-73463\" src=\"https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/kuba-caro-2.jpg\" alt=\"Kuba caro\" width=\"565\" height=\"423\" srcset=\"https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/kuba-caro-2-31x23.jpg 31w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/kuba-caro-2-200x150.jpg 200w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/kuba-caro-2-267x200.jpg 267w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/kuba-caro-2-400x300.jpg 400w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/kuba-caro-2-600x450.jpg 600w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/kuba-caro-2-768x575.jpg 768w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/kuba-caro-2-800x599.jpg 800w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/kuba-caro-2-1024x767.jpg 1024w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/kuba-caro-2-1200x899.jpg 1200w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/kuba-caro-2-1536x1151.jpg 1536w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/kuba-caro-2.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 565px) 100vw, 565px\" \/><p id=\"caption-attachment-73463\" class=\"wp-caption-text\"><em>Am kubanischen Innenministerium in Havanna prangt das stilisierte Konterfei des Stalinisten Che Guevara. Foto: Michael Leh<\/em><\/p><\/div>\n<p>Auch sei unter anderem Oberst M\u00f3nica Mili\u00e1n G\u00f3mez, Milit\u00e4rattach\u00e9 der kubanischen Botschaft in Moskau, als eine der Koordinatorinnen des Rekrutierungsnetzwerks identifiziert worden. Das \u201eTIME Magazine\u201c habe schon in einer im September 2023 ver\u00f6ffentlichten Untersuchung dokumentiert, dass in Facebook-Gruppen f\u00fcr kubanische Auswanderer in Moskau Anzeigen f\u00fcr den russischen Milit\u00e4rdienst erschienen.<\/p>\n<p>Das US-Au\u00dfenministerium hat in seinem Bericht \u00fcber Menschenhandel 2025 die Rekrutierung von Kubanern f\u00fcr den Krieg Russlands in der Ukraine offiziell als eine Form des staatlich gef\u00f6rderten Menschenhandels eingestuft. Barrero nennt in ihrem Bericht mehrere Kubaner namentlich und beschreibt ihr Schicksal in Russland.<\/p>\n<p><strong>Abh\u00f6rstation \u201eSIGINT\u201c auf Kuba<\/strong><\/p>\n<p>Der bisherige (jetzt abgel\u00f6ste) Leiter des ukrainischen Pr\u00e4sidialamtes, Andrij Jermak, schrieb am 29. Oktober auf der Plattform X: \u201eHeute stimmte die UNO \u00fcber Kubas j\u00e4hrliche Resolution gegen das US-Embargo ab. Die Ukraine stimmte dieses Jahr dagegen. Unsere Gr\u00fcnde sind schwerwiegend: Die kubanische Regierung ist zu einem strategischen Instrument Russlands geworden und unterst\u00fctzt aktiv dessen Angriffskrieg gegen eine souver\u00e4ne europ\u00e4ische Nation.\u201c Tausende kubanische Soldaten w\u00fcrden als Teil der russischen Invasionstruppen gegen die Ukraine k\u00e4mpfen und dabei Kampferfahrung sammeln. Havanna engagiere sich zunehmend in milit\u00e4rischen und geheimdienstlichen Aktivit\u00e4ten, die die internationale Sicherheit bedrohen. Es gibt auch Medienberichte, wonach Russland seine fr\u00fchere gro\u00dfe Abh\u00f6rstation \u201eSIGINT\u201c (\u201esignals intelligence\u201c) in Lourdes in der N\u00e4he Havannas wieder in Betrieb genommen hat, und sich auch China daran beteiligt.<\/p>\n<p><em>Dieser Beitrag von IGFM-Vorstandsmitglied Michael Leh erschien am 11. Dezember 2025 in der katholischen Wochenzeitung \u201eDie Tagespost<\/em><em>\u201c<\/em><em>. Wir ver<\/em><em>\u00f6<\/em><em>ffentlichen ihn hier mit freundlicher Genehmigung des Autors.<\/em><em>\u00a0<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kubaner als Kanonenfutter Nicht nur Nordkoreaner und Afrikaner, auch Tausende Kubaner k\u00e4mpfen f\u00fcr Geld auf Seiten Russlands in der Ukraine VON MICHAEL LEH Auch aus Kuba hat Russland tausende S\u00f6ldner f\u00fcr den Kampf gegen die Ukrainer angeworben. 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