{"id":40333,"date":"2024-05-06T13:53:45","date_gmt":"2024-05-06T11:53:45","guid":{"rendered":"https:\/\/humanrights-online.org\/de\/?p=40333"},"modified":"2024-05-06T13:53:45","modified_gmt":"2024-05-06T11:53:45","slug":"litauen-vortrag-jurgita-samoskiene","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/humanrights-online.org\/de\/litauen-vortrag-jurgita-samoskiene\/","title":{"rendered":"Litauen &#8211; Vortrag Jurgita Samoskiene"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-40334 size-full\" src=\"https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Header-Jurgita-Samoskiene.png\" alt=\"\" width=\"1920\" height=\"460\" srcset=\"https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Header-Jurgita-Samoskiene-31x7.png 31w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Header-Jurgita-Samoskiene-200x48.png 200w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Header-Jurgita-Samoskiene-400x96.png 400w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Header-Jurgita-Samoskiene-405x97.png 405w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Header-Jurgita-Samoskiene-600x144.png 600w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Header-Jurgita-Samoskiene-768x184.png 768w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Header-Jurgita-Samoskiene-800x192.png 800w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Header-Jurgita-Samoskiene-1024x245.png 1024w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Header-Jurgita-Samoskiene-1200x288.png 1200w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Header-Jurgita-Samoskiene-1536x368.png 1536w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/Header-Jurgita-Samoskiene.png 1920w\" sizes=\"(max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><\/p>\n<h1 class=\"fusion-responsive-typography-calculated\" style=\"text-align: center;\" data-fontsize=\"30.77\" data-lineheight=\"46.155px\"><strong>\u201eNach Angaben des litauischen Geheimdienstes k\u00f6nnten sich unter den Mitgliedern der belarussischen Opposition in Litauen Agenten befinden, die vom belarussischen Geheimdienst rekrutiert wurden\u201c<\/strong><\/h1>\n<p>Ich m\u00f6chte \u00fcber die Sektion Litauen sprechen, deren Vorsitzende ich seit 2014 bin. Momentan habe wir 89 Mitglieder in der Sektion, und die Zahl w\u00e4chst weiterhin. Unsere Schwerpunkte sind die Humanit\u00e4re Hilfe, Verletzung der Menschenrechte, Hilfe f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge, Projekte und Veranstaltungen. Die Zielgruppen (Rentner, kinderreiche Familien, Waisen, Kriegsfl\u00fcchtlinge aus der Ukraine in den Regionen Vilnius und Ignalina, und Exil-Belarussen \u2013 in Kooperation mit belarussischen Vereinen in Vilnius.<\/p>\n<p>Die lange\u00a0 Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Wittlich besteht seit 1990. Jedes Jahr bekommen und verteilen wir 10-12 Transporte, ca. 80\u00a0 Tonnen Hilfsg\u00fcter, im Wert von ca.14 000 Euro.<\/p>\n<p><em><strong>Seit 1990 wurden 207 Transporte nach Litauen\u00a0 geschickt, das sind 15 Tonnen LKW Ladung, bisher insgesamt 3105 Tonnen Hilfsg\u00fcter.<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Das ist eine enorme Zahl, die die AG IGFM Wittlich erreicht hat. Wir haben 4 IGFM Lager in den St\u00e4dten Litauens\u00a0 (in Ignalina, Pasvalys , Kupiskis und Panevezys) eingerichtet. Da der Bedarf immer gro\u00df und die Lager zu klein sind oder die Miete der alten Geb\u00e4ude zu hoch ist, haben wir ein Projekt angemeldet und die Stadtverwaltung Ignalina hat uns 10. 000 Euro finanziert, um ein neues Lager in der Region Ignalina zu bauen. Das reicht aber bei weitem nicht aus, uns fehlen noch 10. 000 Euro.<\/p>\n<p>Unsere litauische IGFM Sektion betreut die Fl\u00fcchtlingsfamilien konstant mit humanit\u00e4ren Hilfspaketen aus Transporten, die von der IGFM Wittlich unter der Leitung von der Ehrenvorsitzenden K. Bornm\u00fcller kommen. Zus\u00e4tzlich werden st\u00e4ndig Lebensmittel und Hygienepakete vorbereitet und an die Familien verteilt. Wir arbeiten eng mit vielen Vereinen wie der Caritas, dem Roten Kreuz, der Malteser Jugend und Gemeinden, Politikern, Lehrern, und Sozialbeh\u00f6rden in Litauen zusammen. Ich bin auch regelm\u00e4\u00dfig im Austausch mit Carmen Krusch-Gr\u00fcn- dank ihr und Prof. Schirrmacher haben wir erfolgreich zwei Weihnachtsprojekte f\u00fcr Ukrainer und Litauer durchgef\u00fchrt und 200 Familien Pakete im Wert von jeweils 50 Euro verteilt. F\u00fcr alles, was wir aufgebaut haben und f\u00fcr die st\u00e4ndige Hilfe danken wir der IGFM Deutschland und hoffen auf weitere wundervolle Zusammenarbeit.<\/p>\n<p>Momentan ist die Situation in Litauen sehr angespannt, die Zukunft ist ungewiss. Darauf\u00a0 bereiten wir uns vor. Die Regierung investiert Geld in die Verteidigungspolitik. Ausweitung der Wehrpflicht, Nato Soldaten an der Ostgrenze, paramilit\u00e4rische B\u00fcrgerwehren, Vereine wie die Sch\u00fctzenunion, und Freiwilligenbataillone haben in den letzten zwei Jahren einen massiven Zulauf erhalten. Die Litauer versuchen Russland mit allen Mitteln abzuschrecken. Die Mehrheit sieht Russland als Bedrohung, viele Litauer sind unruhig, wir haben beschlossen uns im Ernstfall selbst zu verteidigen.<\/p>\n<p>Ein anderer wichtiger Punkt ist, dass Russland viel Geld in die Propagandamaschinerie- Fernsehen, Radio, Internet- investiert. Jeden Tag wird versucht die Menschen im Baltikum zu beeinflussen, ihre eindeutig pro-westliche Grundeinstellung zumindest aufzuweichen. Cyberangriffe aus Russland auf unsere digitale Infrastruktur ist f\u00fcr uns zum Alltag geworden. Angriffe auf unsere Partisanen- und Freiheitsdenkm\u00e4ler oder die Zerst\u00f6rung litauischer Fahnen. Russland ist sehr gut darin, Chaos und Unruhe innerhalb unserer L\u00e4nder zu stiften. Als Menschenrechtsaktivistin erhalte ich unsch\u00f6ne Emails und Anrufe per Telefon auf russischer Sprache, in denen mir mitgeteilt wird, dass sie mich und die IFGM Litauen beobachten. Ich wohne in der Region Ignalina, 20 km von der belarussischen Grenze entfernt. Einige Litauer sind einfach nach Belarus einkaufen gefahren und grundlos im Gef\u00e4ngnis gelandet, unsere Beh\u00f6rden k\u00f6nnen ihnen nicht mehr helfen.\u00a0 Der Belarussische Geheimdienst hat das Ziel auch nationale russischst\u00e4mmige Minderheiten zu st\u00e4rken, er m\u00f6chte Menschen aus den \u00e4rmeren Regionen Baltikums locken und bestechen. So einfach geht es aber nicht- in den baltischen L\u00e4nder gibt es viele Menschen, die wissen, was L\u00fcge ist, weil sie im Sowjetsystem geboren sind, das auf L\u00fcgen gebaut war.<\/p>\n<p><iframe  id=\"_ytid_88993\"  width=\"1760\" height=\"990\"  data-origwidth=\"1760\" data-origheight=\"990\"  data-relstop=\"1\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/BedhFiKC6es?enablejsapi=1&#038;autoplay=0&#038;cc_load_policy=0&#038;cc_lang_pref=&#038;iv_load_policy=1&#038;loop=0&#038;rel=0&#038;fs=1&#038;playsinline=0&#038;autohide=2&#038;theme=dark&#038;color=red&#038;controls=1&#038;disablekb=0&#038;\" class=\"__youtube_prefs__  epyt-is-override  no-lazyload\" title=\"YouTube player\"  allow=\"fullscreen; accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen data-no-lazy=\"1\" data-skipgform_ajax_framebjll=\"\"><\/iframe><\/p>\n<div class=\"fusion-text fusion-text-6 first_line_post_p\">\n<p><em><strong>Es wurden Notunterk\u00fcnfte, Verteidigungstrainings auch f\u00fcr Kinder, \u00dcberlebenskurse und\u00a0 Verteidigungsanlagen an den Grenzen zu Russland und Belarus gebaut.<\/strong><\/em><\/p>\n<p><strong>Was erwarten wir von Europa?<\/strong>\u00a0Ganz einfach- milit\u00e4rische und finanzielle Hilfe f\u00fcr die Ukraine. Unsere Menschen haben noch die Schrecken der Sowjetherrschaft in Erinnerung- es hat sich nicht viel ge\u00e4ndert- diese ethnische S\u00e4uberung, dieser imperiale Ehrgeiz, das ist auch Teil unserer tragischen Geschichte. Die westliche Welt soll endlich aufwachen, handeln, einen klaren Plan entwickeln um die Ukraine zu unterst\u00fctzen. Wenn die Entscheidungen zu lange dauern, sendet es ein positives Signal nach Moskau, so weiterzumachen wie bisher.\u00a0 Nach zwei Jahren Krieg ist kein Ende in Sicht. Wenn die Ukraine f\u00e4llt, ist jedem klar, dass wir die n\u00e4chsten sind.<\/p>\n<p>Wir haben momentan sehr gro\u00dfe Herausforderungen-\u00a0 im Inland haben wir insgesamt\u00a0 200. 000 Ausl\u00e4nder, es waren noch so nie so viele in Litauen. Unter den Fl\u00fcchtlingen gibt es 84,842 Ukrainer, 62,000 Belarussen und 15,800 Russen. Au\u00dferdem gibt es Wirtschaftsfl\u00fcchtlinge in Litauen \u2013 aus Kyrgyzstan, Azerbaijan, Tajikistan- etc., laut offizieller Statistik vom Litauischem Migrationsdepartement. F\u00fcr Litauen als kleines Land mit nur 2,8 Mio. Einwohnern ist das eine gro\u00dfe Herausforderung.<\/p>\n<p>Das Verh\u00e4ltnis der litauischen Bev\u00f6lkerung zu den Fl\u00fcchtlingen ist sehr angespannt- selbst Litauer verdienen nicht viel, in l\u00e4ndlichen Gebieten herrscht gro\u00dfe Arbeitslosigkeit, die Preise sind gestiegen. In der Hauptstadt Litauens Vilnius h\u00f6rt man in der Altstadt sehr oft die russische Sprache. Es gibt viele Probleme mit der Integration, viele lernen kein Litauisch. Es gibt auch solche, die die litauische Kultur, die Sprache, die Symbole nicht respektieren. Mit Belarus gibt es momentan viele Probleme \u2013 pro Jahr sind durch die belarussisch-litauische Grenze ca. 4 Mio. Menschen hin und zur\u00fcck gependelt. Schmuggel und illegaler Handel, auch KGB Agenten (Belarussischer Geheimdienst) sind eine Gefahr, die wir verhindern m\u00f6chten. KGB Spione sind in Litauen sehr aktiv, das ist klar.<\/p>\n<p><em><strong>Nach Angaben des litauischen Geheimdienstes k\u00f6nnten sich unter den Mitgliedern der belarussischen Opposition in Litauen Agenten befinden, die vom belarussischen Geheimdienst rekrutiert wurden.<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus werden die Propaganda- und Desinformationskampagnen der Regierung in Minsk wahrscheinlich die Desillusionierung der belarussischen Diaspora gegen\u00fcber der Oppositionsbewegung verst\u00e4rken.<\/p>\n<p>Haben wir Kontakt zu den Russen in Litauen? Ja, aber nur zu solchen, die ihr Land verlassen haben und die Unabh\u00e4ngigkeit Litauens anerkennen und litauische Symbole respektieren, sonst herrscht gegenseitige Stille. Der Krieg hat gezeigt, wie machtlos die russischen Liberalen sind.<\/p>\n<p>Vor allen Dingen ist es aber jedem bekannt, dass die NATO jeden Tag st\u00e4rker wird und wir glauben, dass es auch immer mehr eine Einheit bilden wird. Wir freuen uns auch sehr, dass am 11 M\u00e4rz- symbolisch am Unabh\u00e4ngigkeitstag Litauens- Schweden NATO Mitglied geworden ist.<\/p>\n<p><em><strong>Am Ende m\u00f6chte ich noch sagen dass ich oft gefragt werde ob die baltischen L\u00e4nder Angst haben. Ja, wir haben Angst, f\u00fcrchterliche Angst. Putin will, dass wir Angst haben, aber damit w\u00fcrden wir ihm geben, was er will. Wir geben ihm unsere Freiheit nie und werden unser Land verteidigen und die Ukraine weiterhin bis zum Sieg unterst\u00fctzen.<\/strong><\/em><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eNach Angaben des litauischen Geheimdienstes k\u00f6nnten sich unter den Mitgliedern der belarussischen Opposition in Litauen Agenten befinden, die vom belarussischen Geheimdienst rekrutiert wurden\u201c Ich m\u00f6chte \u00fcber die Sektion Litauen sprechen, deren Vorsitzende ich seit 2014 bin. Momentan habe wir 89 Mitglieder in der Sektion, und die Zahl w\u00e4chst weiterhin. Unsere Schwerpunkte sind die Humanit\u00e4re Hilfe, Verletzung der Menschenrechte, Hilfe f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge, Projekte und Veranstaltungen. 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