{"id":34713,"date":"2022-05-06T10:16:33","date_gmt":"2022-05-06T08:16:33","guid":{"rendered":"https:\/\/humanrights-online.org\/de\/?p=34713"},"modified":"2022-05-07T07:40:45","modified_gmt":"2022-05-07T05:40:45","slug":"der-krieg-wirft-weitere-schatten-auf-die-leihmutterschaft-in-der-ukraine","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/humanrights-online.org\/de\/der-krieg-wirft-weitere-schatten-auf-die-leihmutterschaft-in-der-ukraine\/","title":{"rendered":"Der Krieg wirft weitere Schatten auf die Leihmutterschaft in der Ukraine"},"content":{"rendered":"<h1>Der Krieg wirft weitere Schatten auf die Leihmutterschaft in der Ukraine<\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_34709\" style=\"width: 910px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-34709\" class=\"size-full wp-image-34709\" src=\"https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/children.jpg\" alt=\"\" width=\"900\" height=\"600\" srcset=\"https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/children-31x21.jpg 31w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/children-200x133.jpg 200w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/children-300x200.jpg 300w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/children-400x267.jpg 400w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/children-600x400.jpg 600w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/children-768x512.jpg 768w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/children-800x533.jpg 800w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/children.jpg 900w\" sizes=\"(max-width: 900px) 100vw, 900px\" \/><p id=\"caption-attachment-34709\" class=\"wp-caption-text\">In einem unterirdischen Schutzraum in Kiew k\u00fcmmern sich Mitarbeiter um durch Leihmutterschaft geborene Babys. <span class=\"si-picture__copyright\">Copyright 2022 The Associated Press. All Rights Reserved.<\/span><\/p><\/div>\n<p>Das Gesch\u00e4ft mit der Leihmutterschaft in der Ukraine ist durch den Krieg stark beeintr\u00e4chtigt worden. Es ist nicht das erste Mal, dass die Verwundbarkeit der Branche aufgedeckt wird.<\/p>\n<p>Mercedes Ferreira-Frey und ihr Mann Roland, die in der Schweiz leben, h\u00e4tten sich nie vorstellen k\u00f6nnen, dass mitten in Europa ein Krieg ausbricht, ausgerechnet wenn sie\u00a0mit ihrem lang ersehnten Baby nach Hause fahren.<\/p>\n<p>Am 24. Februar, dem Tag, an dem die russische Invasion begann, waren sie mit ihrem neugeborenen Sohn Cristiano in Kiew. Der Arzt erschien nicht zu dem Termin f\u00fcr die Untersuchung des Babys. Stattdessen erhielten die Eheleute eine Nachricht auf ihrem Mobiltelefon. &#8222;Die Strasse ist blockiert. Ich kann nicht kommen.&#8220;\u00a0Roland sagte gegen\u00fcber dem Fernsehsender\u00a0<a href=\"https:\/\/www.rts.ch\/info\/monde\/13003108-la-guerre-en-ukraine-separe-les-enfants-nes-de-meres-porteuses-de-leurs-parents-adoptifs.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">RTS<span class=\"show-for-sr\">Externer Link<\/span><\/a>: &#8222;Dann sah ich die Nachrichten und verstand, dass der Krieg ausgebrochen war.&#8220;<\/p>\n<p>Die beiden hatten Gl\u00fcck, dass sie die Grenze mit dem letzten Konvoi der Schweizer Botschaft \u00fcberqueren konnten. Sie sind mit ihrem Baby sicher nach Hause gekommen.<\/p>\n<h2>Im Bunker<\/h2>\n<p>BioTexCom, die gr\u00f6sste Leihmutterschaftsagentur in Kiew, hat ihren Sitz in einen unterirdischen Bunker verlegt, in dem sich Pflegepersonal rund um die Uhr um die in Leihmutterschaft geborenen Babys k\u00fcmmert.<\/p>\n<p>Seit dem Beginn der Invasion sind\u00a0mehr als zwei Monate vergangen, und nun werden nach und nach immer mehr Babys an die Grenze gebracht, wo ihre Eltern warten. Von den 52 Babys, die seit Beginn des Krieges geboren wurden, warten jedoch noch etwa 20 im Schutzraum.<\/p>\n<h2>G\u00fcnstiger als in den USA<\/h2>\n<p>Nach Angaben von <a href=\"https:\/\/globalsurrogacy.baby\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Global Surrogacy<span class=\"show-for-sr\">Externer Link<\/span><\/a>, einer internationalen Leihmutterschaftsagentur, gibt es mehrere L\u00e4nder, in denen Leihmutterschaft erlaubt ist, darunter Mexiko, Kolumbien und Kanada. Kommerzielle Leihmutterschaft ist in einigen Bundesstaaten der USA, in Georgien und in der Ukraine legalisiert.<\/p>\n<p>In der Ukraine d\u00fcrfen ausl\u00e4ndische Staatsangeh\u00f6rige Babys empfangen, sofern sie ein verheiratetes heterosexuelles Paar sind. Sch\u00e4tzungen zufolge werden dort jedes Jahr mehr als 2000 Babys durch Leihmutterschaft geboren. Die meisten davon sind Kinder von ausl\u00e4ndischen Paaren wie den Freys.<\/p>\n<p>F\u00fcr Paare aus der Schweiz, wo Leihmutterschaft im Inland verboten ist, ist die Ukraine die zweitbeliebteste Wahl. Laut einer von der Schweizer Regierung in Auftrag gegebenen und von <a href=\"https:\/\/www.geography.unibe.ch\/ueber_uns\/personen\/prof_dr_schurr_carolin\/index_ger.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Carolin Schurr<span class=\"show-for-sr\">Externer Link<\/span><\/a>, Professorin der Universit\u00e4t Bern, durchgef\u00fchrten\u00a0<a href=\"https:\/\/www.bag.admin.ch\/bag\/de\/home\/medizin-und-forschung\/fortpflanzungsmedizin\/stellungnahmen-gutachten.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Erhebung<span class=\"show-for-sr\">Externer Link<\/span><\/a>\u00a0entschieden sich rund 60% der 28 Paare (einschliesslich Alleinerziehende), die 2019 ein Kind durch Leihmutterschaft empfangen haben, f\u00fcr die Vereinigten Staaten, gefolgt von der Ukraine.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><iframe id=\"datawrapper-chart-joZ6E\" style=\"width: 0px; min-width: 100% !important; height: 220px;\" title=\"20-50 Leihmutterschaftsgeburten werden pro Jahr registriert\" src=\"https:\/\/datawrapper.dwcdn.net\/joZ6E\/3\/\" height=\"235\" frameborder=\"0\" scrolling=\"no\" aria-label=\"Balken\"><\/iframe><script type=\"text\/javascript\">!function(){\"use strict\";window.addEventListener(\"message\",(function(e){if(void 0!==e.data[\"datawrapper-height\"]){var t=document.querySelectorAll(\"iframe\");for(var a in e.data[\"datawrapper-height\"])for(var r=0;r<t.length;r++){if(t[r].contentWindow===e.source)t[r].style.height=e.data[\"datawrapper-height\"][a]+\"px\"}}}))}();\n<\/script><\/p>\n<h2>In der Coronavirus-Pandemie<\/h2>\n<p>Die Leihmutterschaft bietet Paaren, die sonst nicht dazu in der Lage w\u00e4ren, die M\u00f6glichkeit, ein\u00a0Kind zu bekommen. Viele L\u00e4nder haben diese Praxis aus ethischen Gr\u00fcnden verboten.<\/p>\n<p>Deshalb ist das Gesch\u00e4ft mit der Leihmutterschaft f\u00fcr ausl\u00e4ndische Paare in L\u00e4ndern wie der Ukraine weit verbreitet, denn die internationale Nachfrage ist gross. Doch <a href=\"https:\/\/www.polsoz.fu-berlin.de\/ethnologie\/forschung\/arbeitsstellen\/medical_anthropology\/personen\/mitglieder\/koenig\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Anika K\u00f6nig,<span class=\"show-for-sr\">Externer Link<\/span><\/a> Sozial- und Kulturanthropologin an der Freien Universit\u00e4t Berlin und assoziierte Wissenschaftlerin an der Universit\u00e4t Luzern, sagt: \"Die grenz\u00fcberschreitende Leihmutterschaft bringt immer ein Risiko.\"<\/p>\n<p>Eine \u00e4hnliche Situation wie jetzt mit dem Krieg gab es erst vor zwei Jahren, als die Coronavirus-Pandemie ausbrach. Aufgrund der Reisebeschr\u00e4nkungen konnten die Eltern die Kinder nicht abholen.<\/p>\n<div class=\"si-grid\">\n<div class=\"si-detail__embedded-image\">\n<figure class=\"si-picture\"><picture><source srcset=\"\/resource\/image\/47511932\/landscape_ratio3x2\/880\/587\/a77b3c3db6ef18466bd27e94e8578c3a\/973AA98C09D28F0A55B8B195B7055DCC\/416290538_highres.jpg\" media=\"(min-width: 900px)\" \/><source srcset=\"\/resource\/image\/47511932\/landscape_ratio3x2\/580\/387\/a77b3c3db6ef18466bd27e94e8578c3a\/9FA668D6D6B3B5D66C96838C34DC30B9\/416290538_highres.jpg\" media=\"(min-width: 321px)\" \/><\/picture><figcaption class=\"si-picture__caption\"><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Die russische Invasion zwang auch ukrainische Leihm\u00fctter dazu, sich zu entscheiden: evakuieren oder im Kriegsgebiet bleiben. W\u00fcrden sie ausserhalb des Landes entbinden, liefen sie Gefahr, dass ihre Babys rechtlich nicht als Kinder ihrer \"Kunden\" anerkannt w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Zwar kann man eine Pandemie nicht einfach mit einem Krieg vergleichen, aber \u201cbeides zeigt, wo die Risiken besonders gross sind: Sobald Grenz\u00fcbertritte vonn\u00f6ten sind, macht das solche Arrangements wie Leihmutterschaft anf\u00e4lliger f\u00fcr Krisen\u201d, sagt K\u00f6nig.<\/p>\n<h2>Problematische Standards<\/h2>\n<p>Aber auch grunds\u00e4tzlicher betrachtet gilt laut Schurr, dass die Rechte von Leihm\u00fcttern in armen L\u00e4ndern wie der Ukraine nicht ausreichend gesch\u00fctzt sind.<\/p>\n<p>Im ukrainischen Leihmutterschaftsprogramm zahlen Kunden aus den westlichen L\u00e4ndern oder China 40'000 bis 50'000 Euro, bis sie ihr Baby in den Armen halten. Doch \"die Leihm\u00fctter erhalten nur einen Bruchteil davon\", so Schurr. Die Leihm\u00fctter selbst leiden oft unter den k\u00f6rperlichen und seelischen Belastungen der Hormonbehandlungen und der Schwangerschaft. \"Wenn das Kind aber erst einmal geboren ist, k\u00fcmmert sich niemand mehr um die Leihmutter.\"<\/p>\n<p>Ein totales Verbot der grenz\u00fcberschreitenden Leihmutterschaft werde das Problem nicht l\u00f6sen, sagt K\u00f6nig. \"Dann w\u00fcrde die Leihmutterschaft unter dem Radar stattfinden und Leihm\u00fctter noch vulnerabler machen.\" Stattdessen sei es sinnvoller, die Leihmutterschaft in allen L\u00e4ndern, auch in der Schweiz, zu legalisieren und klare ethische Standards und Richtlinien festzulegen, um die Rechte von Leihm\u00fcttern, Kindern und Eltern zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>Schurr betont auch, dass eine internationale Regelung dringend notwendig sei und die Schweiz dabei eine Vorreiterrolle einnehmen sollte. Vor allem die Rechte der Leihm\u00fctter\u00a0m\u00fcssten angemessen gesch\u00fctzt werden. \u201cSie m\u00fcssen gegen\u00fcber m\u00f6glichen gesundheitlichen und psychischen Langzeitfolgen abgesichert werden.\u201d<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.swissinfo.ch\/ger\/der-krieg-wirft-ein-licht-auf-die-leihmutterschaft-in-der-ukraine\/47511940\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">swissinfo.ch<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Krieg wirft weitere Schatten auf die Leihmutterschaft in der Ukraine &nbsp; Das Gesch\u00e4ft mit der Leihmutterschaft in der Ukraine ist durch den Krieg stark beeintr\u00e4chtigt worden. Es ist nicht das erste Mal, dass die Verwundbarkeit der Branche aufgedeckt wird. Mercedes Ferreira-Frey und ihr Mann Roland, die in der Schweiz leben, h\u00e4tten sich nie vorstellen k\u00f6nnen, dass mitten in Europa ein Krieg ausbricht, ausgerechnet wenn sie\u00a0mit ihrem lang ersehnten Baby nach Hause fahren. 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