{"id":32221,"date":"2022-01-18T09:50:32","date_gmt":"2022-01-18T08:50:32","guid":{"rendered":"https:\/\/humanrights-online.org\/de\/?p=32221"},"modified":"2022-01-18T10:55:27","modified_gmt":"2022-01-18T09:55:27","slug":"appell-boykott-der-olympischen-spiele","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/humanrights-online.org\/de\/appell-boykott-der-olympischen-spiele\/","title":{"rendered":"Appell: Boykott der Olympischen Spiele"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\">\n<div class=\"fusion-text fusion-text-2\">\n<div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column\">\n<div class=\"fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\">\n<div class=\"fusion-text fusion-text-1 first_line_post_p\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In vier Wochen beginnen die Olympischen Spiele in China, einem Land, in dem schwerste Menschenrechtsverletzungen auf der Tagesordnung stehen. Hubert K\u00f6rper, Sprecher des IGFM-Arbeitsausschusses China, richtet einen Appell an das deutsche Olympia-Team und fordert den Boykott der Spiele.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-3 fusion_builder_column_3_5 3_5 fusion-flex-column\">\n<div class=\"fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column\">\n<div class=\"fusion-title title fusion-title-2 fusion-sep-none fusion-title-text fusion-title-size-one fusion-border-below-title\">\n<h2 class=\"fusion-responsive-typography-calculated\" data-fontsize=\"30.6\" data-lineheight=\"45.9px\"><strong>Olympiade? <\/strong><strong>F\u00fcr Peking zu schade!<\/strong><\/h2>\n<h1 class=\"fusion-responsive-typography-calculated\" data-fontsize=\"21.6\" data-lineheight=\"28.0833px\"><strong>Offener Appell an das deutsche Olympia-Team Peking 2022: <\/strong><strong>Boykottieren Sie die Olympischen Winterspiele in Peking !<\/strong><\/h1>\n<\/div>\n<div class=\"fusion-text fusion-text-2\">\n<p>Frankfurt am Main, den 01.01.2022<\/p>\n<p>Sehr geehrte Damen und Herren,<\/p>\n<p>in vier Wochen werden in Peking die 24. Olympischen Winterspiele stattfinden.<\/p>\n<p>Das Internationale Olympische Komitee hat mit seiner Entscheidung, die Winterspiele in Peking auszurichten, die Pflicht und die Verantwortung \u00fcbernommen, die ethischen Prinzipien der Olympischen Charta wie Menschenw\u00fcrde und Schaffung einer friedliebenden Gesellschaft im Gastgeberland, zu realisieren. Dieser Aufgabe ist das IOC nicht einmal ansatzweise nachgekommen. Unterdr\u00fcckung und schwerste Menschenrechtsverbrechen, wie sie in der Volksrepublik China derzeit geschehen, sind keineswegs mit der Olympischen Charta zu vereinbaren. Peking h\u00e4tte nie den Zuschlag f\u00fcr die Ausrichtung der Olympischen Spiele 2022 bekommen d\u00fcrfen und keine Spiele w\u00e4ren sicherlich besser gewesen, als Sportler, Staatsg\u00e4ste und Zuschauer zu Propagandazwecken einer kommunistischen Diktatur zu missbrauchen.<\/p>\n<p>Das chinesische kommunistische Regime hat seit seiner Machtergreifung mehr als 65 Millionen Menschenleben auf dem Gewissen \u2013 Historiker sprechen gar von 80 Millionen Ermordeten und Verhungerten. Wer allerdings glaubt, dass sich durch die wirtschaftliche \u00d6ffnung Chinas auch die Menschenrechtslage verbessert h\u00e4tte, der sei eines Besseren belehrt. Grundrechte, wie Glaubens- und Versammlungsfreiheit, Meinungs- und Pressefreiheit, die f\u00fcr uns als selbstverst\u00e4ndlich gelten, werden in der Volksrepublik mit F\u00fc\u00dfen getreten.<\/p>\n<p>Die Lage der Tibeter muss nach wie vor als desastr\u00f6s bezeichnet werden, Uiguren in der Provinz Xinjiang werden zu Tausenden und Abertausenden in Konzentrationslager deportiert. Das System der Zwangsarbeit als Werkzeug der Unterdr\u00fcckung besteht immer noch. Demokraten, Menschenrechtsanw\u00e4lte, B\u00fcrgerrechtler, Oppositionelle, regimekritische Journalisten, Mitglieder christlicher Kirchen sowie die urspr\u00fcnglich staatlich gef\u00f6rderte Meditationspraxis Falun Gong sind weiterhin der staatlichen Verfolgung ausgesetzt. Der Einsatz von Folter sowie die exzessive Anwendung der Todesstrafe sind seit Jahren Bestandteil chinesischer Justiz. Kein Staat der Welt hat in den letzten Jahrzehnten so vehement in die Geburtenregelung seines eigenen Volkes eingegriffen und ca. 400 Millionen Zwangssterilisationen und Zwangsabtreibungen vornehmen lassen, oftmals noch im achten Monat. Die Liste der Verbrechen der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) ist endlos. Denken Sie bitte auch an die zunehmende Bedrohung Taiwans und an die Quasi-Annektion Hongkongs, die einen Vertragsbruch im Sinne des V\u00f6lkerrechts darstellt. Auch muss Peking f\u00fcr die Sch\u00e4den der globalen Corona-Katastrophe verantwortlich gemacht werden. Die KPCh h\u00e4tte diese Pandemie verhindern k\u00f6nnen, wenn sie zeitnah und angemessen reagiert h\u00e4tte. Stattdessen t\u00e4uschte man das eigene Volk sowie die internationale Staatengemeinschaft, selbst auf die Gefahr hin, dass unz\u00e4hlige Menschen infiziert werden und durch COVID-19 den Tod finden. So wurde zum Beispiel der gesamte inl\u00e4ndische Flug- und Bahnverkehr von und nach Wuhan gesperrt, w\u00e4hrend Auslandsfl\u00fcge paradoxerweise fortgef\u00fchrt wurden.<\/p>\n<p>Noch vor wenigen Wochen hat ein Londoner Tribunal unter dem Vorsitz von Sir Geoffrey Nice die VR China des V\u00f6lkermordes an dem Volk der Uiguren angeklagt. Nice war ehemaliger Chefankl\u00e4ger gegen den fr\u00fcheren serbischen Pr\u00e4sidenten Slobodan Milo\u0161evi\u0107 vor dem Haager Kriegsverbrechertribunal. Dieses Tribunal hat bereits im Jahr 2019 der VR China systematischen Organraub an lebenden Falun Gong-Praktizierenden vorgeworfen.<\/p>\n<p>Trotz internationaler Kritik betreibt Staats- und Parteichef Xi Jinping seit Beginn seiner Amtszeit eine kompromisslose Macht- und Unterdr\u00fcckungspolitik gegen sein eigenes Volk und gegen den Rest der Welt. Sollte die wirtschaftliche und milit\u00e4rische Entwicklung in China so weiter voranschreiten, wird Maos 100-j\u00e4hriger Plan in Erf\u00fcllung gehen \u2013 Chinas Kommunisten werden Weltmacht Nr. 1 sein. Welche Konsequenzen sich daraus f\u00fcr die Menschheit ergeben werden, d\u00fcrfte klar sein \u2013 Unterdr\u00fcckung und Versklavung im Namen einer Ideologie, die im krassen Widerspruch zur Natur des Menschen steht.<\/p>\n<p>Wir stehen heute vor der Frage: Wie kann es m\u00f6glich sein, dass es dem gr\u00f6\u00dften Menschenrechtsverletzer erneut erlaubt wird, die Olympischen Spiele auszurichten? Wird Peking f\u00fcr seine Menschenrechtsverbrechen nicht etwa noch belohnt? F\u00fcr China geht es um Prestige, Macht und weltweite Anerkennung.<\/p>\n<p>Die KPCh benutzt die Olympischen Spiele abermals als Instrument f\u00fcr nationale und internationale Propaganda und befleckt die Olympische Idee aufs Neue mit Blut und Schande \u2013 eine Parallele zu Hitlers Propagandaspielen von 1936 ist offenkundig.<\/p>\n<p><strong><em>\u201eNie wieder!\u201c<\/em><\/strong>, hie\u00df es doch einmal in Deutschland und dennoch werden deutsche Sportler in Peking um olympisches Gold k\u00e4mpfen, w\u00e4hrend wenige Stra\u00dfenz\u00fcge neben den Wettkampfst\u00e4tten Menschenrechtsverbrechen geschehen.<\/p>\n<p>Hierzu passt ein denkw\u00fcrdiger Satz von Heinrich Mann, den er auf der Konferenz zur Verteidigung der Olympischen Idee im Juni 1936 in Paris ausgesprochen hatte:<\/p>\n<p><strong><em>\u201eEin Regime, das sich st\u00fctzt auf Zwangsarbeit und Massenversklavung; ein Regime, das den Krieg vorbereitet und nur durch verlogene Propaganda existiert, wie soll ein solches Regime den friedlichen Sport und freiheitlichen Sportler respektieren? Glauben Sie mir, diejenigen der internationalen Sportler, die nach Berlin gehen, werden dort nichts anderes sein als Gladiatoren, Gefangene und Spa\u00dfmacher eines Diktators, der sich bereits als Herr dieser Welt f\u00fchlt.\u201c<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Meine sehr verehrten Damen und Herren,<\/p>\n<p>Menschenrechtler und zahlreiche Sportler sind sich dar\u00fcber einig, dass Olympische Spiele und Menschenrechtsverbrechen keinesfalls gemeinsam existieren d\u00fcrfen. Kein Sportler h\u00e4tte aus heutiger Sicht an den Olympischen Spielen 1936 in Berlin teilgenommen.<\/p>\n<p>Wie Sie sich als Sportler auch immer entscheiden werden, ob Sie an den Spielen in Peking teilnehmen oder nicht \u2013 es ist Ihre eigene Entscheidung. Sie m\u00fcssen dies mit Ihrem eigenen Gewissen vereinbaren. Kein Trainer, kein Funktion\u00e4r und auch kein Sportverband kann Ihnen diese Entscheidung abnehmen.<\/p>\n<p>Wir als Menschenrechtsorganisation k\u00f6nnen an Sie nur appellieren: Fahren Sie nicht nach Peking, setzen Sie durch Ihr Fernbleiben ein Zeichen gegen Unterdr\u00fcckung, Diktatur und Versklavung! Letztendlich ist es eine Frage der W\u00fcrde und des Mutes zu solchen Menschenrechtsverbrechen nicht zu schweigen.<\/p>\n<p>Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen<\/p>\n<p><strong>Hubert K\u00f6rper<\/strong><\/p>\n<p>Arbeitsausschuss China<br \/>\nInternationale Gesellschaft f\u00fcr Menschenrechte (IGFM)<br \/>\nKontakt: igfm-heidelberg@gmx.net<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; In vier Wochen beginnen die Olympischen Spiele in China, einem Land, in dem schwerste Menschenrechtsverletzungen auf der Tagesordnung stehen. 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