{"id":27307,"date":"2021-05-20T13:14:41","date_gmt":"2021-05-20T11:14:41","guid":{"rendered":"https:\/\/humanrights-online.org\/de\/?p=27307"},"modified":"2021-11-26T10:43:09","modified_gmt":"2021-11-26T09:43:09","slug":"russland-inguschetien-politische-gefangene-hintergrundbericht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/humanrights-online.org\/de\/russland-inguschetien-politische-gefangene-hintergrundbericht\/","title":{"rendered":"Russland-Inguschetien, Politische Gefangene, Hintergrundbericht"},"content":{"rendered":"<h3>Russland, Inguschetien. Seit \u00fcber 2 Jahren sind diese zivilgesellschaftlichen Akteure in Untersuchungshaft und ben\u00f6tigen dringend Unterst\u00fctzung.\u00a0 Hier ein ausf\u00fchrlicher Hintergundbericht.<\/h3>\n<h3><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-27363\" src=\"https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Ingusch-7-1.jpg\" alt=\"\" width=\"843\" height=\"560\" srcset=\"https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Ingusch-7-1-31x21.jpg 31w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Ingusch-7-1-200x133.jpg 200w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Ingusch-7-1-301x200.jpg 301w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Ingusch-7-1-400x266.jpg 400w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Ingusch-7-1-600x399.jpg 600w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Ingusch-7-1-768x510.jpg 768w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Ingusch-7-1-800x531.jpg 800w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Ingusch-7-1.jpg 843w\" sizes=\"(max-width: 843px) 100vw, 843px\" \/><\/h3>\n<h2>Brennpunkt Nordkaukasus, Inguschetien, Hintergrund<\/h2>\n<p><strong>Kolonialzeitliche V\u00f6lkervielfalt auf der hochgebirgigen Landenge zwischen Asien und Europa<\/strong><\/p>\n<p>INGUSCHETIEN ist die kleinste Teilrepublik der Russischen F\u00f6deration mit nur ca. 400 000 Einwohnern, zu fast 100 Prozent ethnische Inguschen. Es geh\u00f6rt zum russischen F\u00f6derationskreis Nordkaukasus, der sich aus 6 autonomen Teilrepubliken und der Region Stawropol zusammensetzt.<\/p>\n<p>Die Region des Nordkaukasus ist im Westen weitgehend unbekannt, noch weniger das kleine Inguschetien. Oft kennt man das Gebiet heute nur als \u201eschwieriges\u201c russisches Epizentrum islamistischen Terrors im Zusammenhang mit den benachbarten Tschetschenienkriegen (1994-96, 1999-2009).<\/p>\n<p>Schwierig nicht zuletzt, da sich auf der hochgebirgigen Landenge zwischen Asien und Europa im Laufe von vielen Jahrhunderten, innerhalb der Ausbreitung kolonialer Gro\u00dfm\u00e4chte wie Persien, osmanisches und sp\u00e4ter russisches Reich, eine Vielzahl an Ethnien und kleinen V\u00f6lkern entwickelt hat.<\/p>\n<p>Die Geschichte des Nordkaukasus ist voll von willk\u00fcrlichen Grenzziehungen der Gro\u00dfm\u00e4chte, von deren An- und Umsiedelungspolitik, von traumatischer Flucht, Vertreibung und Deportation einzelner Bev\u00f6lkerungsgruppen sowie ganzer V\u00f6lker.<\/p>\n<p>Noch heute gibt in Dagestan, der s\u00fcdlichsten und gr\u00f6\u00dften der 6 Nordkaukasusrepubliken mit ca. 3 Millionen Einwohnern, ungef\u00e4hr von der Gr\u00f6\u00dfe Niedersachsens, 12 Amtssprachen sowie \u00fcber 30 Sprachen mit wiederum jeweils eigenen Dialekten.<\/p>\n<p>Das inguschische Volk wiederum gliedert sich bis hin in kleinste Familienverb\u00e4nde (Teips), die ihnen seit Fr\u00fchbeginn der kolonialbestimmten Siedlungsgeschichte bis heute (ca. 350 Teips) Schutz, Loyalit\u00e4t und Verteidigung boten und so zum \u00dcberleben des kleinen Volkes beitrugen.<\/p>\n<p><strong>Islamisch gepr\u00e4gt, doch nicht vereint<\/strong><\/p>\n<p>Obgleich der stetigen jahrhundertelangen islamischen Ausbreitung von S\u00fcd nach Nord aus dem osmanischen und persischen Reich, kam es auf dem Gebirgstegel zwischen Orient und Okzident mit so vielen kleinen V\u00f6lkern, Ethnien und Familienverbindungen, mit der stetigen Konkurrenz zum Christentum und vorherrschenden Naturreligionen sowie mit den gebirgstypischen guten geographischen Abgrenzungsm\u00f6glichkeiten, zu keinem gr\u00f6\u00dferen islamisch-kaukasischem Staatengebilde.<\/p>\n<p><strong>Versch\u00e4rfte Kolonialpolitik Russlands erzeugt kampfbereite Widerstandsbewegung<\/strong><\/p>\n<p>Dies geschah erst im 19 Jhd unter dem Sufi-Imam Schamil als das Russische Zarenreich der strategischen Bedeutung des Kaukasus mehr Gewicht beima\u00df. Mit dem zunehmenden Druck aus dem russischen Reich entwickelte sich unter den Sufi-Gemeinden verschiedener Ethnien eine kampfbereite Widerstandsbewegung, die zuletzt von Imam Schamil angef\u00fchrt wurde und die in die russische Geschichte als Kaukasuskrieg (1817-1864, mit gesch\u00e4tzt bis zu 15 000 im Schlachtfeld get\u00f6teten russischen Soldaten und bis zu gesamt 100 000 russischen Todesopfern) eingegangen ist. Schamil kapitulierte letztlich, die K\u00e4mpfe waren brutal und erforderten viele Todesopfer (weit h\u00f6her als die russischen, doch schwer zu sch\u00e4tzen), die Russen waren in der \u00dcbermacht, die Bev\u00f6lkerung war am Boden, uneinig und kriegsm\u00fcde.<\/p>\n<p><strong>Friedliebende Inguschen<\/strong><\/p>\n<p>Nur wenige Inguschen beteiligten sich an diesem Krieg, hier fanden sich mehr Anh\u00e4nger des nordkaukasischen Scheichs Kunta Haddschi, der im Gegensatz zu Schamil f\u00fcr eine asketische, weltentsagende Form des Sufi-Islam stand und gegen den Krieg mit Russland appellierte, solange man Religion und Br\u00e4uche aus\u00fcben d\u00fcrfe.<\/p>\n<p><strong>Volksvertreibungen des Russischen Zarenreichs<\/strong><\/p>\n<p>So waren die Inguschen kaum von der darauffolgenden gro\u00dfen Zwangsaussiedlung seitens der russischen Siegermacht betroffen. Diese entwurzelte bis zu gesch\u00e4tzt \u00fcber eine Million Kaukasier, wobei viele Zehntausende ums Leben kamen. Vor allem betroffen war fast das gesamte Volk der Tscherkessen, die bis heute diese Vertreibung als V\u00f6lkermord bezeichnen, den bspw. das s\u00fcdkaukasische Georgien 2011 als solchen offiziell anerkannt hat. Aber betroffen waren bspw. auch einige Tausend tschetschenische Gro\u00dffamilien, die etwa 10 Prozent des mit den Inguschen verwandten Nachbarvolkes ausmachten.<\/p>\n<p><strong>Volksvertreibung unter Stalin<\/strong><\/p>\n<p>Wie unz\u00e4hlige Ethnien und V\u00f6lker des Ostens, die sich mit dem Zerfall der alten Weltordnung Ende des Ersten Weltkrieges als eigener Staat aufstellen wollten, wurde auch der Kaukasus von der Roten Armee \u201e\u00fcbermannt\u201c und unter dem Vorzeichen einer neuen politischen Weltordnung in das gr\u00f6\u00dfte Staatengebilde der Welt, der Union sozialistischer Sowjetrepubliken einverleibt. Unter Federf\u00fchrung des gro\u00dfen (s\u00fcdkaukasischen) Sowjetdiktators Josif Stalin wurden s\u00e4mtliche neue Grenzen gesetzt, wobei der S\u00fcdkaukasus in drei eigenst\u00e4ndige Sowjetrepubliken (mit der Sonderregelung Karabach) eingeteilt und der Nordkaukasus (beide Gebiete in etwa halb so gro\u00df wie Deutschland) der russischen sozialistischen Sowjetrepublik untergeordnet wurde.<\/p>\n<p>Die Inguschen (ca. 90 000) wurden 1944 unter Stalins Terror zusammen mit den Tschetschenen (ca 400 000) kollektiv als angebliche Nazi-Kollaborateure nach Kasachstan deportiert. Die Leitung der Deportation \u00fcbernahm der (s\u00fcdkaukasische) ber\u00fcchtigte NKWD (terroristischer Geheimdienst der damaligen UdSSR) Chef Berija selbst vor Ort. Fast eine halbe Million Menschen wurden in weniger als einer Woche brutal entwurzelt, Fl\u00fcchtige erschossen, Menschen bei lebendigem Leib verbrannt. Fast ein Drittel starb nach inguschetischen Sch\u00e4tzungen nach der Deportation in Mittelasien infolge der dortigen extremen Lebensbedingungen.<\/p>\n<p><strong>Heimkehr der Inguschen<\/strong><\/p>\n<p>Erst 13 Jahre sp\u00e4ter wurden sie rehabilitiert und durften in ihre Heimat zur\u00fcckkehren. Ihr Heimatland war unter den benachbarten Republiken aufgeteilt worden und nach ihrer R\u00fcckkehr blieb ein Herzst\u00fcck Inguschetiens (mehr als ein Viertel), der \u201ePrigorodnij Bezirk\u201c, bei dem westlich angrenzenden Nordossetien und seither besteht bei den Inguschen die Forderung nach R\u00fcckgabe dieses Territoriums.<\/p>\n<p><strong>Prigorodnij Konflikt<\/strong><\/p>\n<p>Dieser territoriale Konflikt ging mit dem Zerfall der Sowjetunion 1992 in einen offenen Krieg \u00fcber, nicht zuletzt, weil der damalige russische Pr\u00e4sident Boris Jelzin den Inguschen im Herbst 1990 bei einem Auftritt in Nasran mit einem neuen Gesetzesentwurf gro\u00dfe Hoffnungen gemacht hatte, die er dann nicht einhalten konnte und zwei Jahre sp\u00e4ter den Ausnahmezustand erkl\u00e4rte und eine 10 000 Mann starke Interventionstruppe entsendete, die den Krieg nach 10 Tagen beendete. Dennoch folgten noch viele Jahre zahlreiche Auseinandersetzungen, die Hunderte von Menschenleben auf beiden Seiten forderten sowie viele Zehntausende Fl\u00fcchtlinge, insbesondere Inguschen (laut inguschetischen Angaben 70 000), zur Folge hatten. Erst 2005 beendete Jelzin den Ausnahmezustand, Prigorodnij blieb bei Nordossetien. Die Forderungen nach R\u00fcckgabe seitens der Inguschen bestehen noch heute.<\/p>\n<p><strong>Sowjet-s\u00e4kularisierte Gesellschaft<\/strong><\/p>\n<p>Extremistische islamistische Konflikte mit kriegerischen Auseinandersetzungen sind f\u00fcr die Zeit der 70 Jahre w\u00e4hrenden Sowjetunion nicht bekannt. Der vorherrschende weltentsagende Sufi-Islam sowie die repressive Religionspolitik der Sowjetunion hatten in der Breite eine s\u00e4kularisierte Gesellschaft geschaffen.<\/p>\n<p><strong>Aufbruchsstimmung in die eigene Identit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<p>Dies \u00e4nderte sich mit dem Zerfall der Sowjetunion als fast pl\u00f6tzlich \u201eUnabh\u00e4ngigkeit\u201c zum Wort der Stunde wurde. Doch w\u00e4hrend alle eigenst\u00e4ndigen sozialistischen Sowjetrepubliken (11 ohne Baltikum), wie auch die 3 des S\u00fcdkaukasus umgehend diese Unabh\u00e4ngigkeit rechtlich umsetzen konnten, so galt die nicht f\u00fcr den der russischen sozialistischen Sowjetrepublik zugeteilten Nordkaukasus.<\/p>\n<p><strong>Friedliebende Inguschen<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend sich die Inguschen, die zusammen mit den Tschetschenen in die Tschetschenisch-inguschische autonome sozialistische Teilrepublik der russischen Sowjetrepublik waren, weiterhin der postsowjetischen Russischen F\u00f6deration unterordneten, erkl\u00e4rte Tschetschenien einseitig seine Unabh\u00e4ngigkeit.<\/p>\n<p><strong>Der Putin-gepuschte Aufstieg des islamistischen Diktators Ramsan Kadyrow im benachbarten Tschetschenien<\/strong><\/p>\n<p>Der somit er\u00f6ffnete Separationskonflikt mit Russland zog nun infolge immer mehr radikale Islamisten aus der Region sowie aus dem Ausland an. So auch den Mufti von Tschetschenien Achmat Kadyrow, der 1994 zum Dschihad gegen Russland aufrief. In den n\u00e4chsten 15 Jahren folgten zwei alles zerst\u00f6rende Kriege mit brutalsten Verbrechen gegen die Menschlichkeit (auf beiden Seiten) mit insgesamt bis zu gesch\u00e4tzten 200 000 Todesopfern, darunter zum Gro\u00dfteil Zivilisten sowie vielen Hundertausenden tschetschenischen Fl\u00fcchtlingen.<\/p>\n<p>Der Gro\u00dfteil floh ins benachbarte Inguschetien. Zu Beginn 2000 waren es hier um die 250\u00a0000 Kriegsfl\u00fcchtlinge, vor allem Frauen und Kinder, die zumeist privat von den damals ca. 340 000 Inguschen aufgenommen wurden.<\/p>\n<p>F\u00fcr Terror und Gr\u00e4ueltaten ber\u00fcchtigt geworden war vor allem der tschetschenische Mufti Achmat Kadyrow, der zum Dschihad gegen Russland aufgerufen hatte und dessen Leibgarde, die \u201eKadyrowzi\u201c als dschihadistische Todesschwadronen Angst und Schrecken verbreiteten.<\/p>\n<p>Mit Beginn von Vladimir Putins Amtszeit als russischem Ministerpr\u00e4sidenten 1999 und dem Zweiten Tschetschenienkrieg machte Kadyrow eine 180 Grad Wende und k\u00e4mpfte mit seinen Kadyrowzi auf Seiten Russlands, mit dessen Unterst\u00fctzung er 2000 zum Verwaltungschef Tschetscheniens ernannt wurde, 2001 zum Chef der lokalen Rosneft (russischer \u00d6lkonzern) Vertretung und schlie\u00dflich 2003 zum Pr\u00e4sidenten der russischen F\u00f6derationsrepublik Tschetschenien gekr\u00f6nt wurde.<\/p>\n<p>Nach dem t\u00f6dlichen Bombenanschlag auf Achmat Kadyrow 2004, setzte der russische Pr\u00e4sident Vladimir Putin auf seinen Sohn Ramsan Kadyrow und ebnete seinen Weg f\u00fcr die Nachfolge seines Vaters als Pr\u00e4sidenten Tschetscheniens.<\/p>\n<p><strong>Ruhe durch Kadyrows Todesschwadronen, die \u201eKadyrowzki\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Mit der pers\u00f6nlichen \u00dcbernahme der Leibgarde seines Vaters, bestehend aus gesch\u00e4tzt 2000 professionellen dschihadistischen K\u00e4mpfern und der vollen russischen R\u00fcckendeckung brachte Ramsan Kadyrow f\u00fcr Putin 2009 letztlich den Sieg \u00fcber das islamistische Epizentrum Russlands ein. Der Teufel war mit dem Beelzebub ausgetrieben worden und der Beelzebub z\u00e4hlt f\u00fcr Putin bis heute als Garant f\u00fcr eine gewisse Ruhe in der nordkaukasischen Konfliktregion.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich hat sich die Zahl von Terrorakten in der Region deutlich verringert. Doch baut Kadyrow vor allem mithilfe seiner ihm pers\u00f6nlich unterstehenden Terrortruppe in Tschetschenien innerhalb der Russischen F\u00f6deration und unter deren Duldung eine islamistische Diktatur mit F\u00fchrerkult auf.<\/p>\n<p><strong>Homoehe in der Russischen F\u00f6deration verfassungsm\u00e4\u00dfig verboten, Viel- und Fr\u00fchehe im benachbarten F\u00f6derationssubjekt Tschetschenien des F\u00f6derationskreis Nordkaukasus, erlaubt, zumindest offenen Auges geduldet<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend in Russland in der neuen Verfassung die Homoehe verboten wird, erkl\u00e4rt Kadyrow \u00f6ffentlich, dass er die Polygamie in der Landes-Verfassung verankern m\u00f6chte. Auch die Fr\u00fchehe ist f\u00fcr ihn kein Problem. Die Frauen haben sich zu in bunten Hijabs zu bedecken, sind Eigentum der M\u00e4nner. Jegliches Aufkeimen von Widerstand wird in der Bev\u00f6lkerung wird mit brutalsten Mitteln im Keim erstickt (Folter, Ermordung, Hinrichtung, Sippenhaft).<\/p>\n<p><strong>Zeit f\u00fcr Kadyrows proklamierte W\u00fcnsche nach erweiterten Landesgrenzen<\/strong><\/p>\n<p>Und w\u00e4hrend der putinsche Statthalter Ramsan Kadyrow somit die Lage in Tschetschenien im Griff hat, kann er jetzt lang gehegte W\u00fcnsche der \u201eNachbesserung\u201c von Grenzlinien mit dem benachbarten Dagestan und Inguschetien angehen, die damals unter Stalin mehrfach ver\u00e4ndert wurden.<\/p>\n<p><strong>Landnahme beim benachbarten Inguschetien: Nacht- und Nebelaktion<\/strong><\/p>\n<p>Dass f\u00fcr dieses Vorhaben die betreffende Bev\u00f6lkerung zumindest informiert werden sollte, liegt l\u00e4ngst au\u00dferhalb seines Vorstellungsverm\u00f6gens und so stellten einige inguschische NGOs Ende August 2018 eher zuf\u00e4llig fest, dass dieses Vorhaben in vollem Gange ist, als tschetschenische Bauarbeiter auf inguschetischem Grenzgebiet, einem vom Ministerium f\u00fcr nat\u00fcrliche Ressourcen und Umwelt der Russischen F\u00f6deration ausgewiesenen Naturschutzgebiet, mit Baumf\u00e4llarbeiten f\u00fcr den Stra\u00dfenbau zugange waren. Auf Nachfragen erkl\u00e4rte ein Pressesprecher Tschetscheniens, dass hier eine kriegszerst\u00f6rte Stra\u00dfe wiederaufgebaut werde, auf der beide L\u00e4nder fahren d\u00fcrften. Seitens der inguschetischen Regierung blieb eine Antwort aus.<\/p>\n<p><strong>Inguschetien leistet zivilen Widerstand und warnt vor totalit\u00e4rem Sog aus dem Nachbarland<\/strong><\/p>\n<p>Ungeachtet beginnender Proteste der inguschetischen Bev\u00f6lkerung schlossen Ramsan Kadyrow und der 2008 von Russland ernannte Pr\u00e4sident Inguschetiens, Junus-bek Jewkurow das Abkommen \u00fcber die neuen Grenzverlegungen am 26. September 2018 ab. Jewkurow, teilte mit, sie h\u00e4tten im Abkommen gleichwertiges Land ausgetauscht.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-27313\" src=\"https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/ingusch-land-konkret.png\" alt=\"\" width=\"809\" height=\"631\" srcset=\"https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/ingusch-land-konkret-31x24.png 31w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/ingusch-land-konkret-200x156.png 200w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/ingusch-land-konkret-256x200.png 256w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/ingusch-land-konkret-400x312.png 400w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/ingusch-land-konkret-600x468.png 600w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/ingusch-land-konkret-768x599.png 768w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/ingusch-land-konkret-800x624.png 800w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/ingusch-land-konkret.png 1004w\" sizes=\"(max-width: 809px) 100vw, 809px\" \/><\/p>\n<p>Nach einem unabh\u00e4ngigen kartographischen Institut und allen bisherigen Kenntnissen, gibt in dem Abkommen allerdings Inguschetien 26 800 ha ab und erh\u00e4lt von Tschetschenien im Austausch 1000 ha. Die kleinste russische Teilrepublik, die schon nach der R\u00fcckkehr aus der Stalinschen Deportation ein Viertel ihres Heimatlandes verloren hat, schrumpft somit um weitere 7 Prozent.<\/p>\n<p><strong>Die Proteste der inguschischen Zivilbev\u00f6lkerung gegen das Abkommen setzten sich fort.<\/strong><\/p>\n<p>Stark kritisiert wurde der inguschetische Pr\u00e4sident Jewkurow, er h\u00e4tte die eigene Bev\u00f6lkerung dar\u00fcber informieren m\u00fcssen und nicht im Alleingang ein solch wichtiges Abkommen mit Kadyrow abschlie\u00dfen d\u00fcrfen. Viele forderten seinen R\u00fccktritt.<\/p>\n<p>Gemeinsam mit dem inguschetischen Verfassungsgericht wurde nach Artikel 111 das Abkommen als nicht rechtm\u00e4\u00dfig erkl\u00e4rt, da in solchen Fragen die Meinung der Bev\u00f6lkerung eingeholt werden m\u00fcsse und es wurde ein Referendum diesbez\u00fcglich eingefordert.<\/p>\n<p>Auf den folgenden Kundgebungen Anfang Oktober 2018 mit vielen Zehntausenden Teilnehmern, sprachen der erste Pr\u00e4sident Inguschetiens (1993-2001) Ruslan Auschew, der ehemalige Innenminister Inguschetiens, Achmed Pogorow (2002-2003), der Vorsitzende des Rates der inguschischen Teips, Vertreter des Inguschischen Komitees f\u00fcr nationale Einheit und viele weitere Repr\u00e4sentanten aus Politik und Gesellschaft.<\/p>\n<p><strong>Kadyrow droht den Organisatoren des Protests pers\u00f6nlich<\/strong><\/p>\n<p>Kadyrows Emp\u00f6rung \u00fcber die Redner kam unter anderem in einer erweiterten Ministerkonferenz am 16. Oktober in Grosny zutage, wo ein Ausschnitt in den abendlichen Fernsehnachrichten zu sehen war. Hier sprach er konkret nur die Organisatoren der Kundgebung an, sie sollten, wenn sie echte M\u00e4nner seien, diese Kundgebungen auf dem jetzt ihm geh\u00f6renden Land machen und sollten dort behaupten, es w\u00fcrde ihnen geh\u00f6ren. Es w\u00e4re nur fraglich, ob diese Ehrenm\u00e4nner dann den Platz wieder auf eigenen Beinen verlassen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Insbesondere drohte er dem ehemaligen inguschetischen Innenminister Pogorow, der der eine Reihe nicht korrekter Aussagen in seine Richtung gemacht habe, f\u00fcr die er pers\u00f6nlich bei ihm und seiner Familie \u201enachfragen\u201c w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Wie so eine \u201eNachfrage\u201c bestenfalls ausgehen kann, zeigt sein sp\u00e4tabendlicher \u201eBesuch\u201c bei einem Teip-\u00c4ltesten in dem inguschetischen Dorf Surchachi am 16. Oktober 2018, weil dieser ihn als \u201eHirten\u201c bezeichnet hatte, wo er in einer Wagenkolonne von mehreren Dutzend Autos und bewaffneten Wachen erschien und die Sache traditionell im pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4ch mit gegenseitiger Verzeihung bereinigte.<\/p>\n<p>Weitere pers\u00f6nlichen Besuche erhielt bspw. auch der Vorsitzende des Protestkomitees Achmed Barachoew in seinem Dorf Neu-Redant, den am 24.10. gegen 22.00 der tschetschenische Parlamentsvorsitzende Magomed Daudow aufsuchte und ihm ausrichtete, dass Ramsan Kadyrow ihn und den ehemaligen Innenminister Pogorow zum Scharia-Gericht nach Tschetschenien einlade. Zwei Tage sp\u00e4ter erschien eine ganze tschetschenische Delegation mit Kadyrow bei Pogorow im inguschetischen St\u00e4dtchen Karabulak. Auch hier wurde angeblich eine traditionelle Vers\u00f6hnung mit Gebet erreicht.<\/p>\n<p><strong>Von Putin ernannter inguschetischer Pr\u00e4sident Junus-bek Jewkurow gegen das Volk der Inguschen<\/strong><\/p>\n<p>Dennoch hatte sich in der Grundeinstellung der Inguschen zum Thema keine Akzeptanz f\u00fcr das neue Grenzabkommen eingestellt. Am Tag des Welt-Kongresses des Ingusch Volkes, dem 30. Oktober 2018, an dem sich einige Hunderte Vertreter der Ingusch aus nah und fern in Nasran (gr\u00f6\u00dfte Stadt Inguschetiens mit etwas \u00fcber 100 000 Einwohnern) tagten, fiel auch die offizielle Entscheidung des inguschetischen Verfassungsgerichts, die das Abkommen als verfassungswidrig erkl\u00e4rte. Die Entscheidung wurde von den Kongressteilnehmern bejubelt.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend ganz Inguschetien jubelte, stellte der eigene Pr\u00e4sident Jewkurow die Zust\u00e4ndigkeit des inguschetischen Verfassungsgerichts infrage und legte das Abkommen am 8. November dem russischen Bundesverfassungsgericht vor. Dies entschied am 6. Dezember 2018, dass das Abkommen rechtm\u00e4\u00dfig sei und auch ein Referendum nicht notwendig. Der inguschetische Pr\u00e4sident erkl\u00e4rte, damit sei jetzt ein Punkt daruntergesetzt und Kadyrow erkl\u00e4rte, dass Inguschen und Tschetschenien weiterhin br\u00fcderlich miteinander blieben.<\/p>\n<p>Doch die Inguschen wollten keinen Punkt unter das Abkommen machen und warnten vor dem totalit\u00e4ren Sog aus der br\u00fcderlichen Nachbarrepublik. Sie nahmen ihre Proteste wieder auf und wie zuvor achteten die Organisatoren streng darauf, dass die Proteste im rechtlichen Rahmen und friedlich durchgef\u00fchrt wurden.<\/p>\n<p><strong>Friedliche Inguschen<\/strong><\/p>\n<p>Jede Kundgebung wurde angemeldet, genehmigt, die Sprecher, allesamt hochgebildete und langj\u00e4hrig f\u00fcr das Gemeinwohl engagierte Personen, machten immer wieder ganz bewusst darauf aufmerksam wie wichtig es ist, friedlich zu demonstrieren. Es wehte die inguschische und russische Flagge, man betete gemeinsam, niemand war bewaffnet oder maskiert, es wurden keine Verkehrswege oder \u00e4hnliches blockiert, &#8211; die traditionell bedingt zum Gro\u00dfteil \u00e4lteren m\u00e4nnlichen Teilnehmer stachen geradezu hervor in ihrem gesitteten Protest.<\/p>\n<p><strong>Kundgebung vom 27. M\u00e4rz 2019 &#8211; Stein und Stuhl des Ansto\u00dfes f\u00fcr folgenschwere Verhaftungswelle der Russischen F\u00f6deration<\/strong><\/p>\n<p>Bis zum 27.M\u00e4rz 2019 in Magas, der von der russischen F\u00f6deration 2000 ernannten Hauptstadt Inguschetiens mit unter 3000 Einwohnern, in unmittelbarer N\u00e4he von Nasran. Die f\u00fcr mehrere Tage angemeldete Kundgebung auf dem Platz vor dem inguschetischen Fernsehsender war vorerst nur f\u00fcr den 26.3. bis 22.00 Uhr genehmigt worden. Bis zu gesch\u00e4tzten 40 000 hatten sich an diesem Tag versammelt, alles verlief wie immer friedlich. Man forderte den R\u00fccktritt des Pr\u00e4sidenten, erkannte das Grenzabkommen nicht an. Doch blieben viele Teilnehmer \u00fcber Nacht oder fanden sich zum Morgengebet wieder ein.<\/p>\n<p>Und genau zum heiligen Morgengebet befahl der stellvertretende Innenminister Inguschetiens Michail Poleschtschuk, der noch nicht lange zuvor als Polizeioberst die Abteilung f\u00fcr Extremismusbek\u00e4mpfung in Sibirien leitete, die Menge auseinanderzutreiben.<\/p>\n<p><strong>Die Rolle des Experten f\u00fcr Extremismusbek\u00e4mpfung der Russischen F\u00f6deration Michail Poleschtschuk bei der Aufl\u00f6sung der Kundgebung<\/strong><\/p>\n<p>So kam es pl\u00f6tzlich zu kurzen Tumulten und einige Teilnehmer, vor allem J\u00fcngere, griffen zu den umstehenden St\u00fchlen oder umliegenden Steinen und warfen sie gen Polizei. Hierbei wurden 67 Polizisten verletzt, darunter 3 schwer, jedoch nicht lebensgef\u00e4hrlich.<\/p>\n<p>Achmed Pogorow, der ehemalige Innenminister und promovierte Jurist, erkl\u00e4rte schon kurz nach der aufgel\u00f6sten Kundgebung, dass dieses Ungl\u00fcck geradezu von Poleschtschuk provoziert worden sei. In einem sp\u00e4teren offenen Brief an die zust\u00e4ndigen russischen Bundesbeh\u00f6rden, in dem er eine rechtliche \u00dcberpr\u00fcfung der Geschehnisse fordert, begr\u00fcndet er diesen Vorwurf anhand des Gesetzes f\u00fcr die Verfahrensweise der Aussetzung und Beendigung \u00f6ffentlicher Veranstaltungen und f\u00fchrt nachweislich auf, dass der russische Extremismus-Experte zu keiner Zeit verantwortungsgem\u00e4\u00df zur Deeskalation der Konfliktsituation beigetragen hat, sondern im Gegenteil.<\/p>\n<p><strong>Ehrbare Organisatoren des friedlichen zivilen Widerstands gegen die Landnahme Kadyrows bis heute in russischer Untersuchungshaft<\/strong><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-27363\" src=\"https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Ingusch-7-1.jpg\" alt=\"\" width=\"843\" height=\"560\" srcset=\"https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Ingusch-7-1-31x21.jpg 31w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Ingusch-7-1-200x133.jpg 200w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Ingusch-7-1-301x200.jpg 301w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Ingusch-7-1-400x266.jpg 400w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Ingusch-7-1-600x399.jpg 600w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Ingusch-7-1-768x510.jpg 768w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Ingusch-7-1-800x531.jpg 800w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Ingusch-7-1.jpg 843w\" sizes=\"(max-width: 843px) 100vw, 843px\" \/><\/p>\n<p>Und es ist doch genau diese kurze Eskalation am fr\u00fchen Morgen des 27. M\u00e4rz 2019 in Magas, die im Anschluss zu 60 Verhaftungen mit durchschnittlich 2 Jahren Freiheitsentzug f\u00fchrte.<\/p>\n<p>Sieben der Organisatoren, die nachweislich weder an der Kundgebung, noch je Gewalt angewendet haben, die sowohl an dieser Kundgebung als auch immer zuvor f\u00fcr friedliche freie Meinungs\u00e4u\u00dferung einstanden, befinden sich bis heute, also seit \u00fcber zwei Jahren in Untersuchungshaft! Ausnahmslos hochgebildete, engagierte B\u00fcrger der inguschischen Zivilgesellschaft mit beeindruckenden Biographien.<\/p>\n<p>Sie alle werden mit dem russischen Gummiparaphen Extremismus eingespannt und als Extremisten und Schwerverbrecher geahndet.<\/p>\n<p>So der mehrfach genannte ehemalige Innenminister Inguschetiens Achmed Pogorow, und der 67j\u00e4hrige Philologe Achmed Barachoew, die Ramsam Kaydrow noch einige Monate vor ihrer Verhaftung pers\u00f6nlich aufgesucht hatte. Oder der 69j\u00e4hrige herzkranke Malsag Uschachow, der sich vom Schreinerlehrling zum diplomierten Pharmazeuten hochgearbeitet und als Leiter im staatlichen Gesundheitswesen das Apothekennetz ausgebaut hat. Aber auch die 42j\u00e4hrige Historikerin und stellvertretende Museumsdirektorin Sarifa Sautiewa, die sich f\u00fcr schwierige Frauenfragen einsetzt. Die erst 30 Jahre alten Juristen Bagaudin Chautiew und Ismail Nalgiew, die sich f\u00fcr die Jugend und Menschenrechte engagieren. Zudem der Vorsitzende des inguschetischen Rotes Kreuzes, Musa Malsagow und der Wirtschaftsprofessor der St. Petersburger Universit\u00e4t Barach Tschemursiew, die beide noch kleine Kinder haben.<\/p>\n<p><strong>Verzweifelte Inguschen<\/strong><\/p>\n<p>Zu aller tiefen Verzweiflung der Familien ist zudem niemand in Inguschetien selbst inhaftiert, sondern sind sie verteilt auf benachbarte nordkaukasische Teilrepubliken (Naltschik in Karbadino-Balkarien, Wladikawkas in Nordossetien) oder in Pjatigorsk in der Region Stawroprol.<\/p>\n<p>Jetzt hat Putin wieder einen Wunsch frei bei Kadyrow<\/p>\n<p>Ramsan Kadyrow hat das inguschetische Land, die Stimmen der Inguschen sitzen seit 2 Jahren hinter Gittern, Jewkurow ist stellvertretender Verteidigungsminister der Russischen F\u00f6deration. Es ist offensichtlich, dass sich der islamistische Diktator Ramsam Kadyrow auf eine echte M\u00e4nnerfreundschaft mehr verlassen kann, als auf die islamische Bruderfreundschaft. So wurden Kadyrows Landw\u00fcnsche schnell erf\u00fcllt und auch Schwierigkeiten durch eine protestierende Zivilgesellschaft, mit denen man eigentlich gar nicht gerechnet hatte, wurden \u00fcber das Bundesverfassungsgericht in St. Petersburg in knapp einem Monat aus dem Wege ger\u00e4umt. Der \u201einguschetische Pr\u00e4sident\u201c Junus-bek Jewkurow, der im Juni 2019 zum R\u00fccktritt gezwungen war, da er einen 99 prozentigen Vertrauensverlust in seinem Land verzeichnete, wurde schon einen Monat sp\u00e4ter vom russischen Pr\u00e4sidenten Vladimir Putin zum stellvertretenden Verteidigungsminister der Russischen F\u00f6deration ernannt.<\/p>\n<p>Die Organisatoren einer in Inguschetien noch vorhandenen zivilen Gesellschaft, die es wagten zu behaupten, dass dies nicht Kaydrows Land ist, k\u00f6nnen dahingegen seit \u00fcber zwei ganzen Jahren \u2013wie Kadyrow ihnen angedroht hatte- auf eigenen Beinen nirgendwohin, sie sind noch immer in \u201eUntersuchungshaft\u201c, weggesperrt hinter Gittern.<\/p>\n<p>Und wiederum stehen in Russland alle, die sich f\u00fcr sie einsetzen mit einem Bein im Gef\u00e4ngnis. Mit den unz\u00e4hligen Zusatzparagraphen zu den schwammigen Gesetzen \u201e\u00dcber ausl\u00e4ndische Agenten\u201c und \u201eExtremismus\u201c, die der im Volksmund so bekannte \u201everr\u00fcckte Drucker\u201c aus der russischen Staatsduma ausspuckt, kann heute in Russland jeder irgendwie \u201elegal\u201c weggesperrt werden.<\/p>\n<p>Gelingt es dennoch eine Klage beim Europ\u00e4ischen Gerichtshof f\u00fcr Menschenrechte durchzubringen und das d\u00fcrfte bei der dort laufenden Klage f\u00fcr Sarifa Sautiewa sicher der Fall sein, dann, f\u00fcr alle, die das absurde Drama der gro\u00dfen Verfassungs\u00e4nderung in Russland nicht genau verfolgt haben, gilt Russisches Recht vor internationalen Abkommen.<\/p>\n<p><strong>Inguschen brauchen dringend unsere Hilfe !<\/strong><\/p>\n<p>Doch genau deshalb m\u00fcssen die westlichen Demokratien hier genau hinschauen, auch wenn der Nordkaukasus \u201eschwierig\u201c ist und zeigen, dass sie mehr wissen als \u201enur Nawalny\u201c und dass ihnen das Schicksal der politischen Gefangenen in ganz Russland nicht gleichg\u00fcltig ist!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Russland, Inguschetien. Seit \u00fcber 2 Jahren sind diese zivilgesellschaftlichen Akteure in Untersuchungshaft und ben\u00f6tigen dringend Unterst\u00fctzung.\u00a0 Hier ein ausf\u00fchrlicher Hintergundbericht. Brennpunkt Nordkaukasus, Inguschetien, Hintergrund Kolonialzeitliche V\u00f6lkervielfalt auf der hochgebirgigen Landenge zwischen Asien und Europa INGUSCHETIEN ist die kleinste Teilrepublik der Russischen F\u00f6deration mit nur ca. 400 000 Einwohnern, zu fast 100 Prozent ethnische Inguschen. Es geh\u00f6rt zum russischen F\u00f6derationskreis Nordkaukasus, der sich aus 6 autonomen Teilrepubliken und der Region Stawropol zusammensetzt. Die Region des Nordkaukasus ist im Westen weitgehend unbekannt, noch weniger <a href=\"https:\/\/humanrights-online.org\/de\/russland-inguschetien-politische-gefangene-hintergrundbericht\/\"> [&#8230;]<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":119,"featured_media":27314,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"slim_seo":{"title":"Russland-Inguschetien, Politische Gefangene, Hintergrundbericht - Menschenrechte Osteuropa - News &amp; Konflikte","description":"Russland, Inguschetien. 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