{"id":14780,"date":"2018-08-13T17:29:37","date_gmt":"2018-08-13T15:29:37","guid":{"rendered":"https:\/\/humanrights-online.org\/?p=14780"},"modified":"2021-11-26T10:46:59","modified_gmt":"2021-11-26T09:46:59","slug":"ukraine-das-ursprungsland-der-schoensten-melodien-pfeift-nur-noch-aus-dem-letzten-loch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/humanrights-online.org\/de\/ukraine-das-ursprungsland-der-schoensten-melodien-pfeift-nur-noch-aus-dem-letzten-loch\/","title":{"rendered":"Ukraine: Das Ursprungsland der sch\u00f6nsten Melodien pfeift nur noch aus dem letzten Loch"},"content":{"rendered":"<h1>Ukraine<br \/>\nDas Ursprungsland der sch\u00f6nsten Melodien pfeift nur noch aus dem letzten Loch<\/h1>\n<h4>Ein Bericht von Dr. phil. C. Krusch-Gr\u00fcn,<br \/>\nInternationale Gesellschaft f\u00fcr Menschenrechte<br \/>\nAugust 2018<\/h4>\n<h3><em>Tiefe Frustration nach 27 Jahren unabh\u00e4ngiger Ukraine und uns\u00e4gliches Leid. Das gr\u00f6\u00dfte Land Europas, die Kornkammer, das Land mit den sch\u00f6nsten Melodien pfeift nur noch aus dem letzten Loch.<\/em><\/h3>\n<h1><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-14782 alignleft\" src=\"https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/Kiew2018g-e1534162127103.jpg\" alt=\"\" width=\"403\" height=\"538\" \/><\/h1>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Small-Talk mit einem ukrainischen Psychologen im Flugzeug nach Kiew<\/strong><br \/>\nNach dem Dienstausfall eines Kollegen, sitze ich unerwartet im Flieger auf dem Weg nach Kiew.<br \/>\nNeben mir ein sympathischer \u00e4lterer Herr aus den Vororten Kiews. Einen Monat war er jetzt in der Schweiz und in Deutsch-land. Seine beiden Kinder arbeiten dort als Psychologen.<br \/>\nIch frage ihn, wie es jetzt sei mit Poroschenko als Pr\u00e4sidenten, jetzt mit der neuen Regierung nach dem Maidan. \u201eOh je\u201c, sagt er, alles sei viel schlimmer als fr\u00fcher. Den Menschen ginge es schlechter, die Arbeitslosigkeit steige, viele seien darauf angewiesen, im Ausland irgendwie Geld zu verdienen, um ihre Familien zu ern\u00e4hren. Die Alten blieben mit ihren armseligen Renten zur\u00fcck. Ich frage ihn vorsichtig, wie hoch denn seine Rente sei. Fast etwas peinlich gesteht er, dass seine Rente noch vergleichsweise gut sei, er habe ja aber auch 50 Jahre in f\u00fchrender Position als Psychologe in einem Kiewer Krankenhaus gearbeitet. Umgerechnet 200,- \u20ac erhalte er. Liebevoll erz\u00e4hlt er von seinen beiden Kindern und den Enkelkindern, dass er sehr froh dar\u00fcber sei, dass sie sich im Ausland etablieren konnten, dass er jeden Tag mit ihnen \u00fcber Skype in Kontakt stehe und dass die Schweiz ihn so fasziniert habe, dort sei es noch sch\u00f6ner als in Deutschland. Ich frage ihn, ob er sich angesichts der schlechten Lage in seinem Heimatland nicht \u00fcberlege, dort seinen Lebensabend zu verbringen. Bei seinen geliebten Kindern und Enkelkindern. Ja, \u00fcberlegt habe er schon, aber weder er noch seine Frau sprechen Deutsch, sie leben auf dem Lande in (der) Ukraine und haben dort eine traute und gute nachbarschaftliche Gemeinschaft, sie haben dort ihre Freunde, ihren Garten, ihr Leben. Insofern, nein, eigentlich wollten sie in ihrem hohen Alter ihre Heimat nicht mehr verlassen.<br \/>\nIch frage ihn, was er von den neuen Sprachgesetzen in der Ukraine halte, die das Ukrainische jetzt sozusagen zwangsverordnen und das Russische zwangsunterbinden sollen. Er antwortet als Kind einer ukrainischen Mutter und eines russischen Vaters (\u00fcbrigens ebenso wie Michail Gorbatschow) und sicher auch als Psychologe. F\u00fcr ihn stehe immer der Mensch im Vordergrund, dieser oktroyierte Hass auf die Russen sei nicht nat\u00fcrlich, man m\u00fcsse immer unterscheiden zwischen den Regierungen und den Menschen. Er hatte immer eine nahe Bindung zu den russischen Menschen, warum solle er sie nun hassen? Ja, Putin sei ein Autokrat, Poroschenko ein Betr\u00fcger und insgesamt wimmele es in der Welt derzeit nur so von schlechten Pr\u00e4sidenten, auch dieser Trump sei doch verr\u00fcckt.<br \/>\nBis zum Anflug in Kiew sprechen wir weiter, nicht mehr \u00fcber Politik, sondern \u00fcber Privates, obwohl wir uns gerade erst zuf\u00e4llig kennengelernt haben. Ich erhalte noch einige warmherzige psychologische Lebenshilfen mit auf den Weg und die Verabschiedung ist herzlich.<\/p>\n<p><strong><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-14798 alignright\" src=\"https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/kiew-2018-2.jpg\" alt=\"\" width=\"390\" height=\"292\" srcset=\"https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/kiew-2018-2-31x23.jpg 31w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/kiew-2018-2-200x150.jpg 200w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/kiew-2018-2-267x200.jpg 267w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/kiew-2018-2-400x300.jpg 400w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/kiew-2018-2-600x450.jpg 600w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/kiew-2018-2-768x575.jpg 768w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/kiew-2018-2-800x599.jpg 800w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/kiew-2018-2-1024x767.jpg 1024w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/kiew-2018-2-1200x899.jpg 1200w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/kiew-2018-2.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 390px) 100vw, 390px\" \/><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Pers\u00f6nliche Begegnungen unseres \u00d6PR 8 L\u00e4nderteams, ein wichtiges Moment in der<\/strong> <strong>Menschenrechtsarbeit<\/strong><br \/>\nAus dem Flieger heraus stelle ich erleichtert fest, dass die angek\u00fcndigte \u201eschara\u201c (Hitze) mit Regen, doch nicht so gnadenlos br\u00fctet wie in den letzten (und kommenden) Wochen bei uns in Deutschland. Wir werden abgeholt und auf die Hydropark Insel mitten in Kiew in ein k\u00fcnstlerisch eingerichtetes Bootshotel gebracht, bei diesem Wetter ein wunderbarer Ort f\u00fcr einen Workshop, in dem wir uns mit Bloggern aus allen L\u00e4ndern der \u00d6stlichen Partnerschaft treffen, um an unserer gemeinsam entwickelten, l\u00e4nder\u00fcbergreifenden Menschenrechts-Webseite zu arbeiten. Ein Projekt, das vom Deutschen Ausw\u00e4rtigen Amt unterst\u00fctzt wird, wof\u00fcr wir alle sehr dankbar sind. Innerhalb der \u00d6PR Raums herrscht reges Interesse f\u00fcr die Entwicklungen in der \u201eNachbarschaft\u201c.<br \/>\nDas 8 L\u00e4nderteam kennt sich seit vielen Jahren und es ist immer wieder sch\u00f6n mit anzusehen, wie sich alle miteinander verstehen, der russische Vertreter mit den Ukrainern oder Georgiern, selbst die aserbaidschanische mit der armenischen Vertreterin.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die gr\u00f6\u00dfte Revolution im kleinsten Land, ein \u00dcberraschungsgeschenk zum 70j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um der Allgemeinen Erkl\u00e4rung f\u00fcr Menschenrechte<\/strong><br \/>\nDie armenische Vertreterin ist auch die Heldin in der Begr\u00fc\u00dfungsrunde. Sie strahlt \u00fcber alle vier Backen, strotzt vor Gl\u00fcck. Alle gratulieren ihr aufrichtig und umarmen sie herzlich. Sie berichtet, dass sie Nikol Paschinjan pers\u00f6nlich noch aus den Uni-Zeiten kenne und von den gro\u00dfen Hoffnungen, die das gesamte Land jetzt in ihn setze. Sie haben es geschafft, eine samtene Revolution von unten. Aber sie wissen auch genau, dass das erst der Anfang sei und dass ihr Pr\u00e4sident jetzt jedwede Unterst\u00fctzung dringend ben\u00f6tige. Und seit seiner Wahl vor knapp drei Monaten habe sich schon viel bewegt. T\u00e4glich w\u00fcrden Korruptionsskandale aufgedeckt, an die \u00d6ffentlichkeit gebracht und Strafverfahren eingeleitet, bei denen man sehr auf die Einhaltung der rechtsstaatlichen Ordnung bedacht sei. T\u00e4glich g\u00e4be es Demonstrationen, bei denen sich bspw. Studenten f\u00fcr einen neuen Uni-Direktor einsetzten oder B\u00fcrger sich gegen den Bau einer Stra\u00dfe wehrten. Es h\u00f6rt sich fast nach Basis-Demokratie an. Was mir imponiert ist, dass Paschinjan den \u201efeindlichen\u201c Nachbarstaaten geschickt den Wind aus den Segeln nimmt. In seiner Kommunikation mit 7 Meilen Stiefeln \u00fcber hei\u00dfe Kohlen geht: Zur T\u00fcrkei sagt er, die internationale Anerkennung des Genozids sei keine Frage der armenisch-t\u00fcrkischen Beziehungen. Aserbaidschan schl\u00e4gt er eine friedliche L\u00f6sung des Berg-Karabach Konflikts mit Einbeziehung der OSZE vor. Und noch w\u00e4hrend des zweiten Tages unseres Workshops, l\u00e4sst er den ehemaligen Pr\u00e4sidenten Kotscharijan wegen Wahlmanipulation und Schie\u00dfbefehl auf Demonstranten mit Todesfolge verhaften.<br \/>\nIn wirtschaftlicher Hinsicht verf\u00fcgt er \u00fcber moderne und qualifizierte Berater, die wissen, dass die \u00dcberwindung von Korruption und Bestechung, der \u201eKleptokratie\u201c, (so die Bezeichnung aus dem ber\u00fchmten Buch \u201eWhy Nations fail\u201c eines seiner Wirtschaftsberater) von priorit\u00e4rer Bedeutung ist. Ebenso sucht er die finanzielle Unterst\u00fctzung aus der weltweit verstreuten Diaspora, mehr als doppelt <img decoding=\"async\" class=\"wp-image-13596 alignleft\" src=\"https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/31693176_1867660683290573_8323874252914688000_n.jpg\" alt=\"\" width=\"468\" height=\"312\" srcset=\"https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/31693176_1867660683290573_8323874252914688000_n-31x21.jpg 31w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/31693176_1867660683290573_8323874252914688000_n-200x133.jpg 200w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/31693176_1867660683290573_8323874252914688000_n-300x200.jpg 300w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/31693176_1867660683290573_8323874252914688000_n-400x267.jpg 400w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/31693176_1867660683290573_8323874252914688000_n-600x400.jpg 600w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/31693176_1867660683290573_8323874252914688000_n-768x512.jpg 768w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/31693176_1867660683290573_8323874252914688000_n-800x533.jpg 800w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/31693176_1867660683290573_8323874252914688000_n.jpg 960w\" sizes=\"(max-width: 468px) 100vw, 468px\" \/>so vielen Armeniern als im kleinen, armen Armenien (mit knapp 3 Millionen Einwohnern) selbst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neben allen Zweifeln an Erfolgen von \u201eschnellen\u201c Revolutionen, lasse ich mich doch gerne von der Freude anstecken, denn leider gibt es in der Menschenrechtsarbeit nur allzu selten Anlass dazu und &#8211; so erscheint es mir gerade in den letzten Jahren &#8211; kommen Menschenrechtsverletzungen aus L\u00e4ndern hinzu, von denen man bislang dachte, dass sie die Allgemeine Erkl\u00e4rung f\u00fcr Menschenrechte mit der Muttermilch aufgenommen h\u00e4tten. Angesichts ihres 70j\u00e4hriges Jubil\u00e4ums in diesem Jahr ein bitteres Geschenk.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Fu\u00dfball WM in Russland, strikte Trennung von L\u00e4nderspiel und -konflikt?<\/strong><br \/>\nIn der Runde sind auch viele Sportfreunde, die den russischen Vertreter fragen, wie er die WM in Moskau erlebt habe. Der Moskauer erz\u00e4hlt wie beeindruckend es war, diese Menschenmengen aus aller Herren L\u00e4nder auf den Stra\u00dfen live mitzuerleben. Es w\u00e4re etwas sehr Besonderes f\u00fcr alle gewesen und fast dankbar h\u00e4tten sie die Gelegenheit genutzt, diesen G\u00e4sten zu zeigen, dass sie keine kalten, b\u00f6sen Menschen seien und ihrer Ansicht nach, sei ihnen dies auch w\u00e4hrend der WM gut gelungen. Politik und internationale sportliche Wettk\u00e4mpfe m\u00fcsse man trennen. Auch Provokationen wie von Shakiri oder Vida, h\u00e4tten auf dem Spielfeld nichts verloren. \u201eUnd was ist da eigentlich bei euch mit diesem \u00d6zil?\u201c, ja, das war eine Frage, die pl\u00f6tzlich alle interessierte. Ich berichte, dass er sich mit dem t\u00fcrkischen Pr\u00e4sidenten habe fotografieren lassen und deswegen stark kritisiert wurde. Ich sehe, dass niemand versteht, was genau ich damit meine und auch wird gleich nachgehakt: \u201eWieso darf er sich nicht mit dem t\u00fcrkischen Pr\u00e4sidenten fotografieren lassen, er ist stammt doch aus der T\u00fcrkei, oder?\u201c Etwas echofiert erkl\u00e4re ich, dass ein Spieler der deutschen Nationalmannschaft auch deutsche Repr\u00e4sentationspflichten hat und dass er, wenn er sich vor der Pr\u00e4sidentenwahl mit einer herzlichen Geschenk\u00fcbergabe seines Trikots an Erdogan fotografieren lie\u00dfe, praktisch als Repr\u00e4sentant Deutschlands dessen Wahlkampf unterst\u00fctze. Und fast alle hier von uns haben doch im letzten Jahr mit Can D\u00fcndar zusammengesessen, wir wissen doch, wie viele Menschen Erdogan hinter Gitter gebracht habe. Ja, alle nicken, doch sind sie eher am\u00fcsiert dar\u00fcber, dass ich mich so aufrege, als dass sie nachvollziehen k\u00f6nnen, was ich meine. Und wieder ein Nachhaken: \u201eDas hei\u00dft, sein Recht auf Meinungsfreiheit gilt f\u00fcr ihn nicht?\u201c Ich versuche weiter zu erkl\u00e4ren, dass bei uns Fu\u00dfball eine gro\u00dfe Bedeutung hat, dass es in jedem Dorf, in jeder Stadt einen Fu\u00dfballverein gibt, dass f\u00fcr uns Nationalspieler irgendwie auch Ehren- und W\u00fcrdentr\u00e4ger unseres Staates sind. Noch immer ungl\u00e4ubige Gesichter um mich herum. Fast erz\u00fcrnt sage ich: \u201eEin deutscher Fu\u00dfballnationalspieler, der in unserer freiheitlichen Demokratie aufgewachsen ist, hat nicht mit einem Diktator vor aller \u00d6ffentlichkeit zu posieren, der Zehntausende unschuldiger B\u00fcrger ins Gef\u00e4ngnis wirft!\u201c Ich bin nicht sicher, ob sie mich jetzt verstanden haben, bin auch nicht sicher, ob ich das Richtige gesagt habe, komme mir selbst irgendwie schlecht vor, aber jetzt haben sie eindeutig verstanden, warum das Thema \u00d6zil so viel Platz in unseren Medien einnahm. Zumindest gibt es keine fragenden Blicke mehr, nur noch zur\u00fcckhaltendes am\u00fcsiertes L\u00e4cheln.<br \/>\nEine strikte Trennung von Spiel und Konflikt mag f\u00fcr das Spiel auf dem Spielfeld gelten, aber au\u00dferhalb dessen, sollte \u2013meiner Meinung nach- die Weltaufmerksamkeit als respektvoller Austragungsort f\u00fcr das Ansprechen von bestehenden L\u00e4nderkonflikten genutzt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Alles nur Fake? Neues ukrainisches Schulbuch, Identit\u00e4tsfindung unter Zeitdruck<\/strong><br \/>\nDer Moldauer Kollege ist im Internet auf ein neues ukrainisches Geographie-Lehrbuch f\u00fcr die achten Schulklassen gesto\u00dfen, das angeblich vom Bildungsministerium per Gesetzerlass empfohlen werde. Ich sitze in der N\u00e4he und h\u00f6re zu wie er daraus vorliest:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Das Land mit den sch\u00f6nsten Melodien<\/strong><br \/>\nDie Ukraine existiert seit tausend Jahren in denselben Grenzen; die Ukraine hat die meisten und melodischsten Volkslieder, auf der alle Musik der Welt aufbaut. Der ethnische Ukrainer besitzt Kampfgeist, ist ein Heldensoldat, der den Westen damals wie heute besch\u00fctzt, die ukrainische Frau ist f\u00fcr ihre Sch\u00f6nheit bekannt. Deutsche Wissenschaftler weisen die Ukrainer als die deutschen Slawen aus und amerikanische Wissenschaftler best\u00e4tigen, dass das ukrainische Volk das \u00e4lteste der Welt ist. Die unwiderstehliche Sehnsucht nach den Sternen ist ein Merkmal des ukrainischen Charakters und daf\u00fcr verantwortlich, dass die Ukrainer die Raumfahrt mehr beeinflusst haben als alle anderen L\u00e4nder der Erde zusammen. Und der ukrainische Weizen, ern\u00e4hrt heute die ganze Welt. So ist es das ukrainische Volk, das dem Rest der Welt das Lied, Brot und Fl\u00fcgel gab.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Drumherum gibt es Gel\u00e4chter, auch ich erwische mich beim Lachen. Wir kommen gemeinsam zu dem Schluss, dass dies nun wirklich nur ein \u201eFake von russischer Seite\u201c sein kann. Sicher, die Ukraine hat einen immensen Bedarf an eigener Identit\u00e4tsbildung, an strikter Trennung von allem Russischen, aber da g\u00e4be es sicher anderes vorzuweisen, als das Land mit den meisten melodischen Volksliedern und dergleichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Migration in Europa, ein ukrainisches Erkl\u00e4rungsmodell f\u00fcr junge Mittelsch\u00fcler<\/strong><br \/>\nW\u00e4hrend die obigen S\u00e4tze eher zum Am\u00fcsement beitrugen, gibt es noch einen Abschnitt, den ich alles andere als belustigend empfinde:<br \/>\n\u201eBis vor kurzem herrschte in europ\u00e4ischen L\u00e4ndern die Theorie und Praxis des Multikulturalismus. Europ\u00e4ische Politiker glaubten, dass Einwanderer aus anderen L\u00e4ndern, nach und nach die Kultur und Traditionen ihrer L\u00e4nder und V\u00f6lker wahrnehmen w\u00fcrden, die Sprache lernten, zu Deutschen, Franzosen, Italienern usw. w\u00fcrden. Aber das ist nicht passiert. Vertreter nationaler Minderheiten haben eine isolierte Existenz vorgezogen, indem sie ihre eigenen Traditionen, Sprache, Religion usw. bewahrt haben. Und heute sehen wir, dass sich dieser Trend in der Welt verbreitet. Nationale Minderheiten siedeln sich in ihren eigenen Vierteln und Gebieten an, in denen sie es vorziehen, Fremde nicht zuzulassen. Also, in europ\u00e4ischen L\u00e4ndern bilden sich eigent\u00fcmliche Ministaaten nationaler Minderheiten. Sie verhalten sich oft nicht nur neutral gegen\u00fcber den traditionellen Staaten und deren B\u00fcrgern, sondern auch feindlich.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img decoding=\"async\" class=\" wp-image-14814 alignright\" src=\"https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/IMG_20180729_110015.jpg\" alt=\"\" width=\"267\" height=\"356\" srcset=\"https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/IMG_20180729_110015-20x27.jpg 20w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/IMG_20180729_110015-150x200.jpg 150w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/IMG_20180729_110015-200x267.jpg 200w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/IMG_20180729_110015-400x534.jpg 400w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/IMG_20180729_110015-600x801.jpg 600w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/IMG_20180729_110015-767x1024.jpg 767w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/IMG_20180729_110015-768x1025.jpg 768w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/IMG_20180729_110015-800x1068.jpg 800w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/IMG_20180729_110015-1200x1602.jpg 1200w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/IMG_20180729_110015.jpg 1534w\" sizes=\"(max-width: 267px) 100vw, 267px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Tiefe Frustration nach fast 30 Jahren unabh\u00e4ngiger U<\/strong><strong>kraine und uns\u00e4gliches Leid. Das<\/strong> <strong>gr\u00f6\u00dfte Land Europas, die Kornkammer, das Land mit den sch\u00f6nsten Melodien pfeift nur noch aus dem letzten Loch.<\/strong><br \/>\nBoris, mein alter ukrainischer Kollege, der sich zur Begr\u00fc\u00dfungsrunde gesellt hat, ist \u00fcberzeugt, dass dieses Lehrbuch kein Scherz und kein russischer Fake sei. F\u00fcr ihn sei seine Heimat zum reinsten \u201eIrrenhaus\u201c geworden.<br \/>\nBoris, ein mutiger Menschenrechtler aus alten Sowjetzeiten und ehemaliger Mitarbeiter der ersten Obersten Rada nach der Staatenbildung der Ukraine 1991. Ich erinnere mich wie stolz und enthusiastisch damals alle waren. Ich verstehe, dass er entt\u00e4uscht und w\u00fctend ist. Es sind jetzt fast drei\u00dfig Jahre vergangen und wo ist der enthusiastische Pioniergeist der Erbauer gelandet? Seit Jahren herrscht Krieg in der Ostukraine, zwei Millionen Fl\u00fcchtlinge, mehr als Zehntausend Tote, noch mehr Verwundete, die Ukrainer in den Kriegsgebieten leben unter extremer Not, \u201euns\u00e4gliches Leid\u201c so ein OSZE-Verantwortlicher, jeden Tag fallen noch immer Sch\u00fcsse. Das gr\u00f6\u00dfte Land Europas, die Kornkammer, das Land mit den sch\u00f6nsten Melodien, pfeift nur noch aus dem letzten Loch. Und diese T\u00f6ne scheinen zu schwach im aktuellen Weltget\u00f6se der Pauken und Trompeten. Die Oligarchen teilen sich die Schokoladenseite der Macht und geben dem Volk nichts davon ab. Nationalistische Simplifizierungen bis zum Absurden, Rowdytum, Rechtswillk\u00fcr, unmenschliche Haftbedingungen. So ungef\u00e4hr jedenfalls empfindet es mein alter Freund.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img decoding=\"async\" class=\" wp-image-14812 alignleft\" src=\"https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/IMG_20180729_113744.jpg\" alt=\"\" width=\"329\" height=\"246\" srcset=\"https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/IMG_20180729_113744-31x23.jpg 31w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/IMG_20180729_113744-200x150.jpg 200w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/IMG_20180729_113744-267x200.jpg 267w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/IMG_20180729_113744-400x300.jpg 400w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/IMG_20180729_113744-600x450.jpg 600w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/IMG_20180729_113744-768x575.jpg 768w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/IMG_20180729_113744-800x599.jpg 800w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/IMG_20180729_113744-1024x767.jpg 1024w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/IMG_20180729_113744-1200x899.jpg 1200w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/IMG_20180729_113744.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 329px) 100vw, 329px\" \/><strong>Auf dem richtigen Weg in der Schleuse zu Europa<\/strong><br \/>\nGanz im Gegensatz zu einem anderen alten ukrainischen Freund, den ich letztes Jahr in Odessa besuchte. F\u00fcr ihn ist die Ukraine auf dem einzig richtigen Weg, nach dem Maidan endlich in der Schleuse zu Europa, gerichtet auf Freiheit und Unabh\u00e4ngigkeit, nur weg vom ewigen Thron Putins, weg vom Sowjetmodell. Wenn Poroschenko ein schlechter Pr\u00e4sident sei, dann werde er ganz einfach nicht mehr gew\u00e4hlt und es werde ein neuer folgen und wenn dieser schlecht sei, w\u00fcrde er (bzw. heute aktuell sie, da vermutlich Timochenko) wieder abgew\u00e4hlt. Irgendwann komme schon ein guter. Wichtig sei die Zielrichtung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Rowdys in Kiew, nichts Au\u00dfergew\u00f6hnliches<\/strong><br \/>\nAuch hatte er mir gesagt, dass die rechts-nationalistischen Parteien, nachdem man sie w\u00e4hrend des Maidan als \u201eFrontk\u00e4mpfer\u201c genutzt h\u00e4tte, sich sozusagen im Nichts aufgel\u00f6st h\u00e4tten. De facto gibt es allerdings noch immer zahlreiche Restbest\u00e4nde, gewaltbereite nationalistische Hardliner, die auf einen Kriegsdienstverweigerer wie Ruslan Kotsaba einschlagen, die Gerichtss\u00e4le zertr\u00fcmmern oder Anschl\u00e4ge auf Sinti und Roma ver\u00fcben und die nicht gen\u00fcgend im Zaum gehalten werden. Auch \u201eeinfache\u201c gewaltbereite Gruppen scheinen den Respekt vor der Staatsr\u00e4son verloren zu haben.<br \/>\nDenn am n\u00e4chsten Morgen erfahre ich beim Fr\u00fchst\u00fcck, dass einige aus der Gruppe am sp\u00e4ten Abend noch in eine Karaoke Bar gegangen waren, wo pl\u00f6tzlich eine Gruppe von zehn vermummten M\u00e4nnern auftauchte, die innerhalb k\u00fcrzester Zeit das ganze Lokal verw\u00fcsteten und dann wieder verschwanden. Die G\u00e4ste seien allesamt still sitzen geblieben, sp\u00e4ter sei die Polizei gekommen und alles war, als wenn nichts gewesen w\u00e4re. Das sei nichts Ungew\u00f6hnliches, h\u00e4tten die anderen G\u00e4ste dann gesagt. Ich bin schockiert, rufe die ukrainischen Kollegen zusammen und gebe den Bericht wieder. Ja, leider sei das nichts Au\u00dfergew\u00f6hnliches, so etwas k\u00f6nne auch am helllichten Tag geschehen. Wir halten noch eine Gruppensitzung ab, in der wir alle Teilnehmer informieren und bitten, potentiell zwielichtigen Situationen aus dem Wege zu gehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Come back von Timochenko am 31. M\u00e4rz 2019 &#8211; kein Aprilscherz?<\/strong><br \/>\nDanach gehen wir an die Arbeit, unsere vor zwei Jahren gemeinsam entwickelte l\u00e4nder\u00fcbergreifende Webseite ist ja ein sehr sensibles, lebendiges Produkt, das gleichzeitig st\u00e4ndigen technischen Neuerungen und Anpassungen unterliegt. <img decoding=\"async\" class=\"wp-image-14815 alignright\" src=\"https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/IMG_20180728_104909.jpg\" alt=\"\" width=\"374\" height=\"280\" srcset=\"https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/IMG_20180728_104909-31x23.jpg 31w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/IMG_20180728_104909-200x150.jpg 200w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/IMG_20180728_104909-267x200.jpg 267w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/IMG_20180728_104909-400x300.jpg 400w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/IMG_20180728_104909-600x450.jpg 600w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/IMG_20180728_104909-768x575.jpg 768w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/IMG_20180728_104909-800x599.jpg 800w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/IMG_20180728_104909-1024x767.jpg 1024w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/IMG_20180728_104909-1200x899.jpg 1200w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/IMG_20180728_104909.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 374px) 100vw, 374px\" \/>Wir arbeiten das ganze Wochenende \u00fcber angestrengt und konzentriert, gut, dass es in Kiew nicht so hei\u00df ist wie bei uns und dass unser Seminarraum auf dem Dnepr liegt. Auch f\u00fcr sensible Themen, die nicht auf unsere Webseite gelangen, bleibt Zeit an diesem Wochenende, dennoch verfliegt die Zeit und die Verabschiedung in dieser besonderen Runde ist immer ein bisschen schmerzlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schon sitze ich wieder im Taxi zum Kiewer Flughafen Borispol, der Taxifahrer fragt, ob ich es passend habe, er habe kein Wechselgeld. 189 Griwna waren mit seinem Taxiunternehmen vereinbart. Das sind umgerechnet ca. 6 \u20ac f\u00fcr 35 km. Bei einem Benzinpreis von 95 Cent pro Liter, bleiben seinem Unternehmen noch knapp 3 Euro. Wieviel der Fahrer davon erh\u00e4lt, wei\u00df ich nicht. Ich gebe ihm 210 Griwna, sage es stimmt so und er freut sich \u00fcber 70 Cent Trinkgeld. Wenn auch mit schlechtem Gewissen, genie\u00dfe ich den Luxus der Taxifahrt, wohlwissend, dass ich mich in Frankfurt wieder in das Gedr\u00e4nge der \u00f6ffentlichen Verkehrsmittel st\u00fcrzen muss.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich frage ihn, wie es jetzt sei mit Poroschenko als Pr\u00e4sidenten, jetzt mit der neuen Regierung nach dem Maidan. \u201eOh je\u201c, sagt er, alles sei viel schlimmer als fr\u00fcher. Den Menschen ginge es schlechter, die Arbeitslosigkeit steige, viele seien darauf angewiesen, im Ausland irgendwie Geld zu verdienen, um ihre Familien zu ern\u00e4hren. Die Alten blieben mit ihren armseligen Renten zur\u00fcck. Ich frage ihn nicht nach seiner zuk\u00fcnftigen Rente. Ich sage, es scheint, als w\u00fcrde Timoschenko bei den Wahlen im n\u00e4chsten Jahr das Rennen machen. Ja, sagt er, sie sei die letzte Hoffnung, sie k\u00f6nne sich bei \u201edenen da oben\u201c behaupten, nicht so wie Poroschenko, der sei zu schwach. Sie w\u00fcrde den Krieg beenden und daf\u00fcr sorgen, dass es den Menschen in der Ukraine wieder besser gehe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich finde es erstaunlich, dass Timochenko, die vor vier Jahren noch \u201edie russischen Hunde und ihren Anf\u00fchrer selbst erschie\u00dfen\u201c wollte, jetzt als die Friedenbringerin wahrgenommen wird. Dass sie als Oligarchin und nach ihren zahlreichen Verstrickungen in Korruption, schon lange vor ihrem damaligen Amt als Premierministerin, jetzt als Hoffnungstr\u00e4gerin gegen die soziale Not in der Bev\u00f6lkerung gesehen wird.<br \/>\nDass Poroschenko nicht mehr gew\u00e4hlt wird, das war schon lange klar, die IGFM hatte vor 4 Jahren schon vor einer \u00fcbereilten Wahl mit ihm als praktisch einzigem Kandidaten abgeraten. Aber dass nun Timochenko wieder an Platz 1 steht, ist doch etwas verwunderlich. Anscheinend hat sie mit ihrer Kehrtwende, weg von kriegstreibenden, hin zu vers\u00f6hnlichen T\u00f6nen und dem Versprechen sich der sozialen Not der Bev\u00f6lkerung anzunehmen, genau die \u201eWo tut\u00b4s denn weh Stelle\u201c getroffen.<br \/>\nDass sie sich &#8211; auch als Frau &#8211; von \u201edenen da oben\u201c nicht die Butter vom Brot nehmen l\u00e4sst, ja das hat sie in ihrer au\u00dfergew\u00f6hnlichen Vita zumindest zweifelfrei bewiesen. Das traut man einem bekannten Rocks\u00e4nger oder Schauspieler (unter den 14 Pr\u00e4sidentschaftskandidaten) nicht zu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u201eDie Da Oben\u201c &#8211; \u201eOni nam ne dadut\u201c- Sie lassen uns nicht<\/strong><br \/>\nObgleich ich die Antwort eigentlich kenne, stelle ich eine letzte Frage: \u201eGibt es denn niemanden Vern\u00fcnftigen aus dem Volk, eine Partei des Vertrauens, des Volkes mit einem soliden Programm?\u201c. \u201eAh wie kommen Sie denn darauf, oni sche nam de dadut- w\u00f6rtlich: sie geben es uns nicht\u201c, kommt es auch schon wie aus der Pistole geschossen.<br \/>\nMir wird wieder ganz flau im Magen, 27 Jahre nach der Unabh\u00e4ngigkeit, 4 Jahre nach dem Maidan und immer noch diese Antwort.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>P.S. Kein Fake<\/strong><strong><a href=\"http:\/\/www.aksioma.org.ua\/geograf.html\"><img decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-14804\" src=\"https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/kiew-buch-2018.png\" alt=\"\" width=\"468\" height=\"438\" srcset=\"https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/kiew-buch-2018-29x27.png 29w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/kiew-buch-2018-200x187.png 200w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/kiew-buch-2018-213x200.png 213w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/kiew-buch-2018-400x375.png 400w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/kiew-buch-2018-600x562.png 600w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/kiew-buch-2018-768x720.png 768w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/kiew-buch-2018-800x749.png 800w, https:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/kiew-buch-2018.png 871w\" sizes=\"(max-width: 468px) 100vw, 468px\" \/><\/a><\/strong><br \/>\nZur\u00fcck in Frankfurt erhalte ich am n\u00e4chsten Tag eine Mail mit dem Link zur Verordnung des Ministeriums sowie zu dem neuen ukrainischen Schulbuch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ukraine Das Ursprungsland der sch\u00f6nsten Melodien pfeift nur noch aus dem letzten Loch Ein Bericht von Dr. phil. C. Krusch-Gr\u00fcn, Internationale Gesellschaft f\u00fcr Menschenrechte August 2018 Tiefe Frustration nach 27 Jahren unabh\u00e4ngiger Ukraine und uns\u00e4gliches Leid. Das gr\u00f6\u00dfte Land Europas, die Kornkammer, das Land mit den sch\u00f6nsten Melodien pfeift nur noch aus dem letzten Loch. Small-Talk mit einem ukrainischen Psychologen im Flugzeug nach Kiew Nach dem Dienstausfall eines Kollegen, sitze ich unerwartet im Flieger auf dem Weg nach Kiew. 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