{"id":12788,"date":"2017-12-20T18:42:32","date_gmt":"2017-12-20T17:42:32","guid":{"rendered":"http:\/\/humanrights-online.org\/?p=12788"},"modified":"2021-11-26T10:48:08","modified_gmt":"2021-11-26T09:48:08","slug":"interviewkotsaba","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/humanrights-online.org\/de\/interviewkotsaba\/","title":{"rendered":"Das Gespr\u00e4ch mit Ruslan Kotsaba"},"content":{"rendered":"<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 hundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\" style=\"--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-overflow:visible;--awb-flex-wrap:wrap;\" ><div class=\"fusion-builder-row fusion-row\"><div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-one-full fusion-column-first fusion-column-last fusion-column-no-min-height\" style=\"--awb-bg-size:cover;--awb-margin-bottom:0px;\"><div class=\"fusion-column-wrapper fusion-flex-column-wrapper-legacy\"><div class=\"fusion-title title fusion-title-1 fusion-sep-none fusion-title-text fusion-title-size-one\" style=\"--awb-margin-top-small:10px;--awb-margin-right-small:0px;--awb-margin-bottom-small:10px;--awb-margin-left-small:0px;\"><h1 class=\"fusion-title-heading title-heading-left\" style=\"margin:0;\">Das Gespr\u00e4ch mit Ruslan Kotsaba<\/h1><\/div><div class=\"fusion-image-element in-legacy-container\" style=\"--awb-caption-title-font-family:var(--h2_typography-font-family);--awb-caption-title-font-weight:var(--h2_typography-font-weight);--awb-caption-title-font-style:var(--h2_typography-font-style);--awb-caption-title-size:var(--h2_typography-font-size);--awb-caption-title-transform:var(--h2_typography-text-transform);--awb-caption-title-line-height:var(--h2_typography-line-height);--awb-caption-title-letter-spacing:var(--h2_typography-letter-spacing);\"><span class=\" fusion-imageframe imageframe-none imageframe-1 hover-type-none\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/humanrights-online.org\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/IMG-605e6aa1b10b4e6a10b4adf6ed55541d-V.jpg\" alt class=\"img-responsive\"\/><\/span><\/div><div class=\"fusion-text fusion-text-1\"><p><strong>Der Widerstand gegen die neue Regierung der Ukraine oder die Kritik an ihr ist hier im Westen Europas oft unmittelbar mit der &#8222;pro-russischen&#8220; Position verbunden. Wie \u201epro-russisch\u201c sind Sie ?<\/strong><\/p>\n<p>Ich bin nicht pro-russisch, nicht pro-amerikanisch, nicht pro-europ\u00e4isch &#8211; ich bin pro-ukrainisch. Ich bin ein Patriot der Ukraine, und ich wei\u00df sehr gut, dass dieses ganze Getue \u00fcber die Geopolitik um die Ukraine ein Wettbewerb ist, der schon \u00fcber 100 Jahre w\u00e4hrt, vielleicht sogar mehr. Dies ist eine geopolitische Konkurrenz zwischen dem amerikanischen und dem russischen Imperium. Und dies geschieht in den Augen eines verwirrten Europas, das unter dieser Konfrontation zwischen Russland und Amerika wirklich leidet.<\/p>\n<p>Wenn der B\u00fcrgerkrieg nach Kiew verlegt wird, werden die Fl\u00fcchtlinge nicht nach Amerika gehen, teils vielleicht nach Russland, haupts\u00e4chlich jedoch werden sie nach Europa ziehen. Unsere Fl\u00fcchtlinge werden sich nicht auf den dortigen Sozialstaat verlassen, sie werden f\u00fcr einen geringen Lohn arbeiten gehen und wir haben qualifizierte Arbeitskr\u00e4fte. Insofern werden sie den Wettbewerb um Arbeitskr\u00e4fte f\u00fcr Europa nicht zum Guten beeinflussen.<\/p>\n<p>Das hei\u00dft, ich bin pro-ukrainisch, ich sage das immer ausdr\u00fccklich. Au\u00dferdem glaube ich, dass die Geographie sich nicht ver\u00e4ndern l\u00e4sst. Poroschenko hingegen ist nicht ewig, Putin ist nicht ewig, und Russland war immer unser Nachbar. Auch wenn einige vorhersagen, dass das Imperium fallen wird. Ich war k\u00fcrzlich in Russland, fuhr mit einem Taxifahrer. Ich sah wie die Bordsteine der Gehwege mit Granit ausgekleidet wurden. Ich sagte zu dem Fahrer, noch ein weiteres Jahr Sanktionen und sie werden sie vergolden. Das hei\u00dft, Russland ist wirklich ein geopolitischer Konkurrent, nicht, dass es gewonnen hat \u2013 aber es ist st\u00e4rker geworden.<\/p>\n<p><strong>Das hei\u00dft, Sie unterst\u00fctzen die Zusammenarbeit mit allen L\u00e4ndern?<\/strong><\/p>\n<p>Ja, nat\u00fcrlich, wenn es im Interesse der Ukraine ist. Gegenw\u00e4rtig ist es im Interesse der Ukraine, dass die EU, die Vereinigten Staaten von Amerika und Russland sich am Verhandlungstisch niederlassen und \u00fcber das Schicksal der Ukraine entscheiden, denn leider ist die Ukraine kein Subjekt der Geopolitik, leider ist die Ukraine ihr Objekt. Und deshalb sollte Poroschenko tun, was immer man ihm sagt. Es muss eine einvernehmliche L\u00f6sung geben.<\/p>\n<p><strong>Welche L\u00f6sungen schlagen Sie f\u00fcr den Konflikt im \u00f6stlichen Teil der Ukraine vor? <\/strong><\/p>\n<p>Zuerst der gegenseitige Austausch aller Gefangenen. Zweitens, die Umsetzung aller Minsker Vereinbarungen. Ich verstehe, dass sie unvollkommen sind, aber sie wurden unterschrieben. Das ist schon ein rechtlicher Grundsatz, nicht einmal mehr eine Frage der Ehre. Wenn Sie sich selbst verantwortungsbewusst nennen, dann m\u00fcssen Sie ihr Wort halten. Und jetzt sagen sie, dass wir von Anfang an nicht geplant haben, die Bedingungen zu erf\u00fcllen, das ist ein Kindergarten. Ein Politiker kann sich nicht mit einem Kindergarten identifizieren. Ich denke, dass alle Abmachungen von Minsk durchgef\u00fchrt werden m\u00fcssen. Dort sind eindeutig alle Punkte in der Reihenfolge ihrer Priorit\u00e4t aufgezeichnet. Ich bin f\u00fcr Kommunalwahlen. Ja, vielleicht werden &#8222;Maskierte&#8220; an die Macht kommen, aber sie werden ein Vertrauensmandat haben. Die Menschen sowohl auf hinter den Barrikaden, als auch die auf der anderen Seite\u00a0an der Front, wollen Frieden. Das hei\u00dft, es wird eine Art Eigenverantwortung geben.<\/p>\n<p><strong>Definieren Sie sich als Ukrainer? <\/strong><\/p>\n<p>100%. Au\u00dferdem bin ich ein ukrainischer Patriot. Ich stamme aus einer Familie, die schon ukrainisch war als es noch keine Ukraine gab. In der Sowjetzeit, unter Stalin kam meine Gro\u00dfmutter wegen Artikel 58 (Vaterlandsverrat, Anmerk. des \u00dcbersetzers) ins Konzentrationslager. Ich war Mitglied der ukrainischen Helsinki-Gruppe, die eine antisowjetische Untergrundorganisation war. Ich bin f\u00fcr die Ukraine, ich bin gegen Russland und Amerika, gegen die Europ\u00e4ische Union, die alle mit ihren skrupellosen Ratschl\u00e4gen zu uns kommen.<\/p>\n<p><strong>Wie reagieren die Ukrainer auf Sie? <\/strong><\/p>\n<p>Das ist verschieden. In Verbindung mit der Tatsache, dass es in der Ukraine (wie ich es formuliere) einen B\u00fcrgerkrieg gibt, oder kultivierter ausgedr\u00fcckt, eine b\u00fcrgerliche Konfrontation, die im industriellen Teil der Regionen Donezk und Lugansk Anzeichen eines bewaffneten Konflikts aufweist. Angesichts der Tatsache, dass wir eine b\u00fcrgerliche Konfrontation haben, so geht diese sogar bis in die Familien hinein, die Ehefrau ist f\u00fcr das Eine, der Ehemann f\u00fcr das Andere, die Tochter &#8230; alle sind miteinander verstritten. Je nachdem welcher Propaganda sie unterliegen (und die Propaganda ist entweder pro-russisch oder pro-amerikanisch), so behandeln sie mich. Tats\u00e4chlich bin ich jetzt popul\u00e4r unter jenen Leuten, die den Krieg beenden wollen und Patrioten der Ukraine sind. In einer solchen Gesellschaft, die sich in &#8222;Stricken&#8220; und &#8222;Sticken&#8220; unterteilt, bin ich &#8222;repr\u00e4sentativ&#8220;. Das hei\u00dft, jene Leute, die wissen, dass ein weiteres Jahr des Krieges den Staat zerst\u00f6ren wird. Bei den \u201eStrickenden\u201c bin ich zudem beliebt, weil ich schon immer f\u00fcr den Frieden bin. Ich bin Pazifist. Verstehen Sie, diese ganze Spaltung ist nur k\u00fcnstlich. Der Hauptpunkt ist, dass du siehst, dass die Ukraine \u201euntergeht\u201c und dass du entweder bereit bist dagegen etwas zu tun oder deine Koffer packst. Ich bin ein Patriot der Ukraine, ich liebe die Ukraine, und ich will einen normalen Staat f\u00fcr meine Kinder. Ich m\u00f6chte kein D\u00fcnger f\u00fcr einen anderen Staat sein.<\/p>\n<p><strong>Gibt es B\u00fcrger der Ukraine, die Sie f\u00fcr einen Verr\u00e4ter halten? <\/strong><\/p>\n<p>Ja nat\u00fcrlich. Ein Teil der Zombie-Leute, die glauben, dass ein Krieg politische Siege erreichen kann. Der Krieg hat niemandem den Sieg gebracht, den politischen Sieg. Politische Probleme werden politisch gel\u00f6st. Diese Geschichte beweist es. Du kannst ein Volk durch Krieg \u00fcberw\u00e4ltigen, es zerst\u00f6ren. Und was dann?<\/p>\n<p><strong>Wie reagieren Sie auf eine solche Einsch\u00e4tzung Ihrer Landsleute?<\/strong><\/p>\n<p>Sie sind einfach Propagandaprodukte. Es sind ungl\u00fcckliche Menschen. Wenn ich mit ihnen pers\u00f6nlich rede, kann ich sie \u00fcberzeugen. Aber das ist schwierig aufgrund der Tatsache, dass ich auf der schwarzen Liste stehe, gebannt werde, und keinen Zugang zu denen habe, die \u00fcber mich schlecht reden, au\u00dfer auf dem Newsone-Kanal und meinem eigenen sozialen Netzwerk, das von den Schlechtrednern nicht besucht wird. Schauen sie sich nur das Beispiel an als fast alle Medien dar\u00fcber berichtet haben wie der \u201erechte\u201c Bik Kotsaba angefallen hat (Oleksii Bik, rechter sogenannter Kriegsheld, hatte Kotsaba am 12.12. auf der Haupteinkaufstra\u00dfe in\u00a0Kiew am helllichten Tag w\u00e4hrend seiner Interviewt\u00e4tigkeit attackiert und geschlagen, Anmerk. des \u00dcbersetzers).<\/p>\n<p>http:\/\/novostidnja.ru\/blog\/43371044896\/Pravosekovskiy-Byik-izbil-v-tsentre-Kieva-zhurnalista-Kotsabu?utm_campaign=transit&#038;utm_source=main&#038;utm_medium=page_0&#038;domain=mirtesen.ru&#038;paid=1&#038;pad=1<\/p>\n<p>Doch nur zwei Medien, \u201eGromadsk Radio\u201c und \u201eKorrespondent\u201c, riefen mich an, um meinen Standpunkt zu erfahren. Alle anderen- null. Das zeigt, dass wir keinen Journalismus haben. Es gibt &#8222;Medienstricher&#8220;. Denn wenn du ein Konfliktthema offen legst, sollte es mindestens zwei Seiten offen legen, besser drei, noch die Seite des Experten. Aber wenn sie dir mit so schmackhaften Schlagzeilen wie &#8222;Kriegsheld gab pro-russischen Journalisten eins auf die Schnauze&#8220;, oder einem \u201eanti-ukrainischen Journalisten oder Blogger\u201c &#8230; noch eins drauf geben, dann ist alles klar, da braucht man nicht einmal mehr den Inhalt zu lesen. Und dies alles trotz der Tatsache, dass ich der einzige Journalist in der Zeit der unabh\u00e4ngigen Ukraine war, dem die journalistische Akkreditierung noch innerhalb der Mauern der damaligen Regierung entzogen wurde.<\/p>\n<\/div><div class=\"fusion-clearfix\"><\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":9,"featured_media":12785,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"slim_seo":{"title":"Das Gespr\u00e4ch mit Ruslan Kotsaba - Menschenrechte Osteuropa - News &amp; Konflikte","description":"Das Gespr\u00e4ch mit Ruslan Kotsaba Der Widerstand gegen die neue Regierung der Ukraine oder die Kritik an ihr ist hier im Westen Europas oft unmittelbar mit der \"p"},"footnotes":""},"categories":[30,477,216,76,1],"tags":[],"class_list":["post-12788","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-blog-news","category-country-ukraine-2","category-standard","category-ukraine-cat","category-unkategorisiert"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/humanrights-online.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12788","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/humanrights-online.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/humanrights-online.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/humanrights-online.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/humanrights-online.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12788"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/humanrights-online.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12788\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":29976,"href":"https:\/\/humanrights-online.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12788\/revisions\/29976"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/humanrights-online.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/12785"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/humanrights-online.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12788"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/humanrights-online.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12788"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/humanrights-online.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12788"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}