{"id":41656,"date":"2025-01-30T15:58:51","date_gmt":"2025-01-30T14:58:51","guid":{"rendered":"https:\/\/humanrights-online.org\/schattenbericht-zur-republik-belarus-2025\/"},"modified":"2025-01-30T15:58:51","modified_gmt":"2025-01-30T14:58:51","slug":"schattenbericht-zur-republik-belarus-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/humanrights-online.org\/az\/schattenbericht-zur-republik-belarus-2025\/","title":{"rendered":"Schattenbericht zur Republik Belarus 2025"},"content":{"rendered":"<div class=\"grid_10 ml header-title\">\n<h1><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-fusion400\" src=\"https:\/\/news.house\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/cedaw-UN-fon.png\" width=\"4044\" height=\"513\" \/><\/h1>\n<h1>Schattenbericht zur Republik Belarus 2025<\/h1>\n<h3 align=\"justify\"><strong><span lang=\"en-US\">gem\u00e4\u00df dem \u00dcbereinkommen der Vereinten Nationen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau (CEDAW)<\/span><\/strong><\/h3>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><em><span lang=\"en-US\">erstellt von Olga Karatch (Internationales Zentrum f\u00fcr B\u00fcrgerinitiativen \u201eUnser Haus\u201c (Belarus)<\/span><\/em><\/p>\n<p align=\"justify\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-fusion400\" src=\"https:\/\/news.house\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Olga-Karach-s-knigoj.jpg\" width=\"568\" height=\"317\" \/><\/p>\n<h3 class=\"western\"><span lang=\"en-US\"><b>Inhalts\u00fcbersicht <\/b><\/span><\/h3>\n<p><a href=\"https:\/\/news.house\/de\/63946#Einleitung\"><span lang=\"en-US\">Einleitung<\/span><\/a><\/p>\n<p><span lang=\"en-US\"><a href=\"https:\/\/news.house\/de\/63946#Zusammenfassung\">Zusammenfassung<\/a><\/span><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/news.house\/de\/63946#Verpflichtung\"><span lang=\"en-US\">Verpflichtungen zur Beseitigung von Diskriminierung<\/span><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/news.house\/de\/63946#Beteiligung\"><span lang=\"en-US\">Beteiligung von Frauen am politischen und \u00f6ffentlichen Leben des Landes<\/span><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/news.house\/de\/63946#Beseitigung\"><span lang=\"en-US\">Beseitigung von geschlechtsspezifischen Stereotypen und Vorurteilen gegen\u00fcber Frauen<\/span><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/news.house\/de\/63946#Ausbeutung\"><span lang=\"en-US\">Ausbeutung von Frauen und M\u00e4dchen<\/span><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/news.house\/de\/63946#Besch\u00e4ftigung\"><span lang=\"en-US\">Beseitigung der Diskriminierung von Frauen in der Besch\u00e4ftigung<\/span><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/news.house\/de\/63946#Artikel12\"><span lang=\"en-US\">Beseitigung der Diskriminierung von Frauen in der Gesundheitsf\u00fcrsorge<\/span><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/news.house\/de\/63946#Artikel16\"><span lang=\"en-US\">Beseitigung der Diskriminierung von Frauen in allen Fragen, die Ehe und Familie betreffen<\/span><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/news.house\/de\/63946#SchlussfolgerungundEmpfehlungen\"><span lang=\"en-US\">Schlussfolgerungen und Empfehlungen<\/span><\/a><\/p>\n<h3 class=\"western\"><a name=\"Einleitung\"><\/a> <span lang=\"en-US\"><b>Einleitung<\/b><\/span><\/h3>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Der vorliegende Schattenbericht zeigt die systematische und institutionalisierte Diskriminierung von Frauen in Belarus auf. Diese Diskriminierung erfolgt ungeachtet der Tatsache, dass <\/span><span lang=\"en-US\"><b>das Land am 4. Februar 1981 das \u00dcbereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau (CEDAW) ratifiziert hat<\/b><\/span><span lang=\"en-US\">. Handeln und Politik der belarussischen Regierung sind durch weit verbreitete Verst\u00f6\u00dfe gegen die Bestimmungen des \u00dcbereinkommens gekennzeichnet, welche die Grundrechte und -freiheiten von Frauen untergraben. Der vorliegende Bericht befasst sich mit geschlechtsspezifischer Repression, vom Staat geduldeter Gewalt, Zwangsarbeit und gesellschaftlichen Normen, die Ungleichheit aufrechterhalten. Er liefert konkrete Beispiele daf\u00fcr, wie Frauen marginalisiert, erniedrigt und zum Schweigen gebracht werden.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Die in der belarussischen Gesellschaft vorherrschenden patriarchalen Rahmenbedingungen versch\u00e4rfen die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern und erm\u00f6glichen es dem Regime, diese Ungleichheiten als Kontrollinstrumente auszunutzen. Frauen werden wegen ihres politischen Engagements unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig stark angegriffen, sind mit systematischer wirtschaftlicher und sozialer Diskriminierung konfrontiert und m\u00fcssen staatliche Praktiken erdulden, die ihre Autonomie und W\u00fcrde verletzen. Die internationale Gemeinschaft muss Belarus f\u00fcr diese Verst\u00f6\u00dfe zur Rechenschaft ziehen und den Schutz der Frauenrechte in diesem Land sicherstellen. Im vorliegenden Bericht werden konkrete Beispiele f\u00fcr Diskriminierung genannt und auf Verst\u00f6\u00dfe gegen die einschl\u00e4gigen Artikel des CEDAW gepr\u00fcft. <\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Die f\u00fcr diesen Bericht zusammengestellten Unterlagen wurden gr\u00f6\u00dftenteils in russischer oder belarussischer Sprache verfasst; der Bericht selbst wurde in englischer Sprache verfasst und soll zur sp\u00e4teren Verbreitung in Belarus und in der Region ins Russische \u00fcbersetzt werden.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Zu den Datenquellen, die diesem Bericht zugrunde liegen, geh\u00f6ren Fallstudien, Medienberichte, pers\u00f6nliche Erfahrungen von Mitgliedern der beteiligten Organisation und ihrer Partner sowie Gespr\u00e4che und Interviews mit politisch und gesellschaftlich aktiven Frauen, die aufgrund ihres Aktivismus polizeiliche\/staatliche Gewalt erfahren haben. Die Datenerhebung und Analyse der in diesem Bericht kurz dargestellten F\u00e4lle ist noch nicht abgeschlossen; die hier vorgelegten Informationen sind ein Zwischenergebnis einiger laufender Projekte. Daher kann dieser Schattenbericht nicht als ersch\u00f6pfend angesehen werden.<\/span><\/p>\n<h3 class=\"western\"><a name=\"Zusammenfassung\"><\/a> <span lang=\"en-US\"><b>Zusammenfassung<\/b><\/span><\/h3>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Es war auch nicht das Ziel dieses Schattenberichts, alle Gleichstellungsfragen in Belarus zu analysieren und darzustellen. Er ist somit als erg\u00e4nzendes Dokument zum L\u00e4nderbericht und zu anderen Schattenberichten zu betrachten.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Der Bericht konzentriert sich auf zwei Hauptthemen. <\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Der erste Problemkreis ist die systematische rechtliche Diskriminierung der belarussischen Frauen, die dazu f\u00fchrt, dass der Staat ihnen aufgrund ihres Geschlechts Nahrung vorenth\u00e4lt, ihre reproduktive Gesundheit zunehmend kontrolliert und infolgedessen ihre Autonomie, berufliche Mobilit\u00e4t und wirtschaftlichen M\u00f6glichkeiten einschr\u00e4nkt. Unter dem Deckmantel der \u201estaatlichen F\u00fcrsorge f\u00fcr Frauen\u201c kommt es zu eindeutiger wirtschaftlicher Diskriminierung, insbesondere durch Schlechterstellung in der Arbeitswelt. Von h\u00e4uslicher Gewalt betroffene Frauen k\u00f6nnen sich nur an staatliche Institutionen wenden, die jedoch selbst f\u00fcr Gewalt gegen Frauen ber\u00fcchtigt sind. Anstatt Schutz zu erhalten, werden hilfesuchende Frauen daher oft zus\u00e4tzlich vom Staat bestraft. Dabei kann es sich um wirtschaftliche Sanktionen handeln, die das Familienbudget verringern, um die Herausnahme der Kinder aus der Familie oder andere Formen der Einsch\u00fcchterung.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Der zweite Aspekt konzentriert sich auf die \u201e\u00f6ffentliche\u201c Gewalt gegen im politischen oder sozialen Bereich aktive Frauen, die von staatlichen Vertretern wie Polizisten, Staatsbeamten, Staatsbediensteten oder anderen, aufgrund ihrer T\u00e4tigkeit bei verschiedenen staatlichen Stellen mit Machtbefugnissen ausgestatteten Personen ausge\u00fcbt wird. Diese Gewalt reicht von physischer bis hin zu psychischer Gewalt und zielt darauf ab, Frauen, die ihre Rechte sowie die Rechte ihrer Kinder lautstark verteidigen oder im sozialen oder politischen Bereich aktiv sind, zu manipulieren, zu bestrafen oder zu disziplinieren. Mit anderen Worten, diese Gewalt wird ausge\u00fcbt, um Frauen daran zu hindern, am \u00f6ffentlichen Leben teilzunehmen oder ihre Meinung \u00fcber die soziale und politische Lage in ihrer Gemeinschaft und in ihrem Land zu \u00e4u\u00dfern. Opfer staatlicher Gewalt berichten von Pr\u00fcgel, Drohungen mit sexuellen \u00dcbergriffen, illegalen Zwangseinweisungen in psychiatrische Einrichtungen, Drohungen mit und\/oder Versuchen des Entzugs ihres Sorgerechts, wirtschaftlichem Druck in Form von Geldstrafen und Entlassungen sowie Druck auf ihre Verwandten und Angeh\u00f6rigen. Sie waren auch Schikanen, Verleumdungen und Diskreditierungskampagnen in den staatlichen Medien ausgesetzt. Zudem sind auch F\u00e4lle der systematischen Verletzung der Rechte belarusischsprachiger Frauen und Versuche, die kulturelle Identit\u00e4t belarussischer Frauen zu unterdr\u00fccken, zu verzeichnen.<\/span><\/p>\n<h3 class=\"western\" align=\"justify\"><a name=\"Verpflichtung\"><\/a> <span lang=\"en-US\"><b>Artikel 2 \u2013 Verpflichtung zur Beseitigung von Diskriminierungen<\/b><\/span><\/h3>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Die geschlechtsspezifische Diskriminierung von Frauen durch die Regierung in Belarus stellt eine Diskriminierung im Sinne von CEDAW dar.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">In Belarus haben erwerbst\u00e4tige erwachsene Frauen keinen gesetzlichen Anspruch auf angemessene Ern\u00e4hrung. Vor dem Hintergrund patriarchaler Normen und Werte in der belarussischen Gesellschaft wird von Frauen erwartet, dass sie die Last der Hausarbeit, der Betreuung von Kindern und \u00e4lteren Angeh\u00f6rigen tragen und gleichzeitig neben den M\u00e4nnern Vollzeit arbeiten. Die Bed\u00fcrfnisse von Frauen, z. B. w\u00e4hrend der Schwangerschaft und nach der Geburt, finden in der belarussischen Gesetzgebung keine Ber\u00fccksichtigung, was darauf schlie\u00dfen l\u00e4sst, dass den betroffenen Frauengruppen vom belarussischen Staat nur eine untergeordnete Rolle zugestanden wird.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">In Belarus gibt es immer noch das Klischee, dass eine Frau von Luft und Liebe leben kann und sich zudem auch noch liebevoll um ihren Partner zu k\u00fcmmern hat. Leider scheint dieses Klischee seinen Weg <\/span><u><a href=\"https:\/\/pravo.by\/document\/?guid=12551&amp;p0=C22300666\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span lang=\"en-US\">in die Gesetzgebungspraxis<\/span><\/a><\/u><span lang=\"en-US\"> gefunden zu haben, wie der Beschluss Nr. 666 des Ministerrats der Republik Belarus vom <\/span><span lang=\"en-US\"><i>9. Oktober 2023 zur \u00c4nderung des Beschlusses Nr. 637 des Ministerrats der Republik Belarus vom 9. November 2021 beweist<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"https:\/\/news.house\/de\/63946#sdfootnote1sym\" name=\"sdfootnote1anc\"><sup>1<\/sup><\/a><\/i><\/span><span lang=\"en-US\">.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Vergleicht man die in den Warenk\u00f6rben festgelegten Lebensmittelrationen f\u00fcr einen Mann im erwerbsf\u00e4higen Alter, eine Frau im erwerbsf\u00e4higen Alter und Kinder (6-18 Jahre), so wird deutlich, dass die Ern\u00e4hrungsstandards nicht gleich sind. In vielen F\u00e4llen geht der belarussische Staat davon aus, dass voll erwerbst\u00e4tige Frauen sogar weniger Nahrung ben\u00f6tigen als Kinder im Alter von nur sechs Jahren.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Hier einige Beispiele zur Veranschaulichung:<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-63952\" src=\"https:\/\/news.house\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/nemetskaya-tablitsa-01-1024x281.png\" sizes=\"(max-width: 860px) 100vw, 860px\" srcset=\"https:\/\/news.house\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/nemetskaya-tablitsa-01-1024x281.png 1024w, https:\/\/news.house\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/nemetskaya-tablitsa-01-300x82.png 300w, https:\/\/news.house\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/nemetskaya-tablitsa-01-768x211.png 768w, https:\/\/news.house\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/nemetskaya-tablitsa-01-1536x422.png 1536w, https:\/\/news.house\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/nemetskaya-tablitsa-01-260x71.png 260w, https:\/\/news.house\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/nemetskaya-tablitsa-01.png 1820w\" alt=\"\" width=\"860\" height=\"236\" \/><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Diese Tabelle zeigt, dass Frauen, insbesondere berufst\u00e4tige Frauen, im Vergleich zu M\u00e4nnern und sogar im Vergleich zu Kindern weniger Ressourcen zugewiesen werden. Die ungleichen gesetzlichen Regelungen bez\u00fcglich der Deckung ihres Nahrungsbedarfs und anderer Bedarfe sind nur eine Form der staatlich sanktionierten Diskriminierung, die sich auf die Autonomie, Gesundheit und wirtschaftliche Situation von Frauen auswirkt.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Diese systematische Diskriminierung von Frauen, insbesondere in Bereichen wie Ern\u00e4hrung und reproduktive Gesundheit, spiegelt die Abwertung der Rolle der Frau in der belarussischen Gesellschaft sowie die fortbestehenden patriarchalen Normen wider, die legislative Entscheidungen beeinflussen.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Erw\u00e4hnenswert sind auch andere staatlich festgesetzte Normen wie etwa die Entschlie\u00dfung des Ministeriums f\u00fcr Arbeit und Sozialschutz der Republik Belarus Nr. 2 vom 10. Januar 2020, die den tats\u00e4chlichen Bed\u00fcrfnissen der belarussischen Frauen und M\u00e4dchen nicht Rechnung tragen. <\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Die folgende Tabelle enth\u00e4lt Angaben zu einigen staatlichen Normen, in denen der Bedarf an Kleidung, Unterw\u00e4sche und Schuhen f\u00fcr Frauen im Alter von 18 bis 30 Jahren und M\u00e4dchen im Alter von 3 bis 6 Jahren festgelegt ist:<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-63955\" src=\"https:\/\/news.house\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/nemetskaya-tablitsa-02-1024x772.png\" sizes=\"(max-width: 860px) 100vw, 860px\" srcset=\"https:\/\/news.house\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/nemetskaya-tablitsa-02-1024x772.png 1024w, https:\/\/news.house\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/nemetskaya-tablitsa-02-300x226.png 300w, https:\/\/news.house\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/nemetskaya-tablitsa-02-768x579.png 768w, https:\/\/news.house\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/nemetskaya-tablitsa-02-260x196.png 260w, https:\/\/news.house\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/nemetskaya-tablitsa-02.png 1422w\" alt=\"\" width=\"860\" height=\"648\" \/><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Der Mindestlohn in Belarus wird auf der Grundlage des Mindestwarenkorbs berechnet. Aufgrund dieser geschlechtsspezifischen Verzerrungen ist das versteckte Lohngef\u00e4lle zwischen Frauen und M\u00e4nnern in Belarus erheblich.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">\u2013 Ern\u00e4hrungsm\u00e4ngel bei inhaftierten Frauen und M\u00e4dchen in Belarus<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Am <\/span><u><a href=\"https:\/\/zakony-by.com\/norm_akt\/source-%D0%A1%D0%9C%20%D0%A0%D0%91\/type-%D0%9F%D0%BE%D1%81%D1%82%D0%B0%D0%BD%D0%BE%D0%B2%D0%BB%D0%B5%D0%BD%D0%B8%D0%B5\/169-25.03.2021.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span lang=\"en-US\">25. M\u00e4rz 2021<\/span><\/a><\/u><span lang=\"en-US\"> verabschiedete der Ministerrat der Republik Belarus die Resolution Nr. 169 mit dem Titel \u201eFestlegung von Standards f\u00fcr Lebensmittel und pers\u00f6nliche Hygiene f\u00fcr bestimmte Kategorien von B\u00fcrgern\u201c<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"https:\/\/news.house\/de\/63946#sdfootnote2sym\" name=\"sdfootnote2anc\"><sup>2<\/sup><\/a>. Diese Resolution regelt die Ern\u00e4hrungsstandards f\u00fcr verurteilte Personen, die ihre Strafe in Justizvollzugsanstalten, Gef\u00e4ngnissen, Haftanstalten und Rehabilitationszentren des Innenministeriums verb\u00fc\u00dfen.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Die f\u00fcr inhaftierte Frauen und M\u00e4dchen festgesetzten Essensrationen begr\u00fcnden erhebliche Zweifel an ihrer Angemessenheit zur Deckung des Grundbedarfs an Nahrung. Au\u00dferdem sind die vorgeschriebenen Rationen f\u00fcr Frauen in einigen F\u00e4llen sogar niedriger als die f\u00fcr M\u00e4nner. W\u00e4hrend M\u00e4nner zum Beispiel Anspruch auf 250 Gramm Brot aus einer Mischung aus Roggen- und Weizenmehl pro Tag haben, erhalten Frauen nur 150 Gramm.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">T\u00e4gliche Nahrungsmittelmenge f\u00fcr inhaftierte Frauen und M\u00e4dchen in Belarus:<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">\u2013 90 g Fleisch<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">\u2013 60 g Fisch mit Kopf<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">\u2013 25 g Gefl\u00fcgel<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">\u2013 500 g Kartoffeln<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">\u2013 230 g Wurzelgem\u00fcse (Zwiebeln, Karotten, R\u00fcben)<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">\u2013 20 g frisches Gem\u00fcse (Gurken, Tomaten, Blattgem\u00fcse)<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">\u2013 200 g Getreide<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Dar\u00fcber hinaus haben weibliche H\u00e4ftlinge nur Anspruch auf drei H\u00fchnereier pro Woche. Auf dem Speiseplan stehen keine Fr\u00fcchte, N\u00fcsse, H\u00fclsenfr\u00fcchte oder Milchprodukte, was zu einer sehr unausgewogenen Ern\u00e4hrung mit einem Mangel an wichtigen N\u00e4hrstoffen f\u00fchrt.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Zusatzbedarf f\u00fcr minderj\u00e4hrige M\u00e4dchen (H\u00e4ftlinge unter 18 Jahren)<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Minderj\u00e4hrigen M\u00e4dchen wird ein Zusatzbedarf zugestanden, und zwar die zus\u00e4tzliche Tagesdosis von:<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"en-US\">\u2013 10 g Zucker<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"en-US\">\u2013 30 g Butter<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"en-US\">\u2013 40 g H\u00fcttenk\u00e4se<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"en-US\">\u2013 125 ml Milch<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"en-US\">\u2013 50 g Fleisch<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"en-US\">Au\u00dferdem haben minderj\u00e4hrige M\u00e4dchen Anspruch auf f\u00fcnf H\u00fchnereier pro Woche.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Zwar gibt es einige zus\u00e4tzliche Bestimmungen f\u00fcr H\u00e4ftlinge mit Behinderungen, schwangere Frauen, stillende M\u00fctter, HIV-Infizierte und Diabetiker, doch reichen diese Ma\u00dfnahmen f\u00fcr einen angemessenen Gesundheitsschutz nicht aus.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"en-US\">Der Mangel an Obst, H\u00fclsenfr\u00fcchten und Milchprodukten in Verbindung mit begrenzten Portionen von Eiwei\u00df und frischem Gem\u00fcse unterstreicht die Unzul\u00e4nglichkeit dieser Ern\u00e4hrungsstandards. Dies versch\u00e4rft die physischen und psychischen Probleme der weiblichen Gefangenen in Belarus noch weiter.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"en-US\">Hygienevorschriften f\u00fcr inhaftierte Frauen und M\u00e4dchen in Belarus<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">In der Entschlie\u00dfung ist auch der Bedarf an Hygieneprodukten f\u00fcr weibliche Gefangene festgelegt, und zwar:<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">\u2013 200 g Waschseife pro Monat<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">\u2013 100 g Toilettenseife pro Monat<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">\u2013 25 Meter Toilettenpapier pro Monat<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">\u2013 10 Damenbinden pro Monat<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Gyn\u00e4kologen empfehlen, w\u00e4hrend der ersten Tage der Menstruation alle 3 bis 4 Stunden die Binde zu wechseln, was bedeutet, dass 10 Binden nur f\u00fcr etwa zwei Tage reichen w\u00fcrden. Berichten zufolge erhalten Frauen in belarussischen Gef\u00e4ngnissen jedoch oft nicht einmal die nach diesen Mindeststandards vorgeschriebenen grundlegenden Hygieneprodukte.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Diese Benachteiligung in Verbindung mit unzureichender Ern\u00e4hrung spiegelt die systematische Vernachl\u00e4ssigung und diskriminierende Behandlung von Frauen und M\u00e4dchen in Haftanstalten in Belarus wider.<\/span><\/p>\n<h3 class=\"western\"><a name=\"Beteiligung\"><\/a> <span lang=\"en-US\"><b>Artikel 3 \u2013 Beteiligung der Frauen am politischen und \u00f6ffentlichen Leben des Landes<\/b><\/span><\/h3>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Die M\u00f6glichkeiten der belarussischen Frauen zur Teilname am politischen und \u00f6ffentlichen Leben und ihr Recht auf Chancengleichheit werden durch staatliche Ma\u00dfnahmen gezielt eingeschr\u00e4nkt. <\/span><\/p>\n<ul>\n<li>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Frauenorganisationen werden bei der Registrierung und bei ihrer T\u00e4tigkeit erhebliche Hindernisse in den Weg gelegt, was ihre M\u00f6glichkeiten einschr\u00e4nkt, sich f\u00fcr die Gleichstellung der Geschlechter einzusetzen und die Rechte der Frauen zu sch\u00fctzen. <\/span><\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Gegenw\u00e4rtig werden in Belarus keine Registrierungen von unabh\u00e4ngigen nichtstaatlichen Frauenorganisationen vorgenommen, die sich in verschiedenen Bereichen f\u00fcr den Schutz der Rechte von Frauen einsetzen.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Dar\u00fcber hinaus waren die Mitarbeiterinnen von Frauenorganisationen verschiedenen Formen von Druck ausgesetzt, darunter Haus- und B\u00fcrodurchsuchungen, Beschlagnahme von Material, Informationstr\u00e4gern und Dokumenten, Versiegelung von B\u00fcros, Vorladungen zu Verh\u00f6ren und Aufkl\u00e4rungsgespr\u00e4chen, Verhaftungen von Mitarbeiterinnen, Drohungen von Strafverfolgungsbeh\u00f6rden, Diskreditierung in den Medien, Sperrung von Websites, Verweigerung der Registrierung von Projekten und Zwang zur Selbstaufl\u00f6sung. Andere Formen des Drucks umfassten Inspektionen durch die Abteilung f\u00fcr humanit\u00e4re Angelegenheiten der Pr\u00e4sidialverwaltung und das Ministerium f\u00fcr Notsituationen, Kontensperrungen, Auskunftsersuchen von Finanzbeh\u00f6rden, Finanzinspektionen durch die Steuerbeh\u00f6rde, die Abteilung f\u00fcr Finanzermittlungen (DFR) oder den Staatlichen Kontrollausschuss (SCC) sowie Druck des KGB auf die Besitzer von Immobilien, die von Frauenorganisationen bei der Registrierung als Gesch\u00e4ftssitz angegeben werden.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Die Zunahme der Repressionen gegen Gender-Organisationen und aktivistische Frauen ist auch auf eine wachsende Frauenbewegung in Belarus sowie darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass sich Frauen immer st\u00e4rker an politischen Prozessen und Wahlen beteiligen. Dies gilt insbesondere f\u00fcr Mitglieder und F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeiten der Kampagnen von Oppositionskandidaten (Veronika Tsepkalo und Maria Kalesnikava), aber auch f\u00fcr alle diejenigen, die Unterschriften gesammelt, Informatsionsst\u00e4nde und Streikposten organisiert, als unabh\u00e4ngige Wahlbeobachterinnen t\u00e4tig waren oder an Protestaktionen teilgenommen haben, etwa an Massenfrauenm\u00e4rschen, Solidarit\u00e4tsketten und an Aktionen von Studentinnen, Rentnerinnen, \u00c4rztinnen, Lehrerinnen oder Angeh\u00f6rigen anderer Berufe. An diesen Protesten beteiligten sich auch in erheblichem Ma\u00dfe M\u00fctter kinderreicher Familien, die fr\u00fcher als klassische Unterst\u00fctzerinnen von Alexander Lukaschenko galten.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Mitglieder von Frauenorganisationen haben auch anderen Frauen, die Opfer politischer Repressionen geworden sind, aktiv geholfen, u.a. durch die Verteilung von Lebensmittelpaketen, durch psychologische Unterst\u00fctzung und Fluchthilfe und der Ausstellung von Reisedokumenten. Diese Aktionen l\u00f6sten Irritationen bei den staatlichen Beh\u00f6rden und verschiedenen Institutionen aus, die alle m\u00f6glichen Ma\u00dfnahmen ergriffen, um die Konsolidierung und den Aufbau von Strukturen durch die belarussischen Frauenbewegung zu verhindern. Diese Ma\u00dfnahmen richteten sich vor allem gegen die Gr\u00fcndung von Frauenorganisationen. So wurde beispielsweise am 14. Juli 2021 die Vitebsker Frauenkultur- und Bildungsorganisation \u201eGender Answer\u201c durch einen Beschluss des Oktyabrsky Bezirksgerichts von Vitebsk aufgel\u00f6st und verboten.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Am 4. Januar 2022 wurde das Gesetz der Republik Belarus Nr. 144-Z \u201ezur \u00c4nderung der Gesetzb\u00fccher\u201c verabschiedet, das am 22. Januar 2022 in Kraft getreten ist. Nach diesem Gesetz wird Artikel 193-1 wieder in das Strafgesetzbuch aufgenommen, der insbesondere die illegale Organisation von oder die Mitarbeit in \u00f6ffentlichen Vereinigungen, religi\u00f6sen Organisationen oder Stiftungen unter Strafe stellt.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Dies bedeutet, dass Mitglieder von belarussischen Frauenorganisationen, die in Belarus liquidiert oder verboten wurden, mit Geldstrafen, Verhaftung oder Gef\u00e4ngnis bis zu zwei Jahren rechnen <\/span><u><a href=\"https:\/\/etalonline.by\/document\/?regnum=HK9900275#&amp;Article=423\/1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span lang=\"en-US\">m\u00fcssen<\/span><\/a><\/u><span lang=\"en-US\"><a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"https:\/\/news.house\/de\/63946#sdfootnote3sym\" name=\"sdfootnote3anc\"><sup>3<\/sup><\/a>.<\/span><\/p>\n<ul>\n<li>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">\u00d6ffentliche Morddrohungen, Ver\u00f6ffentlichung von \u201eAbschusslisten\u201c prominenter Menschenrechtsverteidigerinnen und Aktivistinnen in den staatlichen Medien sowie Bezeichnung von Menschenrechtsverteidigerinnen als \u201ean terroristischen Aktivit\u00e4ten beteiligte Personen\u201c, worauf in Belarus die Todesstrafe steht.<\/span><\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Am 6. August 2022 ver\u00f6ffentlichte einer der bekanntesten belarussischen Staatspropagandisten, Andrei Mukavozchik, in der wichtigsten staatlichen Zeitung \u201eBelarus Today\u201c einen Artikel mit dem Titel \u201eAbschusslisten\u201c, in dem er bekannte belarussische Frauen auflistete, die aktiv f\u00fcr die Rechte der Frauen k\u00e4mpfen, darunter die Menschenrechtsaktivistin Olga Karatch und eine der Anf\u00fchrerinnen der Frauenprotestbewegung, Veronika Tsepkalo. <\/span><u><a href=\"https:\/\/www.sb.by\/articles\/rasstrelnye-spiski-.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span lang=\"en-US\">Mukavozchik<\/span><\/a><\/u><span lang=\"en-US\"> erkl\u00e4rte, dass sie \u201esofort und mitleidslos\u201c hingerichtet werden sollten, weil sie einstimmig zu Mitgliedern des Rates des Forums der Demokratischen Kr\u00e4fte gew\u00e4hlt worden waren. Ferner berichtete er \u00fcber die Existenz von \u201eAbschusslisten\u201c von AktivistInnen und MenschenrechtsverteidigerInnen, die sich gegen die belarussischen Beh\u00f6rden stellen<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"https:\/\/news.house\/de\/63946#sdfootnote4sym\" name=\"sdfootnote4anc\"><sup>4<\/sup><\/a>.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Die Erstellung \u00f6ffentlicher \u201eAbschusslisten\u201c von belarussischen Menschenrechtsverteidigerinnen und -aktivistinnen, auf denen diejenigen aufgef\u00fchrt sind, die wegen ihres Engagements hingerichtet werden sollen, erinnert an die \u201eHinrichtungslisten\u201c aus der Stalinzeit in der UdSSR. Dabei handelte es sich um noch vor einem Gerichtsverfahren von Stalin und seinen engsten Mitarbeitern genehmigte Listen von Personen, die vom Milit\u00e4rkollegium des Obersten Gerichtshofs zu verschiedenen Strafen (meist der Todesstrafe) verurteilt werden sollten. Diese vereinfachte \u201elistenbasierte\u201c Bestrafungsmethode geht auf die Resolution des Zentralen Exekutivkomitees und des Rates der Volkskommissare der UdSSR vom 1. Dezember 1934 zur\u00fcck. Diese sah eine Verk\u00fcrzung der Ermittlungen (auf zehn Tage) in Verfahren gegen Personen vor, die der Mitlgiedschaft in terroristischen Organisationen oder terroristischer Handlungen beschuldigt wurden. Gerichtsverhandlungen konnten ohne Beteiligung der Parteien und ohne Zeugenbefragung durchgef\u00fchrt werden, es waren weder Berufungen noch Gnadengesuche zul\u00e4ssig. Die Todesurteile sollten noch am selben Tag vollstreckt werden. Das \u201evereinfachte Verfahren\u201c bedurfte der obligatorischen vorherigen Genehmigung durch das Politb\u00fcro des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (Bolschewiki), die durch einen besonderen Beschluss formalisiert wurde.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Im Zusammenhang mit diesen \u201eAbschusslisten\u201c von Menschenrechtsverteidigerinnen und -aktivistinnen ist hervorzuheben, dass Menschenrechtsverteidigerinnen und -aktivistinnen als \u201ePersonen, die an terroristischen Aktivit\u00e4ten beteiligt sind\u201c in diese Listen aufgenommen werden, was ebenfalls direkt an die Hinrichtungslisten aus der Stalinzeit im Rahmen des \u201evereinfachten Verfahrens\u201c erinnert.<\/span><\/p>\n<p><span lang=\"en-US\">So wurde beispielsweise die Menschenrechtsverteidigerin <\/span><u><a href=\"https:\/\/www.dw.com\/ru\/v-belarusi-aktivistka-karach-vkljuchena-v-spisok-terroristov\/a-59072368\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span lang=\"en-US\">Olga Karatch<\/span><\/a><\/u><span lang=\"en-US\">, Leiterin des Internationalen Zentrums f\u00fcr B\u00fcrgerinitiativen \u201eUnser Haus\u201c, am 3. September 2021 vom belarussischen KGB auf die \u201eListe der in terroristische Aktivit\u00e4ten verwickelten Personen\u201c gesetzt, die unter der Nummer 773 gef\u00fchrt wird<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"https:\/\/news.house\/de\/63946#sdfootnote5sym\" name=\"sdfootnote5anc\"><sup>5<\/sup><\/a>.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Derzeit stehen <\/span><span lang=\"en-US\"><b>29 belarussische Frauen<\/b><\/span><span lang=\"en-US\"> \u2013 Menschenrechtsverteidigerinnen, Anw\u00e4ltinnen, Tiersch\u00fctzerinnen, Feministinnen, B\u00fcrgerrechtlerinnen, Bloggerinnen und unabh\u00e4ngige Journalistinnen \u2013 auf der Liste der \u201ean terroristischen Aktivit\u00e4ten beteiligten Personen\u201c, die vom KGB erstellt wird. Eines der gr\u00f6\u00dften Repressionsorgane der belarussischen Regierung ist der KGB, der besonders andersdenkende Frauen und unabh\u00e4ngige Journalistinnen verfolgt. Keine dieser Frauen hat an gewaltt\u00e4tigen Aktionen teilgenommen. Alle stehen jedoch in offener Opposition zu Alexander Lukaschenko und sind bekannt f\u00fcr ihr Engagement im \u00f6ffentlichen und politischen Leben von Belarus.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Obwohl die Todesstrafe gem\u00e4\u00df Artikel 59 des belarussischen Strafgesetzbuchs nicht gegen Frauen verh\u00e4ngt werden darf, deutet die Tatsache, dass Menschenrechtsverteidigerinnen offiziell des Terrorismus beschuldigt werden und auf \u00f6ffentlichen \u201eAbschusslisten\u201c erscheinen, darauf hin, dass die belarussischen Beh\u00f6rden das Verbot der Verh\u00e4ngung der Todesstrafe gegen Frauen k\u00fcnftig \u00fcberdenken k\u00f6nnten \u2013 insbesondere bei Frauen, die sich gegen die belarussischen Beh\u00f6rden stellen und aktiv in der Menschenrechtsarbeit t\u00e4tig sind. Die Ver\u00f6ffentlichungen solcher \u201eAbschusslisten\u201c von Menschenrechtsverteidigerinnen und Aktivistinnen k\u00f6nnten ein Versuch sein, die \u00f6ffentliche Meinung in Belarus entsprechend zu beeinflussen.<\/span><\/p>\n<ul>\n<li>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Massenhafte Verunglimpfung von Menschenrechtsverteidigerinnen, Aktivistinnen und Journalistinnen als Extremistinnen<\/span><\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Die weit verbreitete Bezeichnung von Menschenrechtsverteidigerinnen, Aktivistinnen und Journalistinnen als Extremistinnen sowie die Einstufung von Organisationen, die sich f\u00fcr die Rechte der Frauen einsetzen, als extremistische Organisationen sind in Belarus zu einem wirksamen Unterdr\u00fcckungsinstrument geworden.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Am 14. Mai 2021 wurde ein neues Gesetz \u201ezur<\/span><u><a href=\"https:\/\/etalonline.by\/document\/?regnum=h10700203\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span lang=\"en-US\"> \u00c4nderung von Gesetzen zur Bek\u00e4mpfung des Extremismus<\/span><\/a><\/u><span lang=\"en-US\">\u201c unterzeichnet, das am 14. Juni 2021 in Kraft trat. Am 15. Oktober 2021 erlie\u00df der Ministerrat der Republik Belarus den Erlass Nr. 575 \u201e<\/span><u><a href=\"https:\/\/ivje.gov.by\/ru\/actual-ru\/view\/o-merax-protivodejstvija-ekstremizmu-i-terrorizmu-reabilitatsii-natsizma-otvetstvennost-za-25945-2024\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span lang=\"en-US\">\u00dcber Ma\u00dfnahmen zur Bek\u00e4mpfung von Extremismus und Bef\u00fcrwortung des Nazismus<\/span><\/a><\/u><span lang=\"en-US\">\u201c. Im Laufe des Jahres 2021 wurde das Strafgesetzbuch der Republik Belarus mehrfach so ge\u00e4ndert, dass bestimmte Handlungen als extremistisch definiert werden. So traten beispielsweise am 31. Dezember 2021 \u00c4nderungen des Artikels 361 in Kraft, der die Aufforderung zu restriktiven Ma\u00dfnahmen (Sanktionen) unter Strafe stellt<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"https:\/\/news.house\/de\/63946#sdfootnote6sym\" name=\"sdfootnote6anc\"><sup>6<\/sup><\/a><a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"https:\/\/news.house\/de\/63946#sdfootnote7sym\" name=\"sdfootnote7anc\"><sup>7<\/sup><\/a>.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Durch diese Gesetzes\u00e4nderungen wurde die Definition von Extremismus und extremistischen Aktivit\u00e4ten erheblich erweitert. Au\u00dferdem wurde eine vage und \u00fcberm\u00e4\u00dfig weit gefasste Definition des Begriffs \u201eextremistische Organisation\u201c eingef\u00fchrt. Nach dem neuen Gesetz sind extremistische Organisationen nicht nur diejenigen, die extremistische Aktivit\u00e4ten betreiben oder finanzieren, sondern auch diejenigen, die solche Aktivit\u00e4ten auf andere Weise unterst\u00fctzen oder als M\u00f6glichkeit in Betracht ziehen. Mit dem Gesetz wurde auch der Begriff \u201eextremistische Gruppen\u201c eingef\u00fchrt, die sich von extremistischen Organisationen dadurch unterscheiden, dass sie nicht registriert sind und vom Innenministerium oder dem Staatssicherheitskomitee (KGB) au\u00dfergerichtlich als extremistisch erkl\u00e4rt werden k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Das Innenministerium ist f\u00fcr die F\u00fchrung einer Liste von Organisationen, Gruppierungen und Einzelpersonen zust\u00e4ndig, die mit extremistischen Aktivit\u00e4ten in Verbindung gebracht werden.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Die weit und unklar gefassten Definitionen in der Extremismusgesetzgebung bedeuten, dass Standardaktivit\u00e4ten von Frauenorganisationen \u2013 wie die Einreichung von Schattenberichten an die CEDAW, die \u00dcberwachung von Verletzungen der Rechte von Frauen und M\u00e4dchen, die Verbreitung von Informationen \u00fcber Websites und soziale Medien, Bildungsarbeit und internationale Lobbyarbeit \u2013 als illegal gelten und als extremistische Aktivit\u00e4ten eingestuft werden k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">So wurde beispielsweise die belarussische Menschenrechtsverteidigerin <\/span><span lang=\"en-US\"><b>Olga Karatch<\/b><\/span><span lang=\"en-US\"> mitsamt ihrer Social-Media-Plattformen, ihrer Website, ihren YouTube-Kan\u00e4len und sonstigen Einrichtungen in Belarus <\/span><span lang=\"en-US\"><b>19 <\/b><\/span><span lang=\"en-US\">Mal als \u201eextremistisch\u201c eingestuft. Nach dem belarussischen Strafgesetzbuch drohen ihr bis zu sieben Jahre Gef\u00e4ngnis wegen \u201eExtremismus\u201c. Am 1. November 2024 wurde Olga Karatch als extremistische Person eingestuft und f\u00fcr <\/span><span lang=\"en-US\"><b>17<\/b><\/span><span lang=\"en-US\"> Jahre vom Milit\u00e4rdienst ausgeschlossen.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Mitglieder von Frauenorganisationen, die in Belarus aus dem Register gestrichen und als extremistisch eingestuft wurden, riskieren eine strafrechtliche Verfolgung nach <\/span><u><a href=\"https:\/\/etalonline.by\/document\/?regnum=HK9900275#&amp;Article=423\/1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span lang=\"en-US\">Artikel 423.1<\/span><\/a><\/u><span lang=\"en-US\"> des Strafgesetzbuches, wenn sie sich weigern, ihre T\u00e4tigkeit f\u00fcr die Menschenrechte aufzugeben.<\/span><span lang=\"en-US\"><a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"https:\/\/news.house\/de\/63946#sdfootnote8sym\" name=\"sdfootnote8anc\"><sup>8<\/sup><\/a><\/span><span lang=\"en-US\"> Dieser Artikel stellt die Nichtbefolgung von Beschl\u00fcssen unter Strafe, mit denen eine Organisation oder T\u00e4tigkeit als extremistisch erkl\u00e4rt oder ausl\u00e4ndische (bzw. im Exil befindliche) oder internationale Organisationen verboten wurden. Frauen, die gem\u00e4\u00df dieser Bestimmung f\u00fcr schuldig befunden werden, k\u00f6nnen mit Strafen belegt werden, die von Geldstrafen bis zum Ausschluss von bestimmten Positionen oder T\u00e4tigkeiten, Verhaftung, Freiheitsbeschr\u00e4nkungen von bis zu drei Jahren oder Freiheitsentzug f\u00fcr denselben Zeitraum reichen, unter Umst\u00e4nden verbunden mit dem Ausschluss von bestimmten Positionen oder T\u00e4tigkeiten.<\/span><\/p>\n<ul>\n<li>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Frauen werden h\u00e4ufig wegen ihres politischen Dissenses zur Zielscheibe von Praktiken, die darauf abzielen, sie zu dem\u00fctigen, handlungsunf\u00e4hig zu machen und zu erniedrigen.<\/span><\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Frauen, die sich im politischen und \u00f6ffentlichen Leben engagieren, sind dem gleichen Spektrum an Repressionen ausgesetzt wie M\u00e4nner. Dazu geh\u00f6ren Verhaftungen, Inhaftierungen und lange Isolationshaft, in der sie jahrelang ohne Kontakt zu ihrer Familie und ihren Anw\u00e4lten, ohne Telefonanrufe und ohne die M\u00f6glichkeit, Lebensmittelpakete zu erhalten, festgehalten werden. Sie sind verschiedenen Formen der Folter, der Vorenthaltung medizinischer Versorgung und der Androhung sexueller Gewalt durch Vollzugsbeamte ausgesetzt. Diese Praktiken verletzen ihre Menschenw\u00fcrde und zielen auf maximale Dem\u00fctigung ab.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Frauen berichten, dass sie w\u00e4hrend der Haft geschlagen, gew\u00fcrgt und gezwungen werden, sich auf den Boden zu legen, w\u00e4hrend sie mit Handschellen gefesselt sind. Weiblichen H\u00e4ftlingen mit chronischen Krankheiten wie Diabetes oder Schuppenflechte werden oft notwendige Medikamente verweigert, was zu einer weiteren Verschlechterung ihres Gesundheitszustands f\u00fchrt.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Die Formen von Folter und Misshandlung in belarussischen Gef\u00e4ngnissen sind zahlreich und w\u00fcrden einen eigenen Bericht erfordern, um sie umfassend zu dokumentieren. Im Folgenden werden die ungeheuerlichsten Misshandlungen hervorgehoben, denen weibliche politische Gefangene ausgesetzt sind:<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"en-US\"><b>Biologischer Terrorismus gegen weibliche politische Gefangene<\/b><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Eine zutiefst beunruhigende Praxis besteht darin, kranke H\u00e4ftlinge \u2013 solche mit ansteckenden Krankheiten wie COVID-19, HIV oder Tuberkulose \u2013 in Zellen mit gesunden H\u00e4ftlingen unterzubringen und Letztere damit absichtlich lebensbedrohlichen Krankheiten auszusetzen. Mindestens ein Todesfall einer Frau, die an den Protesten von 2020 teilgenommen hat, wurde als Folge dieser Praxis dokumentiert.<\/span><\/p>\n<h3 align=\"justify\"><span lang=\"en-US\"><b>Geschlechtsspezifische Verst\u00f6\u00dfe<\/b><\/span><\/h3>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Inhaftierte Frauen sind zus\u00e4tzlich geschlechtsspezifischer Gewalt und erniedrigender Behandlung ausgesetzt:<\/span><\/p>\n<ul>\n<li>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"en-US\"><b>Extreme Wetterbedingungen: <\/b><\/span><span lang=\"en-US\">Einige Frauen wurden zur Strafe nackt ausgezogen und bei eisigen Temperaturen im Freien gelassen, was zu schweren Erkrankungen f\u00fchrte. Andere berichten, dass sie stundenlang in Au\u00dfenk\u00e4figen bei widrigen Wetterbedingungen eingesperrt waren.<\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"en-US\"><b>Sexualisierte Gewalt und Bel\u00e4stigung<\/b><\/span><span lang=\"en-US\">: Weibliche H\u00e4ftlinge m\u00fcssen w\u00e4hrend der Menstruation h\u00e4ufig invasive und dem\u00fctigende Leibesvisitationen \u00fcber sich ergehen lassen. Frauen berichten, dass sie gezwungen werden, nackt in die Hocke zu gehen und ihr Ges\u00e4\u00df zu spreizen, wobei ihnen sichtbar Blut an den Beinen herunterl\u00e4uft, was ihre Dem\u00fctigung noch verst\u00e4rkt. Bei Festnahmen und Inhaftierungen berichten Aktivistinnen h\u00e4ufig von sexueller Bel\u00e4stigung durch m\u00e4nnliche Vollzugsbeamte, einschlie\u00dflich Befummeln und Drohungen mit Vergewaltigung. Solche Drohungen werden als psychologische Folter eingesetzt, um die Frauen zu zwingen, belastende Dokumente zu unterschreiben oder falsche Gest\u00e4ndnisse abzulegen.<\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"en-US\"><b>\u2013 Verweigerung von Hygiene und Grundbed\u00fcrfnissen:<\/b><\/span><\/p>\n<ul>\n<li>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Inhaftierten Frauen werden medizinische Versorgung und wichtige Hygieneartikel verweigert, insbesondere w\u00e4hrend der Menstruation. Oft erhalten sie gar keine Hygieneartikel.<\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Grundlegende Dinge wie Seife, Toilettenpapier und Wasser zum Waschen werden routinem\u00e4\u00dfig verweigert. Die Frauen m\u00fcssen sich mit Feuchtt\u00fcchern reinigen, die sie waschen und wiederverwenden.<\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Der Zugang zu Duschen ist stark eingeschr\u00e4nkt. Trotz der gesetzlichen Garantie einer mindestens 15-min\u00fctigen w\u00f6chentlichen Dusche berichten Frauen, dass sie wochenlang nicht baden d\u00fcrfen. Viele m\u00fcssen ohne Matratze oder Bettzeug schlafen.<\/span><\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"justify\"><b>Psychologische und emotionale Misshandlung<\/b><\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Weibliche H\u00e4ftlinge sind erheblichen emotionalen und psychologischen Misshandlungen ausgesetzt:<\/span><\/p>\n<ul>\n<li>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Sie werden dazu gezwungen, falsche Gest\u00e4ndnisse zu unterschreiben oder unter Zwang selbstbelastende Aussagen zu machen. Denjenigen, die sich widersetzen, wird mit weiterer Bestrafung oder h\u00e4rteren Bedingungen gedroht.<\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Drohungen gegen Familienmitglieder sind \u00fcblich und verst\u00e4rken den Druck zur Zusammenarbeit.<\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Die Kommunikation mit Angeh\u00f6rigen ist oft verboten; Anrufe, Besuche und Lebensmittelpakete werden untersagt.<\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Auch religi\u00f6se Praktiken werden eingeschr\u00e4nkt. Gef\u00e4ngnisw\u00e4rter haben christliche Kreuze konfisziert, religi\u00f6se Literatur wie Bibeln verboten und Frauen daran gehindert, religi\u00f6se Rituale zu vollziehen. Der Zugang zu Geistlichen wird h\u00e4ufig verweigert.<\/span><\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"en-US\"><b>Einsatz von Folter und chemischen Stoffen<\/b><\/span><\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Es gibt Berichte \u00fcber chemische Folter in Haftanstalten. So hat das Gef\u00e4ngnispersonal beispielsweise Zellen mit konzentrierter Bleiche geflutet und H\u00e4ftlinge giftigen D\u00e4mpfen ausgesetzt, die schwere Atemprobleme, Erbrechen und Augenreizungen verursachen. In einigen F\u00e4llen wurde die Kleidung von Frauen absichtlich mit Bleichmittel \u00fcbergossen, so dass sie untragbar wurde, w\u00e4hrend die Gef\u00e4ngnisbeh\u00f6rden den Angeh\u00f6rigen verboten, Ersatz zu besorgen.<\/span><\/p>\n<ul>\n<li>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"en-US\"><b>Andere Formen der Unterdr\u00fcckung und des Drucks auf belarussische Frauen, die aktiv am politischen und \u00f6ffentlichen Leben teilnehmen<\/b><\/span><\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p align=\"center\"><span lang=\"en-US\"><i>Als Ma\u00dfnahme zur Einschr\u00e4nkung der Teilnahme von Frauen am \u00f6ffentlichen und politischen Leben werden Aktivistinnen, Menschenrechtsverteidigerinnen, Politikerinnen und Journalistinnen ihre Kinder weggenommen<\/i><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Die belarussische Gesetzgebung enth\u00e4lt Bestimmungen, die es erm\u00f6glichen, Frauen wegen ihres sozialen und politischen Engagements die Kinder wegzunehmen. So enth\u00e4lt beispielsweise der Pr\u00e4sidialerlass der Republik Belarus Nr. 18 vom 24. November 2006 \u201e\u00fcber zus\u00e4tzliche Ma\u00dfnahmen zum staatlichen Schutz von Kindern in zerr\u00fctteten Familien\u201c die unklare Formulierung der \u201eanderweitigen unangemessenen Erf\u00fcllung ihrer Pflichten zur Erziehung und Unterst\u00fctzung von Kindern\u201c. Diese Unklarheit f\u00fchrt zu staatlicher Manipulation, Missbrauch und repressiven Praktiken, die sich in erster Linie gegen Menschenrechtsverteidigerinnen, Journalistinnen, lokale Aktivistinnen und Protestteilnehmerinnen richten. Aufgrund ihrer \u00f6ffentlich-politischen Aktivit\u00e4ten oder ihres zivilen Engagements wird ihnen mit der Wegnahme der Kinder gedroht, in einigen F\u00e4llen ist dies auch geschehen. Es ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass Kinder ohne Gerichtsbeschluss auf dem Verwaltungsweg aus ihren Familien genommen (von der Mutter getrennt) werden k\u00f6nnen.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Am 14. September 2020 drohte die Generalstaatsanwaltschaft von Belarus Familien, die ihre Kinder zu Protesten mitnehmen, mit der Herausnahme der Kinder aus der Familie. Gem\u00e4\u00df dem Beschluss des Ministerrats der Republik Belarus Nr. 22 vom 15. Januar 2019 \u201ezur Feststellung von sozial gef\u00e4hrlichen Situationen f\u00fcr Kinder\u201c, dem Pr\u00e4sidialerlass Nr. 18 vom 24. November 2006 \u201e\u00dcber zus\u00e4tzliche Ma\u00dfnahmen zum staatlichen Schutz von Kindern in zerr\u00fctteten Familien\u201c und dem Familiengesetzbuch kann die Situation des Kindes vom Staat als sozial gef\u00e4hrlich anerkannt werden, wenn eine Frau mit einem minderj\u00e4hrigen Kind unter 16 Jahren w\u00e4hrend einer Demonstration festgenommen wird. Infolgedessen kann das Kind der Familie entzogen und f\u00fcr bis zu sechs Monate in einem Waisenhaus oder einer Pflegefamilie untergebracht werden. W\u00e4hrend dieser Zeit muss die Frau eine Entsch\u00e4digung f\u00fcr den Aufenthalt des Kindes in einer staatlichen Einrichtung zahlen, die auch als zus\u00e4tzliches wirtschaftliches und moralisches Druckmittel zur Disziplinierung und Einschr\u00e4nkung der Teilnahme von Frauen am politischen und \u00f6ffentlichen Leben dient.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">In der neuen Resolution des Ministerrates der Republik Belarus Nr. <\/span><u><a href=\"https:\/\/news.house\/Users\/katerina\/Downloads\/pravo.by\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span lang=\"en-US\">1055<\/span><\/a><\/u><span lang=\"en-US\"> vom 30. Dezember 2024<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"https:\/\/news.house\/de\/63946#sdfootnote9sym\" name=\"sdfootnote9anc\"><sup>9<\/sup><\/a><\/span><span lang=\"en-US\"><b>,<\/b><\/span><span lang=\"en-US\"> \u201ezur Feststellung, ob sich Kinder in einer sozial gef\u00e4hrlichen Situation befinden und den Schutz des Staates ben\u00f6tigen\u201c, hat die Regierung verf\u00fcgt, dass der Verbleib von Kindern in ihrer Familie als sozial gef\u00e4hrliche Situation gilt, wenn gegen Elternteile eine Anklage gem\u00e4\u00df einer Reihe von Verwaltungsartikeln erhoben wurde. Dazu geh\u00f6rt Artikel 19.11 des Verwaltungsgesetzbuchs (Verbreitung, Herstellung, Speicherung und Bef\u00f6rderung von Informationsprodukten, die zu extremistischen Aktivit\u00e4ten aufrufen oder solche Aktivit\u00e4ten f\u00f6rdern), d. h. es geht um Verst\u00f6\u00dfe gegen politisch motivierte Artikel.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"en-US\"><i>Die Regierung nutzt die Psychiatrie als Instrument der Bestrafung, um Frauen zum Schweigen zu bringen, insbesondere Menschenrechtsverteidigerinnen und Korruptionsbek\u00e4mpferinnen aus l\u00e4ndlichen Gebieten.<\/i><\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Diese Frauen werden unfreiwillig in psychiatrische Krankenh\u00e4user eingewiesen, wo sie isoliert werden. Dar\u00fcber hinaus setzen die belarussischen Beh\u00f6rden die Psychiatrie als Instrument der Bestrafung ein, um Frauen zum Schweigen zu bringen, die schwere Straftaten durch Vollzugsbeamte beobachtet haben.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">So wurde beispielsweise die politische Gefangene Maria Uspenskaya Zeugin der Ermordung ihres Mannes Andrei Zeltsar durch KGB-Beamte am 28. September 2021 in ihrer Wohnung. Die belarussischen Beh\u00f6rden beschuldigten sie daraufhin der Mitt\u00e4terschaft an der Ermordung des KGB-Offiziers Dmitrij Fedosjuk, der ebenfalls am Tatort unter ungekl\u00e4rten Umst\u00e4nden get\u00f6tet wurde.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Obwohl Maria nicht am Tod des KGB-Offiziers beteiligt war, wurde sie als \u201ePerson, die eine sozial gef\u00e4hrliche Handlung im Sinne des Strafrechts begangen hat, w\u00e4hrend sie geistig unzurechnungsf\u00e4hig war oder nach der Begehung der Straftat an einer psychischen St\u00f6rung litt\u201c, vor Gericht gestellt (Artikel 6 Absatz 13 Strafprozessordnung). Infolgedessen wurde sie isoliert und ihr wurde das Recht auf Teilnahme an der Verhandlung verweigert, was sie daran hinderte, auszusagen oder die Geschehnisse zu schildern. Stattdessen vertrat ihre Mutter ihre Interessen vor Gericht.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Das Gericht verh\u00e4ngte Zwangsma\u00dfnahmen und eine Zwangsbehandlung gegen Maria, einschlie\u00dflich der Zwangseinweisung in eine psychiatrische Einrichtung mit regelm\u00e4\u00dfiger Beobachtung. Das Gericht legte die Dauer ihres Zwangsaufenthalts nicht fest, was bedeutet, dass sie auf unbestimmte Zeit, m\u00f6glicherweise bis zu ihrem Tod, inhaftiert bleiben k\u00f6nnte.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Dar\u00fcber hinaus ordnete das Gericht an, dass Maria der Witwe von Dmitry Fedosyuk ein \u201eSchmerzensgeld\u201c in H\u00f6he von 100.000 Rubel zu zahlen hat. Es bleibt unklar, warum eine Zeugin eines Verbrechens f\u00fcr die Entsch\u00e4digung der Witwe eines KGB-Offiziers aufkommen soll.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Angesichts der Aush\u00f6hlung des Justizsystems in Belarus besteht der Verdacht, dass sie in einer psychiatrischen Anstalt festgehalten wird, um sie als Zeugin eines von KGB-Offizieren begangenen Verbrechens wegzusperren.<\/span><\/p>\n<p align=\"center\"><span lang=\"en-US\"><i>Schauprozesse in Abwesenheit und harte Strafen f\u00fcr Aktivistinnen, Journalistinnen und Menschenrechtsverteidigerinnen<\/i><\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">In Belarus sind Frauen, die sich aktiv am \u00f6ffentlichen und politischen Leben beteiligen, brutalen Repressionen ausgesetzt. Diejenigen, denen es gelingt, sich der Verhaftung zu entziehen, werden oft in Abwesenheit vor Gericht gestellt und zu hohen Haftstrafen verurteilt.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Im Jahr 2022 f\u00fchrte Belarus inmitten der anhaltenden politischen Auseinandersetzungen \u201eSonderverfahren\u201c ein. Diese Verfahren erm\u00f6glichen es den Beh\u00f6rden, im Ausland lebende Personen strafrechtlich zu verfolgen. Damit wurde die Durchf\u00fchrung von Verfahren in Abwesenheit der Angeklagten legitimiert.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Frauen, gegen die ein Sonderverfahren eingeleitet wird, haben fast keine M\u00f6glichkeit, sich zu verteidigen. Dies liegt sowohl an den Verfahrensvorschriften als auch an der Art und Weise, wie sie in der Praxis angewandt werden.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Die beschuldigten Frauen wissen oft gar nicht, was ihnen vorgeworfen wird und welche Beweismittel gegen sie vorliegen. Unter diesen Umst\u00e4nden ist es f\u00fcr sie fast unm\u00f6glich, sich zu verteidigen oder die Anschuldigungen zu widerlegen. Die Strafprozessordnung schreibt zwar vor, dass bei Sonderverfahren von Anfang an ein Anwalt hinzugezogen werden muss, doch wenn der Beschuldigte keinen Anwalt benennt, wird ihm \u00fcber die regionale Anwaltskammer ein Anwalt zugewiesen.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">In der Praxis weigern sich diese vom Gericht bestellten Anw\u00e4lte jedoch h\u00e4ufig, mit ihren Mandanten zu kommunizieren. In einigen F\u00e4llen distanzieren sie sich v\u00f6llig und setzen sich in keiner Weise f\u00fcr die Angeklagten ein. Au\u00dferdem ist es oft unm\u00f6glich festzustellen, um welchen Anwalt es sich handelt, da diese Information nicht ver\u00f6ffentlicht wird.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Dieses Verhalten der Anw\u00e4lte l\u00e4sst sich mit den Risiken erkl\u00e4ren, denen sie ausgesetzt sind. Obwohl das Gesetz die Kommunikation zwischen einem Anwalt und seinem Mandanten in Sonderverfahren nicht ausdr\u00fccklich verbietet, bef\u00fcrchten die Anw\u00e4lte, dass der Austausch von detaillierten Informationen mit dem Angeklagten als Offenlegung von Ermittlungsgeheimnissen oder geheimen Gerichtsakten ausgelegt werden k\u00f6nnte. Schlimmer noch, es k\u00f6nnte als Unterst\u00fctzung \u201eextremistischer Aktivit\u00e4ten\u201c gewertet werden, was zum Verlust der Anwaltszulassung f\u00fchren k\u00f6nnte.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Dies hat zur Folge, dass Anw\u00e4lte auch ohne formaljuristische Beschr\u00e4nkungen praktisch nicht in der Lage sind, ihre Mandanten in solchen F\u00e4llen effektiv zu verteidigen.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">So wurde beispielsweise am 24. Oktober 2024 die Menschenrechtsverteidigerin Olga Karatch in Abwesenheit zu 12 Jahren Gef\u00e4ngnis und einer Geldstrafe von 170.000 Euro wegen \u201eVersuchs eines Staatsstreichs mit verfassungswidrigen Mitteln\u201c verurteilt. Am selben Tag wurde Veronika Tsepkalo, Leiterin des belarussischen Frauenfonds und prominente Anf\u00fchrerin der Protestbewegung, in Abwesenheit ebenfalls zu 12 Jahren Gef\u00e4ngnis verurteilt (Einzelheiten sind nicht bekannt).<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Die enormen Anstrengungen der belarussischen Beh\u00f6rden, diese Frauen zur R\u00fcckkehr nach Belarus zu zwingen, wo sie sofort festgenommen und inhaftiert w\u00fcrden, sind gut dokumentiert. Allerdings wurden weder die Namen der staatlich bestellten Anw\u00e4lte noch die Einzelheiten der Anklagen bekannt gegeben. Dieser Mangel an Transparenz ist g\u00e4ngige Praxis im Umgang mit belarussischen Frauen, die im sozialen oder politischen Bereich aktiv sind.<\/span><\/p>\n<h3 class=\"western\" align=\"justify\"><a name=\"Beseitigung\"><\/a> <span lang=\"en-US\"><b>Artikel 5 \u2013 Beseitigung von geschlechtsspezifischen Verhaltensmustern und Vorurteilen gegen\u00fcber Frauen<\/b><\/span><\/h3>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Die belarussische Regierung h\u00e4lt an sch\u00e4dlichen geschlechtsspezifischen und kulturellen Verhaltensmustern fest, die die Diskriminierung und die gesellschaftliche Kontrolle \u00fcber Frauen verst\u00e4rken.<\/span><\/p>\n<ul>\n<li>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">In belarussischen Gef\u00e4ngnissen ist das Rasieren der Haare von Frauen nach wie vor eine Form der geschlechtsspezifischen Bestrafung, die darauf abzielt, den Frauen ihre weibliche Identit\u00e4t und Femininit\u00e4t zu nehmen. <\/span><\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">In der patriarchalen belarussischen Gesellschaft gelten die Haare der Frauen als starkes Symbol ihr weiblichen Identit\u00e4t. Die Strafvollzugsbeh\u00f6rden nutzen diese kulturell verankerte Bedeutung als Mittel zur Dem\u00fctigung und zur Aus\u00fcbung zus\u00e4tzlicher Kontrolle \u00fcber inhaftierte Frauen und minderj\u00e4hrige M\u00e4dchen.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Die Gef\u00e4ngnisverwaltungen nutzen h\u00e4ufig die Androhung des Rasierens von Haaren oder das Rasieren selbst als Mittel zur Disziplinierung und Bestrafung. Diese Handlung wird mitunter von anderen Insassinnen auf Anweisung der Verwaltung durchgef\u00fchrt, was die Dem\u00fctigung noch verst\u00e4rkt. Frauen, die sich den Kopf rasieren lassen mussten, sind mit einem erheblichen Stigma konfrontiert und stehen in der Gef\u00e4ngnishierarchie ganz unten. Dies wirkt sich direkt auf ihre Beziehungen zu anderen Mitgefangenen und ihren Zugang zu Ressourcen aus, was die Schwierigkeiten des Gef\u00e4ngnislebens noch verst\u00e4rkt.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Diese Praxis wird besonders stark tabuisiert und kaum diskutiert, ist aber in belarussischen Frauengef\u00e4ngnissen weit verbreitet. Die Dem\u00fctigung, kahl rasiert zu werden, entmenschlicht die Frauen nicht nur, sondern verst\u00e4rkt auch ihre Unterordnung innerhalb des Gef\u00e4ngnissystems.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Dar\u00fcber hinaus ist das Rasieren des Kopfes die einzige Methode, die in den Gef\u00e4ngnissen angewandt wird, um Probleme wie L\u00e4usebefall zu l\u00f6sen, obwohl es moderne Behandlungsmethoden f\u00fcr L\u00e4use gibt. Mit dieser Praxis werden sch\u00e4dliche Verhaltensmuster in der belarussischen Gesellschaft aufrechterhalten, in der L\u00e4use h\u00e4ufig mit marginalisierten oder verarmten Gruppen wie Obdachlosen oder Drogenabh\u00e4ngigen in Verbindung gebracht werden. Frauen, die sich mit L\u00e4usen infizieren \u2013 was oft bei Verlegungen zwischen Gef\u00e4ngnissen der Fall ist \u2013 werden sofort dieser erniedrigenden Strafe unterworfen. Das Stigma des L\u00e4usebefalls gibt die Betroffenen auch der Verachtung durch ihre Mitgefangenen preis und verst\u00e4rkt ihre Diskriminierung und Isolation, anstatt das Problem wirksam anzugehen.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Auf diese Weise dient die Praxis der Kopfrasur in belarussischen Gef\u00e4ngnissen nicht nur als Mittel der Bestrafung, sondern auch als Mittel zur Ausl\u00f6schung der Individualit\u00e4t und zur Verst\u00e4rkung der systematischen Unterdr\u00fcckung von Frauen.<\/span><\/p>\n<ul>\n<li>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Verwendung gelber Aufn\u00e4her zur Stigmatisierung belarussischer weiblicher politischer Gefangener<\/span><\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">In belarussischen Gef\u00e4ngnissen werden weibliche politische Gefangene mit gelben Aufn\u00e4hern gekennzeichnet, die schmerzhaft an den Holocaust erinnern, als Juden in den Konzentrationslagern der Nazis mit gelben Sternen gekennzeichnet wurden. Dieses System erm\u00f6glicht es den belarussischen Gef\u00e4ngnisbeh\u00f6rden, weibliche politische Gefangene zu identifizieren und zu isolieren und sie zus\u00e4tzlichen Repressionen und strenger \u00dcberwachung zu unterwerfen.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Zun\u00e4chst leugnete das Innenministerium von Belarus die Anwendung derartiger Stigmatisierungspraktiken. Unter dem Druck unwiderlegbarer Beweise, die von der Menschenrechtsorganisation \u201eUnser Haus\u201c vorgelegt wurden, sah man sich jedoch gezwungen, die Verwendung verschiedenfarbiger Abzeichen zur Kategorisierung von Gefangenen zuzugeben. So m\u00fcssen beispielsweise minderj\u00e4hrige M\u00e4dchen, die nach Artikel 328 (wegen geringf\u00fcgiger Drogendelikte ohne Gewaltanwendung) verurteilt wurden, gr\u00fcne Aufn\u00e4her tragen, was sie zur Zielscheibe versch\u00e4rfter Einschr\u00e4nkungen, eingeschr\u00e4nkter Familienkontakte und h\u00e4ufiger Zelleninspektionen macht.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Neben der Kennzeichnung von weiblichen Gefangenen verwendeten die belarussischen Beh\u00f6rden w\u00e4hrend der Proteste 2020 farbige Etiketten, um protestierende Frauen bei Festnahmen und Inhaftierungen zu identifizieren. Unterschiedliche Farben kennzeichneten den Grad der Misshandlung oder Folter, dem die Gefangenen in Haftanstalten oder auf Polizeistationen ausgesetzt werden konnten.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Das Stigma des gelben Abzeichens f\u00fcr politische Gefangene ist zu einem der deutlichsten Symbole f\u00fcr die Bem\u00fchungen des Staates geworden, weibliche politische Gefangene in Belarus zu entmenschlichen und zu isolieren. Maria Kalesnikava , eine der Anf\u00fchrerinnen der belarussischen Protestbewegung im Jahr 2020, verb\u00fc\u00dft beispielsweise eine 11-j\u00e4hrige Haftstrafe und muss einen gelben Aufn\u00e4her tragen.<\/span><\/p>\n<ul>\n<li>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Geschlechtsspezifische Stigmatisierung von minderj\u00e4hrigen M\u00e4dchen ab 14 Jahren, die in Belarus gem\u00e4\u00df Artikel 328 des Strafgesetzbuchs zu langen Haftstrafen verurteilt werden (sog. \u201eM\u00e4dchenparagraf\u201c)<\/span><\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">In Belarus werden M\u00e4dchen im Alter von 14 Jahren gem\u00e4\u00df Artikel 328 des Strafgesetzbuchs, der sich auf geringf\u00fcgige Drogendelikte ohne Gewaltanwendung bezieht, zu langen Haftstrafen (in der Regel etwa 8 bis 10 Jahre) verurteilt. Dieses Gesetz hat unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfige Auswirkungen auf junge M\u00e4dchen, die oft wegen relativ geringf\u00fcgiger Vergehen zu langen Haftstrafen verurteilt werden.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Eine der wichtigsten Folgen dieses Systems ist die geschlechtsspezifische Stigmatisierung von M\u00e4dchen, die aufgrund von Artikel 328 verurteilt wurden. In der patriarchalen Gesellschaft von Belarus gelten M\u00e4dchen, die zu einer so langen Haftstrafe verurteilt werden, oft als \u201everloren\u201c f\u00fcr die Gesellschaft; Familien und Freunde distanzieren sich von ihnen. Im Gegensatz zu Jungen, deren Familien in der Regel f\u00fcr ihre Freilassung k\u00e4mpfen, werden M\u00e4dchen, die nach diesem Artikel verurteilt wurden, von ihren Familien oft versto\u00dfen. Sie gelten als \u201eruiniert\u201c und erhalten keinerlei Unterst\u00fctzung mehr von ihren Familien, die ihnen keinen Rechtsbeistand finanzieren, sie nicht besuchen und ihnen keine Lebensmittelpakete schicken.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Infolgedessen wird das Leben von nach Artikel 328 verurteilten M\u00e4dchen in belarussischen Gef\u00e4ngnissen immer trostloser. Aufgrund von Verst\u00f6\u00dfen gegen das belarussische Recht sind diese nach \u00a7 328 verurteilten M\u00e4dchen au\u00dferdem h\u00e4ufig zusammen mit erwachsenen Frauen inhaftiert, was ihr Risiko, sexuell bel\u00e4stigt und missbraucht zu werden, deutlich erh\u00f6ht. Dies ist besonders besorgniserregend, weil sie vor allem wegen des ihnen durch diese Verurteilung anhaftenden Stigmas Gefahr laufen, dass erwachsene Frauen ihre Machtposition gegen\u00fcber ihnen als j\u00fcngeren, schutzbed\u00fcrftigeren Gefangenen ausnutzen.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Dar\u00fcber hinaus werden diese nach dem M\u00e4dchenparagraf Verurteilten, die oft ohne jegliche famili\u00e4re Unterst\u00fctzung sind, zu Sklavenarbeit im Gef\u00e4ngnis gezwungen. Mit L\u00f6hnen von von nur 2 bis 5 oder bestenfalls 10 Euro pro Monat k\u00e4mpfen sie ums \u00dcberleben und m\u00fcssen extreme Entbehrungen ertragen. Der Staat unternimmt nichts, um das Leid dieser jungen M\u00e4dchen zu lindern, die oft zerm\u00fcrbende Arbeit und unmenschliche Bedingungen erdulden m\u00fcssen.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Au\u00dferdem fehlt es v\u00f6llig an Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Wiedereingliederung dieser M\u00e4dchen nach ihrer Entlassung. Sie haben in der Regel nur eine niedrige gar keine brauchbare Qualifikation, da das Gef\u00e4ngnissystem keine angemessenen Bildungsm\u00f6glichkeiten bietet, und sie sind nicht mit den f\u00fcr die Wiedereingliederung in die Gesellschaft erforderlichen F\u00e4higkeiten oder Ressourcen ausgestattet. Der Staat stellt keine Mittel f\u00fcr ihre Wiedereingliederung zur Verf\u00fcgung, so dass sie auf sich allein gestellt sind und keine Unterst\u00fctzung bei der \u00dcberwindung der Stigmatisierung und des Traumas, das sie erlitten haben, erhalten.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Der belarussische Staat und die Gesellschaft als Ganzes lassen diese M\u00e4dchen im Stich und betrachten sie als \u201everbrauchtes Material\u201c, das keine Wiedereingliederung oder Betreuung verdient. Es gibt keine Bem\u00fchungen, sie wieder in die Gesellschaft einzugliedern, und es gibt keine Programme, die auf ihre besonderen Bed\u00fcrfnisse als junge Frauen, denen grundlegende Rechte, Bildung und Chancen vorenthalten wurden, zugeschnitten w\u00e4ren. Diese systematische Vernachl\u00e4ssigung und Stigmatisierung sorgen daf\u00fcr, dass viele dieser M\u00e4dchen an den Rand gedr\u00e4ngt bleiben und nicht in der Lage sind, ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen und sich wieder in die Gesellschaft zu integrieren.<\/span><\/p>\n<h3 class=\"western\" align=\"justify\"><a name=\"Ausbeutung\"><\/a> <span lang=\"en-US\"><b>Artikel 6 \u2013 Ausbeutung von Frauen und M\u00e4dchen<\/b><\/span><\/h3>\n<p class=\"western\"><span lang=\"en-US\">Der Staat beutet inhaftierte Frauen und M\u00e4dchen aus und zwingt sie zu Sklavenarbeit unter harten Bedingungen in Gef\u00e4ngnissen.<\/span><\/p>\n<ul>\n<li>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">In belarussischen Gef\u00e4ngnissen werden Frauen und minderj\u00e4hrige M\u00e4dchen (ab 14 Jahren) zu Zwangsarbeit gezwungen. <\/span><\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Sie arbeiten in der Regel in N\u00e4hwerkst\u00e4tten, stellen Waschlappen her oder schneiden F\u00e4den. Diese Gefangenen haben keine Arbeitsvertr\u00e4ge; die w\u00e4hrend ihrer Inhaftierung geleisteten Arbeitszeiten werden nicht als Zeiten der Berufsaus\u00fcbung anerkannt. Au\u00dferdem haben die inhaftierten Frauen und minderj\u00e4hrigen M\u00e4dchen keinen Anspruch auf eine Krankenversicherung. Wenn sie einen Arbeitsunfall erleiden, werden sie nicht medizinisch behandelt und erhalten keine Entsch\u00e4digung f\u00fcr den erlittenen Schaden.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Ihr Lohn liegt zwischen einigen Cent und mehreren Cent pro Woche (in der Regel zwischen 1-10 Euro pro Monat). Im Gegensatz zu regul\u00e4ren Arbeitnehmern werden sie nicht f\u00fcr Teilzeitarbeit oder Ausfallzeiten bezahlt. Frauen und M\u00e4dchen, die die Arbeitsquoten nicht erf\u00fcllen, m\u00fcssen mit harten Strafen rechnen, darunter der Entzug von Lebensmittelpaketen oder Familienbesuchen, oder sie werden in Einzelhaft genommen. Nach einer solchen Bestrafung kehren sie oft in schlechtem Gesundheitszustand zur\u00fcck, was auf die harten Bedingungen in der Einzelhaft zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Die Verweigerung von Zwangsarbeit wird ebenfalls mit Isolationshaft bestraft.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Die Verweigerung von Arbeit oder die Nichterf\u00fcllung zu hoher Quoten kann dazu f\u00fchren, dass eine Gefangene als \u201eunbelehrbare Straft\u00e4terin\u201c eingestuft wird. Diese Einstufung schlie\u00dft jede M\u00f6glichkeit einer vorzeitigen Entlassung aus, f\u00fchrt zu einer noch strengeren Behandlung sowie zum Entzug von Paketen und Familienbesuchen. Mitunter sind die Quoten aufgrund von Materialm\u00e4ngeln nicht erf\u00fcllbar. Nach drei derartigen Strafen wird eine Gefangene offiziell als \u201eunbelehrbare Straft\u00e4terin\u201c eingestuft und verliert damit die Chance auf eine vorzeitige Entlassung. Dieser Status kann erst ein Jahr nach dem letzten Versto\u00df aufgehoben werden, und auch nur dann, wenn in dieser Zeit keine weiteren Strafen verh\u00e4ngt werden. Dies ist jedoch nahezu unm\u00f6glich, da Frauen und M\u00e4dchen absichtlich bestraft werden, um ihren Status als \u201eunbelehrbare Straft\u00e4terin\u201c aufrechtzuerhalten. Durch solche Ma\u00dfnahmen stellt die Verwaltung sicher, dass Frauen und M\u00e4dchen bis zum Ende ihrer Strafe inhaftiert bleiben, Zwangsarbeit verrichten m\u00fcssen und ihnen jede M\u00f6glichkeit einer vorzeitigen Entlassung verwehrt wird.<\/span><\/p>\n<ul>\n<li>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Bestrafungspraktiken und Zwangsarbeit f\u00fcr M\u00e4dchen im Alter von 11-13 Jahren, die wegen famili\u00e4rer Probleme bestraft werden<\/span><\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">In Belarus schreibt das 2003 eingef\u00fchrte Gesetz \u201e\u00dcber die Grundlagen des Systems zur Verhinderung von Jugendkriminalit\u00e4t und Vernachl\u00e4ssigung\u201c vor, dass Minderj\u00e4hrige im Alter von 11 bis 18 Jahren, die besondere Erziehungsbedingungen ben\u00f6tigen, in speziellen Erziehungseinrichtungen untergebracht werden. Eine gerichtliche Entscheidung wird getroffen, wenn ein Kind eine Straftat begangen hat, aber noch nicht strafm\u00fcndig ist, wenn es drei oder mehr Mal innerhalb eines Jahres eine Ordnungswidrigkeit oder eine geringf\u00fcgige Straftat begangen hat, wie z. B. Trunkenheit in der \u00d6ffentlichkeit oder geringf\u00fcgiges Rowdytum. Diese Kinder werden dann in spezielle Berufsschulen eingewiesen.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">In Petrykov gibt es eine spezielle Berufsschule f\u00fcr minderj\u00e4hrige M\u00e4dchen ab 11 Jahren wegen kleinerer Delikte wie Landstreicherei, Alkoholkonsum in der \u00d6ffentlichkeit, Prostitution, Diebstahl und Hooliganismus untergebracht werden k\u00f6nnen. Die Schule beherbergt etwa 40-50 Sch\u00fclerinnen und ist eine von wenigen geschlossenen Einrichtungen, \u00fcber die kaum Informationen vorliegen. Diese M\u00e4dchen stammen in der Regel aus schwierigen oder zerr\u00fctteten Familienverh\u00e4ltnissen; einige sind Waisen oder von zu Hause weggelaufen, w\u00e4hrend andere aus intakten Familien stammen, aber Konflikte mit ihren Eltern haben.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Der strenge Tagesablauf in der Einrichtung beginnt um 7:00 Uhr mit dem Wecken, gefolgt von Morgengymnastik und Waschen. Die M\u00e4dchen besuchen die Schule vor Ort und erlernen Berufe wie N\u00e4herin. Nach dem Abendappell werden sie an das Personal \u00fcbergeben. Um 21.30 Uhr wird das Licht ausgemacht. Das Gericht legt die Dauer des Aufenthalts fest, die in der Regel zwei Jahre nicht \u00fcberschreitet.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Anstatt diesen M\u00e4dchen, die sich in schwierigen Lebenssituationen befinden, Hilfe anzubieten, beutet der Staat sie als Zwangsarbeiterinnen aus. Auf der Website der Schule findet sich ein Katalog mit von den M\u00e4dchen gen\u00e4hten Artikeln, die verkauft werden. Wie in der Praxis \u00fcblich, erhalten sie nur einen Hungerlohn, \u00e4hnlich dem Lohn von Gefangenen im Strafvollzug von Belarus.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Die Rechte der M\u00e4dchen sind stark eingeschr\u00e4nkt. Die Einrichtung verf\u00fcgt \u00fcber ein vierstufiges Punktesystem, bei dem Punkte auf der Grundlage von Verhalten und Aufgabenerf\u00fcllung vergeben werden. Hat ein M\u00e4dchen vier Monate lang gen\u00fcgend Punkte gesammelt, darf es in Begleitung eines Elternteils oder eines Mitarbeiters der Schule in die Stadt gehen. Wenn sie sich vorbildlich verhalten, d\u00fcrfen die M\u00e4dchen in den Schulferien auch nach Hause fahren, sofern ihre h\u00e4usliche Situation stabil ist.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Die Rechte der M\u00e4dchen in der Berufsschule werden auf verschiedenartige Weise verletzt. Sie k\u00f6nnen zwar Pakete von zu Hause erhalten und sich mit ihren Eltern treffen, aber alles wird gr\u00fcndlich durchsucht, auch Briefe werden gelesen. Bei Telefongespr\u00e4chen ist ein Mitarbeiter anwesend, damit die M\u00e4dchen nicht \u00fcber Missbrauch oder Misshandlung berichten k\u00f6nnen. Aus demselben Grund ist auch der Internetzugang stark eingeschr\u00e4nkt und nur unter Aufsicht m\u00f6glich. Die M\u00e4dchen sollen ihre Situation als Gef\u00e4ngnisstrafe empfinden. Sie leben nach einem strikten Zeitplan, tragen identische Uniformen, arbeiten f\u00fcr ein geringes Entgelt (oder sogar umsonst) und m\u00fcssen unter der Aufsicht von Mitarbeitern in Formation marschieren.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">All dies wird damit gerechtfertigt, dass M\u00e4dchen ab 11 Jahren, die Straftaten begangen haben, aller Rechte auf ein unbeschwertes Leben beraubt werden m\u00fcssten, damit sie nicht erneut in Versuchung geraten k\u00f6nnten. Statt dessen m\u00fcssten sie diszipliniert, ihr Wille gebrochen und sie zur Unterwerfung gezwungen werden. Das System ist weder auf die Wiedereingliederung der M\u00e4dchen in die Gesellschaft noch darauf ausgerichtet, ihren k\u00fcnftigen Lebensweg positiv zu beeinflussen.<\/span><\/p>\n<h3 class=\"western\"><a name=\"Frauen\"><\/a> <span lang=\"en-US\"><b>Artikel 11 \u2013 Beseitigung der Diskriminierung von Frauen im Berufsleben<\/b><\/span><\/h3>\n<p class=\"western\"><span lang=\"en-US\">Frauen werden am Arbeitsplatz systematisch diskriminiert, u. a. durch ihre eingeschr\u00e4nkten Zugang zu Berufen und durch die M\u00f6glichkeit willk\u00fcrlicher Entlassungen.<\/span><\/p>\n<ul>\n<li>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Belarus f\u00fchrt eine Liste von Berufen, die f\u00fcr Frauen verboten sind, und schr\u00e4nkt ihre Besch\u00e4ftigungsm\u00f6glichkeiten in Bereichen ein, die aufgrund von Geschlechterstereotypen als \u201eungeeignet\u201c gelten.<\/span><\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">In Belarus gibt es eine Liste von Berufen, die f\u00fcr Frauen verboten sind, was eine Form der Geschlechterdiskriminierung darstellt. Obwohl das Ministerium f\u00fcr Arbeit und Sozialschutz der Republik Belarus die Liste von 252 auf 181 Berufe und dann durch den Beschluss Nr. 35 vom 6. Juni 2022 wieder auf 88 Berufe reduziert hat, spiegelt die Tatsache, dass bestimmte Berufe f\u00fcr Frauen weiterhin unzug\u00e4nglich sind, eine tief verwurzelte Ungleichheit zwischen den Geschlechtern wider.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Zu den Berufen, die Frauen nach wie vor verwehrt sind, geh\u00f6ren T\u00e4tigkeiten wie Bleil\u00f6ten, Schmieden, Metallgie\u00dfen, Feuerwehr, Ledersortieren, F\u00e4rben, Bohren, Kranf\u00fchren, Tauchen, Viehz\u00fcchten, Kesselbetrieb, Bitumenkesselbetrieb, M\u00fchlenbetrieb, Baggerfahren, Zugf\u00fchren, Lederverarbeitung und viele andere. Diese Liste h\u00e4lt das Klischee aufrecht, dass Frauen f\u00fcr bestimmte Arten von k\u00f6rperlicher Arbeit ungeeignet sind; die entsprechenden F\u00e4higkeiten werden ihnen abgesprochen und damit \u00fcberholte Geschlechterrollen zementiert.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Die vom Ministerium f\u00fcr Arbeit und Sozialschutz am 6. Juni 2022 verabschiedete Entschlie\u00dfung (als Anhang zur Entschlie\u00dfung <\/span><u><a href=\"https:\/\/ohranatruda.of.by\/izmenen-spisok-professij-zapreshchennykh-dlya-zhenshchin-2022.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span lang=\"en-US\">Nr. 35 des Ministeriums vom 12. Juni 2014<\/span><\/a><\/u><span lang=\"en-US\">) f\u00fchrt diese diskriminierenden Beschr\u00e4nkungen f\u00fcr Frauen fort. Diese Politik untergr\u00e4bt das Recht der Frauen auf freie Wahl von Arbeitsplatz und Beruf zu w\u00e4hlen, indem sie geschlechtsspezifische Vorurteile best\u00e4tigt und die Wahlm\u00f6glichkeiten von Frauen eingeschr\u00e4nkt.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"https:\/\/news.house\/de\/63946#sdfootnote10sym\" name=\"sdfootnote10anc\"><sup>10<\/sup><\/a><\/span><\/p>\n<ul>\n<li>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Frauen, die sich gegen das Regime auflehnen, werden h\u00e4ufig entlassen, was zu wirtschaftlicher Not und weiterer Marginalisierung f\u00fchrt.<\/span><\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Eine der h\u00e4ufigsten Methoden der Aus\u00fcbung von Druck auf im politischen oder sozialen Bereich aktive Frauen in Belarus ist die Entlassung von Berufst\u00e4tigen. Hunderte von belarussischen Frauen haben ihr Einkommen verloren, nur weil sie sich gegen Lukaschenko ausgesprochen haben. Einige haben unter Druck gek\u00fcndigt, andere wurden aufgrund ihrer vermeintlichen Illoyalit\u00e4t gegen\u00fcber dem Regime gezwungen, ein K\u00fcndigungsschreiben zu verfassen, und einige wurden schlichtweg entlassen. Das Ergebnis ist dasselbe: Zahlreiche Familien verloren durch politisch motivierte Entlassungen ihren Lebensunterhalt, auch solche, in denen die Frau Alleinverdienerin war.<\/span><\/p>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Statistiken zeigen, dass es f\u00fcr Frauen wesentlich schwieriger ist, eine neue Stelle zu finden. Arbeitgeber stellen aus verschiedenen Gr\u00fcnden nicht gerne Frauen ein, etwa wegen mangelnder Erfahrung, kleinen Kindern, einer m\u00f6glichen Schwangerschaft oder dem niedrigeren (Vor-)Rentenalter. Politisch motivierte Entlassungen dienen dem Staat als Druckmittel gegen belarussische Frauen, so dass sie keine andere Wahl haben, als jede verf\u00fcgbare Stelle anzunehmen. F\u00fcr diese Frauen steht besonders viel auf dem Spiel, da das Fehlen einer stabilen Besch\u00e4ftigung dazu f\u00fchren kann, dass der Staat ihnen ihre Kinder wegnimmt. In Belarus ist Arbeitslosigkeit eines der Kriterien f\u00fcr die Herausnahme von Kindern aus der Familie, was die prek\u00e4re Situation dieser Frauen noch versch\u00e4rft.<\/span><\/p>\n<h3 class=\"western\"><a name=\"Artikel12\"><\/a> <span lang=\"en-US\"><b>Artikel 12 \u2013 Beseitigung der Diskriminierung von Frauen in der Gesundheitsversorgung<\/b><\/span><\/h3>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Der Staat verletzt das Recht der Frauen auf Gesundheit durch Vernachl\u00e4ssigung und diskriminierende Praktiken.<\/span><\/p>\n<ul>\n<li>\n<p align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Geschlechtsspezifische Diskriminierung beim Erwerb des F\u00fchrerscheins <\/span><\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">In der Republik Belarus m\u00fcssen Frauen f\u00fcr den Erwerb oder die Erneuerung eines F\u00fchrerscheins ein \u00e4rztliches Attest von einem Gyn\u00e4kologen vorlegen. Diese Anforderung gilt nicht f\u00fcr M\u00e4nner, was eine Form der systematischen geschlechtsspezifischen Diskriminierung widerspiegelt, bei der die Gesundheit von Frauen als Instrument zur Auferlegung staatlicher Kontrolle und zur Einschr\u00e4nkung ihrer sozialen und wirtschaftlichen M\u00f6glichkeiten genutzt wird.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Kann eine Frau diese Bescheinigung nicht vorlegen, wird ihr der Zugang zum Genehmigungsverfahren verweigert. Diese diskriminierende Anforderung gilt in den folgenden Situationen:<\/span><\/p>\n<ul>\n<li>\n<p class=\"western\"><span lang=\"en-US\">Beantragung eines neuen F\u00fchrerscheins<\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"western\"><span lang=\"en-US\">Erneuerung eines abgelaufenen F\u00fchrerscheins<\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"western\"><span lang=\"en-US\">Umtausch eines ausl\u00e4ndischen F\u00fchrerscheins in einen belarussischen F\u00fchrerschein<\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"western\"><span lang=\"en-US\">Wiedererlangung eines F\u00fchrerscheins nach Entzug der Fahrerlaubnis<\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"western\"><span lang=\"en-US\">Beantragung eines F\u00fchrerscheinduplikats<\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"western\"><span lang=\"en-US\">Wiederherstellung der G\u00fcltigkeit eines F\u00fchrerscheins<\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"western\"><span lang=\"en-US\">Hinzuf\u00fcgen einer F\u00fchrerscheinklasse zum F\u00fchren von Mopeds oder anderen Fahrzeugen.<\/span><\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Diese Vorschrift wird durch die Verordnung Nr. <\/span><u><a href=\"https:\/\/pravo.by\/document\/?guid=12551&amp;p0=W22238757&amp;p1=1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span lang=\"en-US\">95<\/span><\/a><\/u><span lang=\"en-US\"> des Gesundheitsministeriums vom 5. September 2022 mit dem Titel \u201e\u00dcber die obligatorischen medizinischen Untersuchungen f\u00fcr Fahranw\u00e4rter und die Tauglichkeitspr\u00fcfung von Fahrern\u201c durchgesetzt.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"https:\/\/news.house\/de\/63946#sdfootnote11sym\" name=\"sdfootnote11anc\"><sup>11<\/sup><\/a> Gem\u00e4\u00df der Verordnung werden die Ergebnisse der \u00e4rztlichen Untersuchungen in das Formular 1-MVK\/U-22 eingetragen, das von den Mitgliedern der \u00c4rztekommission ausgef\u00fcllt wird, darunter ein Gyn\u00e4kologe.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Die Forderung nach einem gyn\u00e4kologischen Attest hat erhebliche Folgen f\u00fcr Frauen in Belarus. Erstens schr\u00e4nkt sie die Autonomie der Frauen stark ein, indem sie sie einer invasiven und unn\u00f6tigen medizinischen Untersuchung unterwirft, patriarchalische Normen verst\u00e4rkt und ihre k\u00f6rperliche Autonomie einschr\u00e4nkt.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Sie behindert auch die berufliche und wirtschaftliche Mobilit\u00e4t von Frauen. F\u00fcr viele Berufe in Belarus, darunter in den Bereichen Transport, Logistik und Notfalldienste, ist ein g\u00fcltiger F\u00fchrerschein erforderlich. Da diese Ma\u00dfnahmen Frauen zus\u00e4tzliche b\u00fcrokratische H\u00fcrden auferlegen, schr\u00e4nken sie ihren Zugang zu Besch\u00e4ftigungsm\u00f6glichkeiten und wirtschaftlicher Unabh\u00e4ngigkeit ein.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Das Fehlen einer \u00e4hnlichen Vorschrift f\u00fcr M\u00e4nner unterstreicht die Ungleichbehandlung von Frauen und impliziert, dass ihre reproduktive Gesundheit unter staatlicher Kontrolle steht, auch wenn sie f\u00fcr ihre Fahrt\u00fcchtigkeit nicht relevant ist.<\/span><\/p>\n<h3 class=\"western\" align=\"justify\"><a name=\"Artikel16\"><\/a> <span lang=\"en-US\"><b>Artikel 16 \u2013 Beseitigung der Diskriminierung von Frauen in allen Fragen, die Ehe und Familie betreffen.<\/b><\/span><\/h3>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Trotz der Ratifizierung des CEDAW hat Belarus es vers\u00e4umt, wirksame Ma\u00dfnahmen zur Beseitigung der Diskriminierung und zum rechtlichen Schutz von Frauen zu ergreifen. Au\u00dferdem hat sich die Situation von M\u00e4dchen und Frauen in Belarus kontinuierlich verschlechtert. <\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Die gesetzlichen Mechanismen zur Bek\u00e4mpfung h\u00e4uslicher Gewalt sind entweder unwirksam oder fehlen ganz. Anstatt die erwartete Hilfe vom Staat zu erhalten, sehen sich die Opfer h\u00e4uslicher Gewalt mit verschiedenen Formen staatlicher Bestrafung konfrontiert, was dazu f\u00fchrt, dass sie sich aus Angst nicht an die Beh\u00f6rden wenden.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Im Jahr 2023 registrierte das Innenministerium von Belarus etwa <\/span><u><a href=\"https:\/\/belta.by\/society\/view\/ezhegodno-organy-vnutrennih-del-registrirujut-porjadka-80-tys-soobschenij-o-domashnem-nasilii-559009-2023\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span lang=\"en-US\">80.000<\/span><\/a><\/u><span lang=\"en-US\"> Berichte \u00fcber h\u00e4usliche Gewalt, das sind also etwa 219 Meldungen von h\u00e4uslicher Gewalt pro Tag.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"https:\/\/news.house\/de\/63946#sdfootnote12sym\" name=\"sdfootnote12anc\"><sup>12<\/sup><\/a> In Belarus wird jeder dritte Mord und jede vierte K\u00f6rperverletzung von nahestenden Familienangeh\u00f6rigen ver\u00fcbt. Meist sind Frauen und Kinder die Opfer h\u00e4uslicher Gewalt. Die Dunkelziffer ist allerdings hoch, da viele Frauen diese Gewalt stillschweigend ertragen und nicht den Beh\u00f6rden melden.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">In Belarus gibt es keine unabh\u00e4ngigen Einrichtungen f\u00fcr die Opfer h\u00e4uslicher Gewalt, und es gibt keine Nichtregierungsorganisationen, die sich mit Fragen der h\u00e4uslichen Gewalt befassen. Die Situation wird noch dadurch versch\u00e4rft, dass es keinen Zugang zu unabh\u00e4ngiger Hilfe f\u00fcr die Opfer gibt. Die Verantwortung f\u00fcr die Bek\u00e4mpfung h\u00e4uslicher Gewalt liegt haupts\u00e4chlich bei der Polizei und den psychiatrischen Einrichtungen, die aber oft selbst Gewalt aus\u00fcben. Sowohl Kinder als auch ihre M\u00fctter haben wiederholt von Missbrauchsf\u00e4llen in diesen Einrichtungen berichtet. M\u00e4dchen, insbesondere solche ohne elterliche F\u00fcrsorge, sind besonders gef\u00e4hrdet.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">In Belarus werden h\u00e4usliche Gewalt und oppositionelle Aktivit\u00e4ten in unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfiger Weise bestraft. So kann beispielsweise ein Mann, der seine Frau systematisch missbraucht, eine \u00e4hnliche Strafe erhalten wie jemand, der an oppositionellen Aktivit\u00e4ten beteiligt ist, etwa an der Teilnahme an oppositionellen Chatgruppen. Auch die Mitgliedschaft in einer oppositionellen Organisation und die Vergewaltigung einer Frau werden \u00e4hnlich geahndet.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Nach dem Verwaltungsgesetzbuch kann ein Ehemann oder Partner wegen vors\u00e4tzlicher K\u00f6rperverletzung (Artikel 10.1 des Verwaltungsgesetzbuchs) gegen die Partnerin mit einer Geldstrafe von bis zu zehn Grundbetr\u00e4gen (ca. 117,5 Euro) oder mit einer Verwaltungshaft von bis zu 30 Tagen belegt werden. In den meisten F\u00e4llen wird der Mann zu einer Geldstrafe verurteilt, was sich auf das Familienbudget auswirkt und auch eine Strafe f\u00fcr die Frau darstellt. Gleichzeitig kann jede Person \u2013 ob Mann, Frau oder Jugendlicher \u2013 bei Gewalt gegen einen Vollzugsbeamten (Artikel 364 des Strafgesetzbuchs) mit bis zu 6 Jahren Gef\u00e4ngnis bestraft werden.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Frauen, die h\u00e4usliche Gewalt anzeigen, werden h\u00e4ufig vom Staat bestraft, anstatt Hilfe zu erhalten. Ihre Kinder werden als \u201eKinder aus dysfunktionalen Familien\u201c unter besondere Aufsicht gestellt, und im Falle wiederholter Anzeigen k\u00f6nnen die Kinder als Vergeltungsma\u00dfnahme aus der Obhut genommen werden, so der Pr\u00e4sidialerlass der Republik Belarus vom 24. November 2006, Nr. 18 \u201e\u00dcber zus\u00e4tzliche Ma\u00dfnahmen zum staatlichen Schutz von Kindern in dysfunktionalen Familien\u201c.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">In Belarus m\u00fcssen Frauen (und Eltern im Allgemeinen), denen ihre Kinder weggenommen wurden, eine Geb\u00fchr an den Staat entrichten, wenn das Kind in einer staatlichen Einrichtung untergebracht wird. Diese Zahlung, die als \u201eErstattung der dem Staat f\u00fcr den Unterhalt der Kinder entstandenen Kosten\u201c bezeichnet wird, bel\u00e4uft sich auf etwa 80-100 Euro pro Kind und Monat. F\u00fcr Frauen, die in l\u00e4ndlichen Gebieten leben oder aus armen sozialen Schichten stammen, ist dies eine hohe Summe. Die Herausnahme eines Kindes aus der Familie dauert in der Regel etwa sechs Monate. <\/span><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Infolgedessen z\u00f6gern die Frauen, h\u00e4usliche Gewalt anzuzeigen, weil der Staat statt Hilfe und Schutz zu gew\u00e4hren, Strafma\u00dfnahmen gegen sie verh\u00e4ngt, die von wirtschaftlichen Sanktionen bis zur Wegnahme der Kinder reichen. Dadurch wird das Problem der h\u00e4uslichen Gewalt versteckt und f\u00fcr die Gesellschaft unsichtbar.<\/span><\/p>\n<h3 class=\"western\" align=\"justify\"><a name=\"SchlussfolgerungundEmpfehlungen\"><\/a> <span lang=\"en-US\"><b>Schlussfolgerung und Empfehlungen<\/b><\/span><\/h3>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Die Verst\u00f6\u00dfe von Belarus gegen die CEDAW machen deutlich, dass dringend Ma\u00dfnahmen zum Schutz der Rechte und der W\u00fcrde von Frauen erforderlich sind. Die systematische, harte Unterdr\u00fcckung und Diskriminierung von Frauen und M\u00e4dchen durch den Staat erfordert Rechenschaft und internationales Eingreifen. Wir appellieren an die internationale Gemeinschaft:<\/span><\/p>\n<ol>\n<li>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Setzen Sie Belarus unter Druck, die geschlechtsspezifische Unterdr\u00fcckung unverz\u00fcglich zu beenden und einen wirksamen Rechtsschutz f\u00fcr Frauen und M\u00e4dchen einzuf\u00fchren. Dazu geh\u00f6ren die sofortige Freilassung weiblicher politischer Gefangener, die Beendigung der Praxis der Herausnahme der Kinder aus den Familien von sozial und politisch aktiven Frauen, die Beendigung aller Formen politischer Repression gegen Frauen und die \u00c4nderung von Gesetzgebung und staatlicher Politik, um den Schutz der Rechte von Frauen zu gew\u00e4hrleisten.<\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Unterst\u00fctzung zivilgesellschaftlicher Organisationen, die sich f\u00fcr die Gleichstellung der Geschlechter und die Rechte der Frauen einsetzen. Derzeit gibt es so gut wie keine internationale Unterst\u00fctzung f\u00fcr belarussische Organisationen, die sich f\u00fcr die Rechte von Frauen und M\u00e4dchen einsetzen. F\u00fchrende belarussische Organisationen, die daf\u00fcr bekannt sind, f\u00fcr die Rechte von Frauen und M\u00e4dchen zu k\u00e4mpfen, insbesondere solche, die belarussischen Frauen helfen, die Opfer von politischer Repression und Diskriminierung in Belarus und im Exil geworden sind (wie der Belarussische Frauenfonds unter der Leitung von Veronika Tsepkalo, das Internationale Zentrum f\u00fcr B\u00fcrgerinitiativen \u201eUnser Haus\u201c unter der Leitung von Olga Karatch und viele andere), werden stigmatisiert und marginalisiert. Dies hat zur Folge, dass Frauen und M\u00e4dchen ihrer Stimme und ihrer Vertretung beraubt werden und ihre Probleme auf internationaler Ebene unsichtbar bleiben. Sie erhalten keine Hilfe oder Unterst\u00fctzung; dies gilt auch f\u00fcr Minderj\u00e4hrige, die wegen nicht-politischer Vergehen inhaftiert sind.<\/span><\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p class=\"western\" align=\"justify\"><span lang=\"en-US\">Hilfe und Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Aufnahme belarussischer Fraueninitiativen und -organisationen, die unter starkem Druck der belarussischen Beh\u00f6rden stehen, in internationale bzw. europ\u00e4ische feministische und Frauen-Netzwerke und -Koalitionen, insbesondere zwecks Austausch bew\u00e4hrter Verfahren zum Schutz der Rechte von Frauen und M\u00e4dchen. Die belarussischen Frauenorganisationen und -initiativen brauchen Unterst\u00fctzung, um aus ihrer Isolation ausbrechen zu k\u00f6nnen. Eine detaillierte und gr\u00fcndliche Untersuchung der Verletzungen der Rechte von Frauen und M\u00e4dchen ist unerl\u00e4sslich, einschlie\u00dflich einer regelm\u00e4\u00dfigen und systematischen \u00dcberwachung, die derzeit aufgrund des harten Vorgehens gegen Frauenorganisationen und -initiativen nicht stattfindet.<\/span><\/p>\n<\/li>\n<\/ol>\n<div id=\"sdfootnote1\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"https:\/\/news.house\/de\/63946#sdfootnote1anc\" name=\"sdfootnote1sym\">1<\/a> <a href=\"https:\/\/pravo.by\/document\/?guid=12551&amp;p0=C22300666\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/pravo.by\/document\/?guid=12551&amp;p0=C22300666<\/a><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote2\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"https:\/\/news.house\/de\/63946#sdfootnote2anc\" name=\"sdfootnote2sym\">2<\/a> <a href=\"https:\/\/zakony-by.com\/norm_akt\/source-%D0%A1%D0%9C%20%D0%A0%D0%91\/type-%D0%9F%D0%BE%D1%81%D1%82%D0%B0%D0%BD%D0%BE%D0%B2%D0%BB%D0%B5%D0%BD%D0%B8%D0%B5\/169-25.03.2021.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span lang=\"en-US\">https<\/span>:\/\/<span lang=\"en-US\">zakony<\/span>\u2013<span lang=\"en-US\">by<\/span>.<span lang=\"en-US\">com<\/span>\/<span lang=\"en-US\">norm<\/span>_<span lang=\"en-US\">akt<\/span>\/<span lang=\"en-US\">source<\/span>-%<span lang=\"en-US\">D<\/span>0%<span lang=\"en-US\">A<\/span>1%<span lang=\"en-US\">D<\/span>0%9<span lang=\"en-US\">C<\/span>%20%<span lang=\"en-US\">D<\/span>0%<span lang=\"en-US\">A<\/span>0%<span lang=\"en-US\">D<\/span>0%91\/<span lang=\"en-US\">type<\/span>-%<span lang=\"en-US\">D<\/span>0%9<span lang=\"en-US\">F<\/span>%<span lang=\"en-US\">D<\/span>0%<span lang=\"en-US\">BE<\/span>%<span lang=\"en-US\">D<\/span>1%81%<span lang=\"en-US\">D<\/span>1%82%<span lang=\"en-US\">D<\/span>0%<span lang=\"en-US\">B<\/span>0%<span lang=\"en-US\">D<\/span>0%<span lang=\"en-US\">BD<\/span>%<span lang=\"en-US\">D<\/span>0%<span lang=\"en-US\">BE<\/span>%<span lang=\"en-US\">D<\/span>0%<span lang=\"en-US\">B<\/span>2%<span lang=\"en-US\">D<\/span>0%<span lang=\"en-US\">BB<\/span>%<span lang=\"en-US\">D<\/span>0%<span lang=\"en-US\">B<\/span>5%<span lang=\"en-US\">D<\/span>0%<span lang=\"en-US\">BD<\/span>%<span lang=\"en-US\">D<\/span>0%<span lang=\"en-US\">B<\/span>8%<span lang=\"en-US\">D<\/span>0%<span lang=\"en-US\">B<\/span>5\/169-25.03.2021.<span lang=\"en-US\">htm<\/span><\/a><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote3\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"https:\/\/news.house\/de\/63946#sdfootnote3anc\" name=\"sdfootnote3sym\">3<\/a> <a href=\"https:\/\/etalonline.by\/document\/?regnum=HK9900275#&amp;Article=423\/1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/etalonline.by\/document\/?regnum=HK9900275#&amp;Article=423\/1<\/a><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote4\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"https:\/\/news.house\/de\/63946#sdfootnote4anc\" name=\"sdfootnote4sym\">4<\/a> <a href=\"https:\/\/www.sb.by\/articles\/rasstrelnye-spiski-.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.sb.by\/articles\/rasstrelnye-spiski-.html<\/a><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote5\">\n<p class=\"western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"https:\/\/news.house\/de\/63946#sdfootnote5anc\" name=\"sdfootnote5sym\">5<\/a> <a href=\"https:\/\/www.dw.com\/ru\/v-belarusi-aktivistka-karach-vkljuchena-v-spisok-terroristov\/a-59072368\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.dw.com\/ru\/v-belarusi-aktivistka-karach-vkljuchena-v-spisok-terroristov\/a-59072368<\/a><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote6\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"https:\/\/news.house\/de\/63946#sdfootnote6anc\" name=\"sdfootnote6sym\">6<\/a> <a 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rel=\"noopener\">https:\/\/etalonline.by\/document\/?regnum=HK9900275#&amp;Article=423\/1<\/a><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote9\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"https:\/\/news.house\/de\/63946#sdfootnote9anc\" name=\"sdfootnote9sym\">9<\/a> <a href=\"https:\/\/pravo.by\/document\/?guid=12551&amp;p0=C22401055\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span lang=\"en-US\">pravo<\/span>.<span lang=\"en-US\">by<\/span><\/a><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote10\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"https:\/\/news.house\/de\/63946#sdfootnote10anc\" name=\"sdfootnote10sym\">10<\/a> <u><a href=\"https:\/\/ohranatruda.of.by\/izmenen-spisok-professij-zapreshchennykh-dlya-zhenshchin-2022.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u0418\u0437\u043c\u0435\u043d\u0435\u043d \u0441\u043f\u0438\u0441\u043e\u043a \u043f\u0440\u043e\u0444\u0435\u0441\u0441\u0438\u0439, \u0437\u0430\u043f\u0440\u0435\u0449\u0435\u043d\u043d\u044b\u0445 \u0434\u043b\u044f \u0436\u0435\u043d\u0449\u0438\u043d \u2013 2022<\/a><\/u><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote11\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"https:\/\/news.house\/de\/63946#sdfootnote11anc\" name=\"sdfootnote11sym\">11<\/a> <a href=\"https:\/\/pravo.by\/document\/?guid=12551&amp;p0=W22238757&amp;p1=1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/pravo.by\/document\/?guid=12551&amp;p0=W22238757&amp;p1=1<\/a><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"sdfootnote12\">\n<p class=\"sdfootnote-western\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"https:\/\/news.house\/de\/63946#sdfootnote12anc\" name=\"sdfootnote12sym\">12<\/a> <a href=\"https:\/\/belta.by\/society\/view\/ezhegodno-organy-vnutrennih-del-registrirujut-porjadka-80-tys-soobschenij-o-domashnem-nasilii-559009-2023\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span lang=\"en-US\">https<\/span>:\/\/<span lang=\"en-US\">belta<\/span>.<span lang=\"en-US\">by<\/span>\/<span lang=\"en-US\">society<\/span>\/<span 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am politischen und \u00f6ffentlichen Leben des Landes Beseitigung von geschlechtsspezifischen Stereotypen und Vorurteilen gegen\u00fcber Frauen Ausbeutung von Frauen und M\u00e4dchen Beseitigung der Diskriminierung von Frauen in der Besch\u00e4ftigung<\/p>\n","protected":false},"author":113,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"slim_seo":{"title":"Schattenbericht zur Republik Belarus 2025 - Menschenrechte Osteuropa - News &amp; Konflikte","description":"Schattenbericht zur Republik Belarus 2025 gem\u00e4\u00df dem \u00dcbereinkommen der Vereinten Nationen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau (CEDAW) 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